Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
803
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kannte auch die landſchaftliche Umgebung: ein freund⸗ liches, von einem Bache durchrieſeltes Wieſenthal in der Nähe von Winterfelds Gute. Dort war ſie dar⸗ geſtellt in einer anmuthigen Stellung, unter zwei in ihren hohen Wipfeln verflochtenen Erlen, und blickte heiter in das vor ihr ausgebreitete Gelände, wo eine Viehheerde weidete und muntere Lämmer hüpften, während im fernen Hintergrunde die Zinnen des ſtatt⸗ lichen Herrenhauſes aus Baumgruppen hervorragten.

Das Bild, hob Winterfeld an,iſt von dem jungen Maler, der im vorigen Jahre unſere Gegend beſuchte; Sie haben ihn wohl bei uns geſehen?

Ja, ich erinnere mich, entgegnete Hallwig,ich habe ihn geſehen, gerade als er dieſe Gegend aufnahm. Aber es will mir ſcheinen, als ob die linke Seite des Kopfes zu dunkel gehalten wäre und das Schaf dort unter dem Baume zu dichte Wolle hätte.

Die Wolle muß ich nun wohl Ihrem Kenner⸗ auge preisgeben, ſprach Anna lächelnd,aber ohne die dunkle Seite geht es nicht ab. Sie werden be⸗ merken, daß der Schatten gerade hier einfällt. Gebe Gott, daß ich nicht mehr Schattenſeiten habe!

Hallwig ließ ſich leider die Gelegenheit gänzlich entgehen, eine leichte Schmeichelei anzubringen. Aber er verweilte noch mehrere Tage in Dresden und die günſtige Aufnahme, die er im Winterfeld'ſchen Hauſe fand, ermuthigte ihn, ſeine Beſuche zu wieder⸗ holen. Allmälig ward er dem ſchönen Mädchen gegen⸗ über dreiſter und deutlicher verrieth er ſeine Abſichten. Anna hielt es für das Beſte, ſeine Bewerbungen ſcher⸗ zend aufzunehmen.

Wie glücklich würde ich ſein, flüſterte er eines Abends, eine Erinnerung an Horaz aus ſeiner Schul⸗ zeit benutzend,wenn ich die väterlichen Felder mit eigenen Ochſen pflügte und Sie, theures Fräulein, als Göttin des Ueberfluſſes mir zur Seite ſchwebten.

O, Herr von Hallwig! antwortete Anna lachend, ſagen Sie lieber als überflüſſige Göttin!

Nur zu bald aber ſah ſie ein, daß ſie gegen dieſe Bemerkungen mit leichten Scherzen nicht mehr auf⸗ kommen konnte. Kaum war er abgereiſt, als ihr Vater erklärte, daß Hallwig bei ihm um Auna's Hand angehalten habe.Du kannſt Dir denken, wandte er ſich an die bei dieſer Nachricht erſchreckt aufblickende Tochter,daß ich einen ſo vortheilhaften Antrag nicht geradezu abgelehnt habe; aber dieſe trüben Zeiten ſind nicht geeignet, an Verbindungen zu denken, die man mit einem Blick in die heitere Zukunft eingehen muß. Du haſt alſo ruhige Bedenkzeit, liebe Anna;

doch ich hoffe, Du wirſt die Neigung eines ſo wackeren jungen Mannes nicht zurückweiſen.

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Mutter eintrat, die offenbar ſchon von dem Inhalte der Mittheilung unterrichtet war. Ermuthigt durch dieſen glücklichen Beiſtand, erwiderte ſie, daß ſie Hall⸗ wigs Verdienſte gern anerkenne, aber durchaus keine Neigung für ihn fühle.

Aber ich meine ja nur, daß Du Dir Zeit nehmen ſollſt, ihn zu prüfen und ſeinen Antrag zu würdigen, wie er es verdient, antwortete Winterfeld, den die Gegenwart ſeiner Gattin, die er aufrichtig hochſchätzte, etwas ſchüchtern machte, weil er ahnte, daß ſie ſeinen Abſichten nicht beiſtimmte.Wenn Du ihn unbe⸗ fangen prüfſt, wirſt Du ihn Deiner Neigung ſchon werth finden.

Als Winterfeld ſich nach dieſen ernſt ausgeſprochenen Worten entfernt hatte, warf ſich Anna an die Bruſt ihrer Mutter.Schützen Sie mich, ſagte ſie in tiefer Bewegung,gegen dieſe Bewerbungen!

Verzweifle nicht, liebes Kind. Dein Vater wird Dich nicht zwingen; dazu iſt er bei aller Eigenwilligkeit zu gerecht. Nein, Du ſollſt niemals gezwungen werden; Dein Lebensglück ſoll Deiner eigenen, freien Wahl überlaſſen bleiben, nur müſſen Deine Eltern ſich über⸗ zeugen können, daß Du bei Deiner Wahl die noth⸗ wendigen Bedingungen des Lebensglückes beachtet haſt.

Anna ſchwieg und ein tiefer Seufzer hob ihre Bruſt. Die Mutter ſchloß ſie in ihre Arme.Ich glaube, ſprach ſie,daß Dein Herz gut gewählt hat. Aber ſei ſanft und gut gegen Deinen Vater; ich weiß, er liebt Dich eben ſo herzlich, als ich.

Die trübe Wolke, die während einiger Tage einen tiefen Schatten auf das häusliche Glück der Familie warf, verzog ſich allmälig; es wurde nichts mehr von Hallwigs Bewerbung geſprochen und auch Winterfelds ſonſtige Verſtimmung verlor ſich nach und nach, da er keine ungünſtige Nachricht weiter von dem Gutspachter erhielt, der trotz aller Bedrängniſſe ſeine Verbindlichkeiten zum großen Theil erfüllen konnte. Nur Anna wurde von um ſo größeren Be⸗ ſorgniſſen gequält. Freiwald war ſchon über vier Wochen abgereiſt und hatte noch keine Nachricht von ſich gegeben. So ſchwierig die Verbindungen waren, die Zögerung ſchien dem liebenden Mädchen doch zu lange.

Folge.

Nach erneueten flüchtigen Friedensgerüchten ge⸗ wann in der zweiten Hälfte des Juli Alles, ſowohl in der Stadt als der Umgegend, ein mehr bedrohendes Anſehen. Die Befeſtigungen und Verſchanzungen waren der Vollendung nahe und täglich kamen neue Heeresabtbeilungen an. Eines Tages zog ein weſt⸗ phäliſches Reiterregiment über die Brücke durch die

Anna war im Begriff zu antworten, als ihre

Neuſtadt und rückte in das auf den nördlichen Wald⸗