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dere Rückſichtsnahme auf Privatbriefe, Salongeſpräche, verborgene Conſpirationen, ja oft fernliegende Acten⸗ ſtücke, welche die geſchehenen Thaten aus dem Keim⸗ puncte der Abſichten und perſönlichen Leidenſchaften und Intriguen heraus zu reconſtruiren ſuchen. Ferner ſetzt der Politiker beim Publicum mehr Wiſſen voraus, als üblich iſt, um ungeſtört mitten in die Sache hineiugehen zu können. Gewöhnlich ſind wir auch eine ausführliche Auseinanderſetzung, ein einleitendes Eingehen auf die übrigen Zuſtände Europas gewohnt, ſobald es ſich um eine Geſchichtsdarſtellung handelt. Hören Sie dagegen, wie Guizot die ſeine anfängt, ſo werden Sie die obigen Bemerkungen beſtätigt finden; aber nachdem dieſes befremdende Gefühl überwunden, iſt auch von jedem Satze mehr durch die ächt franzö⸗ ſiſche, den Gegenſtand beherrſchende Sicherheit und Klarheit der Darſtellung angezogen werden.
Der Autor ſagt nach der ſtyliſtiſch eben nicht hochſtehenden Ueberſetzung:
Wenn die Revolutionen in ihrem Laufe ermat— ten, iſt das Schauſpiel der Enttäuſchungen und der Seelenbedrängniſſe ihrer Häupter, die lange Zeit mächtig waren und triumphirten, aber endlich den Tag erreicht haben, wo durch eine gerechte Vergeltung ihrer Fehler ihre Herrſchaft dahinſchwindet, ohne daß ihr Trotz ſich eines Beſſern belehren ließe oder ſich beugte, eine traurige, aber große Lehre. Unter ſich uneinig, wie zu Nebenbuhlern gewordene Mitſchuldige, verabſcheut als Bedrücker, geſcholten als Träumer, gleichzeitig voller Ohnmacht und voller ſchmerzlicher Ueberraſchung, erzürnen ſie ſich über ihr Vaterland, das ſie der Feigheit und Undankbarkeit anklagen, und winden ſich unter der Hand Gottes, ohne ſeine Züch⸗ tigung zu begreifen. Dies war nach dem Tode Crom⸗ wells das Loos aller Parteien, die ſeit der Hinrich⸗ tung Karls I. ſich um die von der Revolution Eng⸗ lands errichtete Regierung ſtritten, der Republikaner oder der Anhänger des Protectors, der Parlaments⸗ männer oder der Militärs, der Fanatiker oder der Politiker, der Ehrlichen oder der Corrumpirten.
Im erſten Augenblicke, unmittelbar nach des be⸗ rühmten Oliver Cromwells Tode, hatte der Eindruck dieſes großen Ereigniſſes und der Gefahren, die ihm zu folgen drohten, aller Uneinigkeit ein Ende gemacht und man faßte einen raſchen und einſtimmigen Ent⸗ ſchluß. Hatte Cromwell, wozu ihm die Einſetzungs⸗ urkunde des Protectorats das Recht gab, ſeinen Nach⸗ folger bezeichnet? Es ließ ſich darüber ſtreiten. Seine Familie und ſeine vertrauteſten Räthe erklärten, er habe in der Nacht vor ſeinem Tode in Gegenwart von vier oder fünf von ihnen ſeinen älteſten Sohn Richard ernannt; aber keine authentiſche und vom
Zeitung.
Protector unterzeichnete Urkunde beſtätigte dieſe Er⸗ klärung. Außerdem wollte ein beglaubigtes Gerücht wiſſen, er habe vor länger als einem Jahre durch ein geheim gebliebenes Schreiben einen Andern gewählt, ſeinen Schwager Fleetwood. Man hat dieſes Papier nicht gefunden, obgleich man es während der Krank⸗ heit Cromwells und ſelbſt auf ſeinen Befehl geſucht hatte; aber es konnte ſich wiederfinden, und mit welchen Gefahren drohte ein Kampf zwiſchen zwei Protectoren⸗ prätendenten Angeſichts eines Königsprätendenten! Zwei Männer, die zu den ergebenſten Freunden der Familie und zu den Angeſehenſten der Partei gehörten, Thurloe und Fiennes, begaben ſich auf der Stelle zu den vornehmſten Führern der Armee, unter andern zu Desborough und Fleetwood, beſprachen ſich mit ihnen ohne Umſchweife über die Lage, und fragten ſie, ob ſie ſelbſt in dem Falle der Entdeckung des früher vom Gerücht erwähnten Schreibens ſich verpflichteten, den letzten Willen Cromwells zu Gunſten ſeines Sohnes Richard anzuerkennen und zu achten? Fleetwood und Desborough übernahmen ohne Zögern dieſe Verpflich⸗ tung; der geheime Rath wurde ſofort zuſammenberufen und, in ſeine Mitte geführt, beſchworen drei Augen⸗ zeugen der letzten Augenblicke des Protectors, der Caplan Goodwin und die beiden Generalmajore Whalley und Goffe, daß ex Richard zu ſeinem Nach⸗ folger ernannt habe. Desborough erhob ſich und be⸗ ſchwor die Anweſenden, vor Gott zu erklären, wenn ſie einen Zweifel oder ein Bedenken auf dem Herzen hätten. Alle gaben ihre volle Beiſtimmung zu erkennen. Der Geheimrath überbrachte alsbald in Geſammtheit Richard ſeine Glückwünſche nebſt ſeinen Beileidsbe⸗ zeigungen. Strickland, Skippon und einige andere Mitglieder eilten nach der City, um dem neuen Herr⸗ ſcher einen günſtigen Empfang vorzubereiten; ein überall verbreiteter officieller Artikel meldete den Tod des Protectors und fügte die Worte hinzu:„Wir würden unter dieſen traurigen Umſtänden den Schmerz, der das Herz ſeines edlen Sohnes und Nachfolgers erfüllt, auszudrücken verſuchen, wenn Worte dazu genügten; aber Alles, was wir ſagen könnten, würde weit hinter den Verdienſten dieſes ſehr vortrefflichen Fürſten zurückbleiben.“ Am nächſten Tage, am 4. September, ward vor Whitehall, in Weſtminſter und auf den vornehmſten Plätzen der City im Beiſein des Geheimraths, des Lordmayors, der Aldermen und vieler Ofiiciere und Bürger der neue Protector feierlich proclamirt. Nach Beendigung der Ceremonie begab ſich der Lordmayor in feierlichem Aufzuge nach White⸗ hall, um ihm Glück zu wünſchen und ihm ſein Schwert
zu überreichen, welches Richard ihm alsbald zurück⸗ gab; der Caplan Goodwin rief auf die Perſon Sr.
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