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ander, zermalmte ſich, ein bewegliches Chaos von Ruinen wurde von dem Sturme und der See im Fluge umhergeſchleudert, und zwiſchen dieſen monſtröſen Wurfgeſchoſſen klammerten ſich Männer, Frauen und Kinder hier und da an und wurden durch das Werk der Zerſtörung zerſchmettert.
Indeſſen war es einer Anzahl dieſer Unglücklichen gelungen, zwei der Boote zu erreichen und ſich darin anzu— häufen. Das eine war mit Männern gefüllt, unter denen ſich nur ein Frauenzimmer befand, von dem man glaubt, daß es zu der franzöſiſchen Operngeſellſchaft gehört habe; das andere enthielt eine gleich große Zahl von Männern und Frauen. Alle waren faſt ganz von Kleidern entblößt. Das Meer hatte in ſeiner Wuth noch nicht nachgelaſſen. Die Boote ſchlugen jeden Augenblick um, wobei ſie jedesmal irgend einen der Unglücklichen verloren, die ſich in dieſelben geflüchtet hatten. In der Nacht ließ der Wind ſo weit nach, um ihnen zu erlauben, improviſirte Segel aufzuſpannen. Dieſe zwei Boote ſind gerettet worden; das eine ſtieß am 5. Oct. auf die Barke Fleetwing, von der die darin Befind⸗ lichen aufgenommen wurden; das andere iſt in Fernandina angekommen.
Epiſoden erzählen, heißt den Schrecken ſchwächen; es giebt deren indeſſen, welche nicht mit Stillſchweigen über⸗ gangen werden können; ſie ſind zahlreich und alle ſind ſchrecklich.
Herr Harris, einer der Ueberlebenden, erzählt ſeine wunderbare Rettung in folgenden Worten:
„Hier und dort ſchwammen Männer und Frauen um⸗ her, die ſich an Alles anklammerten, was ſie ergreifen konnten. Ihr Geſchrei verlor ſich in dem Heulen des Sturmes. Ich ergriff ein Stück Holz, mußte es aber fahren laſſen, um nicht von den herumſchwimmenden Trümmern zermalmt zu werden; einen Augenblick ſpäter kam ein Theil der Cajüte vor mir vorüber; ich kletterte darauf, wurde aber zehnmal wieder herabgeriſſen, ergriff ihn jedoch immer von Neuem wieder, wobei ich mir an ſpitzigen Stellen die Hände und die Glieder zerriß. So kämpfte ich zwei bis drei Stunden.
„Von meinem ſchwimmenden Vorgebirge konnte ich in manchen Augenblicken die ganze Scene überſehen. Ich ſah eine Art von Plateform, die von einem Theil des zerbrochenen Verdecks gebildet war, auf der mehr als hundert Geſchöpfe aufgehäuft waren, die ſich in allen Stellungen der Verzweif⸗ lung wanden. Ein Boot, den Kiel in der Luft, erſchien mir in einiger Entfernung; ich verließ meinen Zufluchtsort und ſchwamm hinter demſelben her. Ich erreichte es; mehrere Perſonen hielten ſich daran feſt, unter Andern auch der Rechnungsführer Allen. Wir kehrten das Boot um und ſetzten uns hinein. Wir waren unſerer Zehn. Da wir es nicht regieren konnten, ſo trieben wir uns den ganzen Tag auf dem Orte des Schiffbruchs umher. Des Abends verloren wir ihn aus dem Geſichte. Wir waren lange Stunden ins Seewaſſer eingetaucht geblieben; der Durſt begann uns zu quälen. Einige tranken Seewaſſer, wurden aber davon nur noch durſtiger; Andere tranken ihren Urin und fühlten davon einige Erleichterung!
„Ein Mann kam in unſerer Nähe vorüber, der ſich an ein Ruder geklammert hatte; wir nahmen ihn an Bord und hatten nun ein Mittel, das Boot zu regieren. Um 8 Uhr Abends trafen wir das zweite Boot, worin der zweite Lieutenant mit neun Perſonen war. Während der Nacht verloren wir uns aus dem Geſichte und am 5. Oct des Morgens wurden wir von der norwegiſchen Brigg Fleetwing gerettet. „Während wir in dem Boote waren, klammerte ſich eine
ungefähr achtzehn Jahre alte Franzöſin an den Rand deſſelben und hielt ſich mehrere Stunden lang daran feſt. Dreimal ſchlug das Boot um und dreimal ergriff ſie es wieder. Beim vierten Male war ſie zu ſchwach und ſie verſchwand. Wir waren ſelbſt viel zu erſchöpft, als daß wir ihr hätten beiſtehen können. Wir waren Alle mehr oder weniger verletzt und das See⸗ waſſer machte unſere Wunden ſchrecklich ſchmerzhaft.
„In demſelben Boote befand ſich der Capitän des Schiffes, Knapp; viermal ſtieg er wieder in daſſelbe ein, wenn es umgeſtürzt war; zuletzt ſtieß eine Bohle gegen ſeinen Kopf und tödtete ihn.
„Die folgende ſchreckliche Scene koſtete einem Franzoſen das Leben. In dem Augenblick, wo eines der Boote um⸗ geſchlagen war, entſpann ſich ein ſchrecklicher Kampf, um wieder in daſſelbe einzuſteigen. Ein Heizer und ein Fran⸗ zoſe fanden ſich einander gegenüber. Der Franzoſe rief unaufhörlich:«Meine Frau! Ich habe meine Frau verloren!⸗ Dieſe beiden Männer umſchlangen ſich einen Augenblick, dann machte der Heizer mit einer übermenſchlichen Anſtrengung eines ſeiner Beine frei und verſetzte ſeinem Gegner einen Fußſtoß gegen die Bruſt, worauf dieſer von den Wellen verſchlungen wurde.“
Schließlich wollen wir noch das Zeugniß mittheilen, das ſich in der Erzählung eines der 29 Ueberlebenden findet. Derſelbe ſagt:„Der Muth und die Ruhe, welche von der Mehrzahl der Paſſagiere, von den Frauen ebenſowohl wie von den Männern, an den Tag glegt wurden, verdienen eine wahrhafte Bewunderung. Als die Maſchine unbrauch⸗ bar wurde, fingen die Frauen mit einem bewundernswerthen Muthe an, das Waſſer mit allen möglichen Mitteln aus⸗ zuſchöpfen. Sie warfen alle Kleidungsſtücke bei Seite, welche ihre Bewegung erſchweren konnten. Uhren, Medaillen, Ringe, Brochen, Edelſteine lagen auf dem Verdeck überall umher. Kein Murren, kein Zögern, keine Ohnmacht.“
Der Liſte der Geretteten iſt noch ein Ueberlebender mehr hinzuzufügen. Der erſte Lieutenant, Namens Gouldsby, iſt in Mayfort⸗Mills auf der Küſte von Florida angekommen. Er hatte den Ort des Schiffbruchs mit einem Boote voller Frauen verlaſſen. Aber leider fügt dieſer Vorfall den ſchrecklichen Scenen, die wir beſchrieben haben, eine furcht⸗ bare Epiſode hinzu. Alle dieſe unglücklichen Frauen— nur zwei ausgenommen— kamen um, ehe ſie das Land wieder ſahen, und jene zwei kamen nur an, um im An⸗ blick der Küſte, ein paar Schritte von ihrer Rettung, im Augenblick, wo ſie landen ſollten, zu ſterben. Dieſe beiden Unglücklchen— Annie aus Rhode Island und Roſa Howard aus Nawyork— waren vor Verzweiflung, Hunger und Schreckm wahnſinnig geworden. Sie fielen in die See oder ſtürzten ſich ſelbſt hinein; eine von ihnen wurde von den Haifiſden verſchlungen; der Mann kam ganz allein, halb todt ais Land. Ein Brief aus Savannah hat dieſe ſchreck⸗ lichen Einzelheiten nach Newyork gebracht.
In dem Grade, wie ſich mehr Licht über das ſchreckliche Unglick verbreitet, ſcheint die Troſtloſigkeit zu wachſen. Es vird mehr und mehr zweifelhaft, ob der Evening Star in enem Zuſtande war, um den Paſſagieren die wünſchens⸗ werthe Sicherheit für ihre Ueberfahrt zu bieten.
Zuletzt noch eine kurze Notiz über den verunglückten Capitän Knapp. Derſelbe verzichtete vor drei Jahren auf ſeinen Stand als Seemann, weil ſeine Gattin bei jeder Serreiſe, die er machte, vor Angſt, daß er auf derſelben ſen Leben verlieren werde, erkrankte. Erſt im vorigen Jahre ſeh er ſich durch ſeine finanzielle Lage gezwungen, ſich ſeinem
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