der früher ihm angedrohten lebenslänglichen Gefangen⸗ ſchaft ausſpricht, ſowie die Confiscirung aller ſeiner innerhalb der ſpaniſchen Monarchie gelegenen Beſitzungen, liegt jetzt dem Könige zur Beſtätigung vor.— Hier wurde der Be⸗ richterſtatter unterbrochen; ich hatte indeſſen genug gehört, um meine Maßregeln zu treffen.
Nachdem ich zuvor den Grafen Rodriguez de Silva und Mendoza's untröſtliche Gattin, die den geliebten Mann im Geiſte ſchon die Schreckniſſe der Kerker in Ceuta theilen ſah, durch Erinnerung an die zu Gunſten meines Freundes ge⸗ troffenen Maßregeln und durch Mittheilung meiner ferneren Pläne ſo gut als möglich getröſtet hatte, hielt ich am nächſten Tage meine erſte feierliche Anffahrt bei Hofe, zur Abgabe meiner Creditive.
Nie werde ich dieſe erſte Audienz vergeſſen. Der König trug die Uniform eines Generalcapitäns ſeiner Fuß⸗ garden mit dem großen Bande des Ordens Carls III. In der düſtern Flamme ſeines Blicks offenbarte ſich die ganze Wolluſt der unumſchränkten Gewalt und der Stolz, viele Tauſende ſeiner letzten Bürger geopfert zu haben. Während unſerer Unterredung irrte ein beſtändiges Lächeln auf ſeinen Lippen. Aber dieſes Lächeln hatte nichts Mildes, nichts Herzliches. Es war mehr die ihm neue Verlegenheit, dem Bürger eines freien Staates gegenüber zu ſtehen, als Wohl⸗ wollen darin zu ſehen. Es war etwas im höchſten Grade Düſteres, Drohendes, Unerbittliches in den Zügen des Monarchen verborgen, ungeachtet aller Mühe, welche er ſich gab, ſie aufzuheitern. 2
Nachdem ich den König von dem Zwecke meiner Sendung nochmals unterrichtet hatte, gab er Befehl an die betreffenden Miniſter, die Unterhandlungen mit mir zu eröffnen und ihm Bericht über den Fortgang derſelben zu erſtatten. Dann winkte er gnädig, zum Zeichen, daß ich entlaſſen ſei. Da wagte ich es, den erſten Schritt zur Ausführung der Pläne zu thun, welche mich insbeſondere veranlaßt hatten, die ſchwierige Miſſion zu übernehmen. Unumwunden er⸗ klärte ich Sr. Majeſtät, daß ich als Baſis der Unterhandlungen auf Einſtellung alles ferneren gerichtlichen Verfahrens be⸗ ſtehen müſſe, welches durch Englands Einfluß gegen den Geſandten d'Onis und den Miniſter Caſa d'Nrujo, als hätten ſie im amerikaniſchen Intereſſe, gegen Spaniens Vortheil, die erſten Unterhandlungen wegen der Florida's geleitet, einge⸗ treten ſei, ſowie auf der öffentlichen Anerkennung ihrer Unſchuld. Höchſt aufgebracht nannte der König dieſe For⸗ derung eine unberufene Einmiſchung in ſeine königliche Prärogative und erklärte wie beiläufig, daß die engliſche Regierung keineswegs die von ihm anbefohlene Unterſuchung veranlaßt habe.
Da ich jedoch den Boden kannte, auf dem ich operirte, beharrte ich feſt auf meiner Forderung und der König be⸗
willigte endlich, jedoch nach manchem Einwurfe und einem Seitenblicke auf mich, der deutlich genug ausſprach:„Schade,
daß Du meiner Macht entzogen biſt,“ mein Verlangen.
Die große Geldverlegenheit, in welcher ſich Ferdinand
befand, führte ſchon nach einem Monate einen erwünſchten gleich mit ſ„ 1 Rie ſch c öüuſchie Silva, ungehindert mit mir abreiſen zu laſſen.“
Aufſchluß der mir übertragenen Geſchäfte herbei.
Zeit wurde auch das gegen Mendoza gefällte Urtheil vom
Novellen⸗Zeilung.
erwartet hatte. Mit höchſt gnädigen Worten dankte er mir für den Eifer, den ich durch den endlichen Abſchluß eines Ge⸗ ſchäfts bewieſen, welches ſchon ſo viele unangenehme Rei⸗ bungen zwiſchen den beiden Staaten verurſacht habe, und verſicherte mir, falls ich als Spanier von Geburt vielleicht hinſichtlich meiner eigenen Angelegenheiten in dieſem Reiche irgend einen Wunſch hegte, im Voraus die Gewährung meiner Bitte.
„Die Bitte um eine hohe Gnade verſpare ich bis zuletzt, erwiderte ich, mich tief verbeugend,„nachdem Ew. Majeſtät zuvor meine unterthänige Bitte um einfache Gewährung eines in den Landesgeſetzen begründeten Rechts zu bewilligen geruht haben.“
„Reden Sie frei, ganz frei, Senhor,“ entgegnete der Monarch, jedoch etwas erſtaunt, faſt neugierig, wie es ſchien, zu mir aufblickend, und lich fuhr fort:„Von einem Ihrer Unterthanen, Sire, vom Grafen Diego de Mendoza, kaufte ich ſchon vor mehreren Jahren einige in Valencia gelegene Güter. Es war laut dieſer in aller Form ausge⸗ fertigten Documente in einer Zeit, wo ihm im unge⸗ hinderten Beſitze aller ſeiner bürgerlichen Rechte auch die Be⸗ fugniß, mit ſeinem Eigenthume nach Belieben zu ſchalten, völlig zuſtand, nachdem es derſelbe durch den Ankauf anderer Grundſtücke in Pennſylvanien auf den Fall, daß er einſt Spanien zu verlaſſen wünſchen ſollte, hier entbehren konnte. Dieſe meine rechtmäßig erworbenen Beſitzungen ſind nun geſtern in der Meinung, Don Mendoza's Eigenthum zu confisciren, der Krone zuerkannt. Ich erlaube mir daher, jene Güter, als deren Eigenthümer ich mich durch dieſe Papiere vollſtändig nachweiſe, von Ew. Majeſtät ſubmiſſſeſt zu reclamiren.“
Schon hatte ich bemerkt, wie ſich in des Königs Zügen, der einige Male die dargereichten Papiere überflogen hatte, Zorn und getäuſchte Hoffnung abwechſelnd widerſpiegelten; indeſſen nahm er ſie zum dritten Male heftig zitternd aus meiner Hand und ſchleuderte ſie dann, als er ſich von der Rechtsgültigkeit der Unterſchriften, der Siegel und An⸗ gaben überzeugt hatte, ſo heftig auf einen neben ihm ſtehenden Pfeilertiſch, daß ein Cigarrenhalter nebſt einer ſilbernen Schale herabgeworfen wurden. Dabei ſchoß er giftige Blicke auf den in einiger Entfernung ſtehenden Procurator Uyarte und den Beichtvater Bencomo, welche damals die Vertrauten und Günſtlinge des Königs waren.
„Als eine Gnade aber,“ fuhr ich fort, ohne mich durch des Königs Au fwallung irre machen zu laſſen,„als den höchſten Beweis von Huld, den Ew. Majeſtät ſich vielleicht bewogen finden möchten, mir als Geſchäftsträger der Vereinigten Staaten jetzt beim Abſchiede zu beweiſen, würde ich es tief und innig dankbar anerkennen, wenn Sie geruhen wollten, Don Mendoza, der ſeit der Zeit, daß er durch den Ankauf von Gütern in Amerika dortiger Bürger geworden, meinem Dafür⸗ halten nach ſich ſo wenig als früher zu Schulden kommen ließ, wodurch er Ew. Majeſtät Ungnade verdient hätte, zu⸗ einem Schwiegervater, dem Grafen Rodriguez de
Als der König fortfuhr, mit feſtgeſchloſſenen Lippen in
Könige beſtätigt und öffentlich im Diaric de Madrid bekannt finſterem Schweigen zu beharren, ſetzte ich hinzu:„Der
gemacht. Jetzt erſt war der Augenblick gekommen, für welchen Letztere erlaubt ſich zugleich in a ich die meinem Herzen allertheuerſte Angelegenheit, die Ver⸗ Majeſtät Anerkenntniß über ein
wendung für den Freund, hatte aufſparen müſſen.
Ich hatte mich zur Abſchiedsaudienz gemeldet und er in Zukunft nur mit ſeinen wurde herablaſſender vom Monarchen empfangen, als ich es ihm zugehörende, am Montſerrat gelegene Schloß mit allen
ller Unterthänigkeit Ew. Darlehen von 30,000
Piaſtern caſſirt durch mich zurückzugeben und bittet ferner, da Kindern zu leben wünſcht, das
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