Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
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tern von Albums und Prachtwerken oder dem Anſchauen von Stereoſkopen da ſetzt ſich aber zuweilen eine der Damen an's Piano und ſingt eines jener wunderſam träumeriſchen, melodiſchen Volkslieder, in dem ſich die Melancholie des Nordens mit der leidenſchaftlichen Gluth des Südens paart. Es iſt wie ein Fandango, auf einer mondbeleuchteten Schnee⸗ fläche getanzt! r.

Ein franzüſiſches Urtheil.

Der Franzoſe Alexander David war ſo frei, das nach⸗ ſolgende Charakterbild von uns Deutſchen zu entwerfen; wir wollen das Urtheil darüber den Leſern überlaſſen und be⸗ merken nur, daß der Herr Autor auch nicht gerade alle unſere Schwächen kennt,

Der Deutſche ſchämt ſich, nicht Alles zu wiſſen; der Gedanke, für unwiſſend gehalten zu werden, erſchreckt ihn, und gleichwohl giebt ſeine Zurückhaltung ihm oft das Anſehen eines Dummkopfes. Er iſt ſtolz auf ein gründliches Urtheil und auf reine Sitten. Er iſt ein vortrefflicher Soldat und unter allen Europäern vielleicht der Gelehrteſte. Er iſt er⸗ findungsreich, aber er brüſtet ſich damit ſo wenig, daß Fremde ſich die Ehre ſeiner Erfindungen Jahrhunderte lang an⸗ maßten, ohne daß er eine Ahnung davon hatte. Sein Ge⸗ ſicht macht aus der Ferne nicht den Eindruck eines Frescoge⸗ mäldes, ſondern will in der Nähe ſtudirt ſein. Seine Gut⸗ müthigkeit und ſein Wohlwollen werden oft durch ein mürriſches Weſen verſchleiert und es iſt eine große Aufmerk⸗ ſamkeit erforderlich, um die Mannichfaltigkeit ſeiner Züge aufzufaſſen. Er iſt ſchwer in Aufregung zu bringen und ſpricht von ſich ſelbſt nur mit dem Glaſe in der Hand. Selten kennt er ſein eigenes Verdienſt und iſt ganz über⸗ raſcht, wenn man es an ihm entdeckt. Aufrichtigkeit, Arbeits⸗ liebe und Verſchwiegenheit bilden die Hauptzüge ſeines Charakters. Geiſt iſt nicht ſeine Sache, aber er nährt ſich von Gefühlen. Moraliſche Schönheit iſt der Firniß, unter dem er alle Werke der Kunſt erglänzen ſehen möchte; daraus entſpringt ſeine außerordentliche Nachſicht gegen ſo viele Ungeheuer, welche dieſe Maske tragen. Sein epiſches, wie ſein lyriſches Talent verfolgen eine öde Straße, auf welcher er ſich durch roſige Phantome irre führen, ſelten aber durch lichtſtrahlende Erſcheinungen leiten läßt. Mäßig in den Genüſſen der Güter dieſes Lebens, hat er wenig Neigung zur Sinnlichkeit und flieht alle Exceſſe. Auf der andern Seite aber iſt er immer ſchroff, abgecirkelt und minder geſellig wie ſeine Nachbarn. 7).

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Uisconti Areſe.

Am 15. November traf in Paris die Nachricht aus Florenz ein, daß der Herzog Antonio Litta Visconti Areſe im Alter von 47 Jahren(nach andern Angaben von 60 Jahren) in Mailand geſtorben ſei. Unter den italieniſchen Staatsmännern nahm derſelbe nur in ſofern eine hervor⸗ ragende Stellung ein, als er mit dem Kaiſer der Franzoſen perſönlich befreundet war und mehrmals mit officiöſen Miſſionen bei demſelben betraut wurde, wenn es ſich darum handelte, von ihm ein Zugeſtändniß für Italien zu erwirken.

Der eben Verſtorbene gehörte ſeiner Geburt nach der Lombardei an, war aber von ſeiner Jugend an Demokrat und italieniſcher Patriot und ſah ſich in Folge deſſen durch die politiſchen Ereigniſſe in den Jahren 1848 und 1849 gezwungen, um den Verfolgungen der öſterreichiſchen Regie⸗

Novellen⸗Zeitung.

rung zu entfliehen, ſich nach Piemont zu flüchten, wo er zum Senator ernannt wurde. In Turin wurde er bei der Bevöl⸗ kerung bald ſo beliebt, daß er zum Präſidenten der Arbeiter⸗ verbindungen und mehrerer Vereine zu wohlthätigen Zwecken und Mitglied einer großen Zahl wiſſenſchaftlicher, lite⸗ rariſcher und artiſtiſcher Geſellſchaften ernannt wurde, über⸗ haupt ſich einer großen Sympathie erfreute. Als der Friede von Villafranca im Jahr 1859 dem italieniſchen Unabhängigkeitskriege ein Ende gemacht und die Lombardei mit Italien vereinigt hatte, wurde er, nach dem Rücktritt des Grafen Cavour, am 13. Juli 1859 von dem König Victor Emanuel zum Miniſter⸗Präſidenten ernannt. Er ver⸗

dankte dieſe Ernennung weniger ſeinen freiſinnigen Anſichten

und ſeinen ſtaatsmänniſchen Talenten, als den intimen Be⸗ ziehungen, in denen er zu Napoleon III. ſtand, und bekleidete dieſen Poſten auch nur kurze Zeit. Im Monat Juli 1861 wurde er als außerordentlicher Geſandter nach Paris geſchickt, um dem Kaiſer der Franzoſen den legislativen Act zu über⸗ bringen, kraft deſſen der König Victor Emanuel den Titel als König von Italien annahm. Bei der Gelegenheit wurde er von dem Kaiſer in Fontainebleau in einer beſondern Audienz empfangen und zum Großkreuz des Ordens der Ehrenlegion ernannt.

Sein Tod iſt für Italien ein Trauerfall. Die Künſte verlieren in ihm einen Beſchützer, die Armen einen Wohl⸗ thäter. C.

Eine kluge Antwort.

Ein Herr, der eine ſehr lebhafte Zuneigung zu einer jungen Dame, Namens Noyes, gefaßt hatte, wünſchte ſich Auskunft über ihre Geſinnungen zu verſchaffen. Zu dieſem Zweck ſagte er eines Tages zu ihr in einer Art, die man eben⸗ ſowohl für Scherz wie für Ernſt nehmen konnte, je nachdem man Luſt hatte:

Wenn ich an Sie die Frage richtete, ob Sie ſchon einem Manne Ihre Hand verſprochen haben, welchen Theil Ihres Namens(No, nein, Yes, ja,) würde ich dann zur Antwort erhalten?Den erſten, lautete die Antwort ganz in demſelben Tone.Und wenn ich mir dann die Frage erlaubte, ob Sie geneigt wären, eine ſolche Verbin⸗ dung zu bilden, welcher Theil Ihres Namens würde dann als Antwort dienen, wenn ein Mann Ihnen ſeine Hand anbiete, der Sie aufrichtig liebte, der Ihnen nicht gleich⸗ gültig wäre?Die letzte Sylbe!Und wenn ich Ihnen nun ſage, daß ich Sie liebe und daß ich Sie bitte, mich mit Ihrer Hand zu beglücken, welchen Theil Ihres Namens darf ich dann nehmen?O dann, ſagte die junge Dame erröthend,nehmen Sie den ganzen Namen, denn in dieſem Falle würde ich ihn freudig mit dem Ihrigen ver⸗ tauſchen. Daß bald nachher die Vermählung des glücklichen Paares erfolgte, bedarf kaum der Erwähnung. C

Goldſtanb in Montana.

Eine in Helena erſcheinende Zeitung ſagt, am 22. Sept. ſei aus dieſer Stadt Goldſtaub im Werthe von 1,500,000 Dollars nach der Stadt Benton abgeſchickt worden. Dieſe große Summe gehörte wenigen Perſonen, die größtentheils Goldgräber waren, und die Sendung wurde unter der Escorte bewaffneter Mannſchaft, die ſie zu bewachen hatte, abgefertigt. Die Hälfte dieſes Goldes war das Erträgniß einer Goldgrube am Confederate⸗Gulch, die das Eigenthum

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daß ich ganz geleſen habe.

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