ich dann zur
am 22. Sept.
1 1,500,000
Dieſe „arößtentheils „ unter der
— Figenthum
zweier Männer iſt. Ein Correſpondent des in Cleveland erſcheinenden„Herald“ in der Stadt Bannock ſchreibt unter dem 20. Auguſt, daß ein Deutſcher vor kurzer Zeit eine Goldader aufgefunden habe, aus der er in neun Tagen 125 Pfd. Gold gewann. Er war darüber vor Freude ſo außer ſich und zu gleicher Zeit ſo von der Furcht befallen, daß er das verlieren möge, was er bereits beſaß, daß er die
Goldgrube andern Perſonen abtrat, ehe ſie ausgebeutet war,
und mit ſeinem Schatze nach den Vereinigken Staaten abreiſte. Auf das Gerücht, daß ſich bei Idaho, 96 engliſche Meilen von Banneock, ſehr reiche und ausgedehnte Gold⸗ felder fänden, waren eine Menge Goldgräber dahin gezogen. C.
Misrellen.
Höfliche Grobheit. Der engliſche Dichter Sheridan wurde ſehr oft von angehenden Dichtern und Schriftſtellern damit geplagt, ſein Urtheil über ihre Werke abzugeben, und hatte ſich eine unveränderliche und ſehr bequeme Formel erdacht, mit der er jedes dieſer Geſuche beantwortete. Sie lautete folgendermaßen:
„Lieber Herr N. N.
Ich habe Ihr reizendes Werk erhalten und zweifle nicht, daß ich ganz entzückt davon ſein werde, wenn ich es erſt geleſen habe.
Empfangen Sie zum Voraus meinen Dank und Glück⸗ wunſch.
.
Sheridan.“ Nicht ein Einziger fühlte ſich durch dieſe höfliche Im⸗ pertinenz beleidigt, da Jeder viel zu eitel war, um überhaupt eine Ironie darin zu erblicken.— r.
Spieleraberglauben. Niemand iſt abergläubiſcher,
als ein leidenſchaftlicher Spieler, mag er im gewöhnlichen
Leben auch noch ſo ſehr den Freigeiſt ſpielen. Er glaubt an einen Talisman, an den böſen Blick, vielleicht auch an Hexerei im Allgemeinen; zum Beleg dafür wollen wir blos erzählen, was wir von verſchiedenen Mitgliedern eines eleganten Clubs gehört, wo das Hazardſpiel an der Tagesordnung war.
Ein Herr v. X. hatte zum Beiſpiel die Beobachtung gemacht, daß er ſtets gewönne, wenn er ein beſtimmtes geſticktes Hemd trage, und ſo that er denn das Gelübde, daſſelbe gar nicht auszuziehen. Er trug es elf Wochen hintereinander immerfort, wenn auch natürlich nichts daran zu ſehen war, indem er ſtets weiße Wäſche darüber zog.
Zwei andere Herren ſpielten Piquet mit ſehr hohem Einſatz. Herr A., der an Rheumatismus leidet und ſich über Zug beklagt, ſagt einem der Clubdiener, er ſolle ihm ſeinen Ueberzieher aus dem Vorzimmer holen, den er hierauf ſorgfältig über ſeine Kniee breitet. Von dieſem Augenblick an hat er wahrhaft unverſchämtes Glück und ſtreicht Geld über Geld ein. Dies bemerkt Herr B. und ſagt demſelben Diener, er ſolle ihm auch ſeinen Ueberrock holen; der Diener eilt hinaus, kommt aber mit leeren Händen wieder, da er den Rock nirgends finden kann. Da ruft B. mit einem Male:
„Ich glaube es jetzt, daß Sie ihn nicht finden können, A. hat ihn hier über ſeine Kniee gelegt. Bitte, lieber Freund, geben Sie mir ihn wieder.“
Aber A. weigert ſich deſſen, der Ueberrock iſt ihm zum Talismann geworden; B. beharrt natürlich auf ſeinem
Vierte Folge.
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Verlangen.—„Nun gut,“ ſagt A.,„verkaufen Sie mir ihn, ich gebe Ihnen 6000 Franes dafür.“
B. ging nicht darauf ein, ſondern nahm ſeiner Zauber⸗ rock wieder, breitete ihn über ſeine Kniee, und ſiehe, das Glück wendete ſich jetzt ihm zu, er gewann all' ſein Geld wieder.— r.
Vom deutſchen Büchermarkt.
Die Roſe von Delhi. Bou Egon Fels. Jena und Leipzig, bei Hermann Coſtenoble. 1866.
Der Verfaſſer hat bereits mehrere andere Romane, die zum Theil von beträchtlichem Umfange ſſind, den Leſern, be⸗ ſonders denen der Leihbibliothek, dargebracht, für welche auch dieſe einbändige Erzählung ſich als praktiſche Subſidie er⸗ weiſen wird.
Es läßt ſich dieſe Meinung beſenders durch die Neigung unſeres Publicums für Perſonen⸗ und Thatenreichthum im Roman unterſtützen, Eigenſchaften, die in der einbändigen Roſe von Delhi in ſehr romantiſcher Weiſe lebendig genug hervortreten.
Eine ſolche Richtung giebt den Verfaſſern immer eine gar praktiſche Chance des Erfolgs; denn ſollte auch eine, ein ſtrenges Kunſtſtreben der erzählenden Poeſie beanſpruchende Partei der Leſer für die handelnden Perſonen nicht menſchlich⸗ poetiſche Theilnehme genug empfinden können, ſo wird ſie doch gewöhnlich mit ſachlichem Intereſſe die Actionen und ge⸗ ſellſchaftlichen Zuſtände verfolgen. Da uns der vorliegende Roman zur Zeit des Nena Sahib im Jahre 1857 mitten unter die Begebenheiten des indiſchen Aufſtandes führt, ſo iſt hierbei für die Ernte jener vorerwähnten Chance ein fruchtbares Feld vorhanden. Der auf Unterhaltung und Spannung hin⸗ zielende Autor hat die Bebauung deſſelben nicht verſäumt.
O. B.
Zwei Charaktere. Von Otto Ro ſtoski. Witten⸗ berg, Verlag von Herroſé.
In zwei Vorträgen handelt hier der emſig und im guten Sinne compilirende und combinirende Verfaſſer das Thema des Spießbürgerthums und der Großmacht ab. Es geſchieht nicht ohne einen gewiſſen Humor und eine Heranziehung oft recht heiterer hiſtoriſcher Zuſtände..
Ein deutſcher Fürſtenhof. Von dem Verfaſſer von Lux et umbra.
Es liegt uns von dieſer Erzählung aus dem 19. Jahr⸗ hundert nur der dritte Band vor, daher ein weiteres Urtheil ſich ausſchließt und nur geſagt werden kann, daß der Ver⸗ faſſer zu denen gehört, die ihr Material durch ein möglichſt
detaillirtes Porträtbild der Vergangenheit intereſſant zu machen ſuchen. Dies iſt löblich ſo vieler Gleichgültigkeit gegenüber, die in dieſer Beziehung in unſerer Literatur der
Novelle und des Romans obwaltet. O. B.
—— „ Vom Hof⸗ und Schlachtgewimmel zum Liebesport. Inhalt: Eine Doppelgeſchichte nach dem Leben von E. Heu⸗ ſinger.(Fortſetzung.)— Gedichte von Eugen Labes. Deutſcher Lenz und deutſche Liebe. Wo ich wandre, wo ich weile. In dem klein Qſſttn Liede lebet.— Literariſche Briefe von Otto Banck.
Feuilleton. Legendary Fictions of the Irish Celts. Col- lected and narrated by Patrick Kennedy. London: Mac- millan& Co.— Der Norweger Björnſon.— Winterleben in Petersburg.— Ein franzöſiſches Urtheil.— Visconti Areſe.— Eine kluge Antwort.— Goldſtaub in Montanga.— Miscellen.— Vom deutſchen Büchermarkt.


