7⁵8 Novellen⸗Jeitung.
richtet, die wie Leben gewinnend aus dem Bilde ihr freundlich zuzulächeln ſchien. Wohl konnte die ſchöne Frau tief ergriffen ſich fühlen in dem Gedanken, daß ihr Leben mit der Einfahrt in die valencianiſche Haupt⸗ ſtadt in eine Phaſe getreten war, wo ſie den Beiſtand aller Himmliſchen bedurfte.„Gnadenreiche!“ rief ſie und ſtreckte flehend die Hände empor zu dem Mutter— gottesbilde.„Du, die Du die Schmerzen der Liebe gefühlt, ihre ſüßen Freuden und ihr herbſtes Leid gekoſtet, ſtehe mir bei auf dem Wege, den ich zu gehen im Begriff ſtehe; verleihe mir Deinen Schutz, wo ich wanken ſollte!“ Dann ſank ſie auf ihre Kniee und betete ohne Worte, aber ihre Gedanken wurden zum Gebet, das ſie in dieſem Augenblick frei machte von aller irdiſchen Schwäche.(Portſetzung folgt.)
Gedichte von Karl Koch.
Die Wünſche.
Es rieſelt friſch und ſilberklar
Aus hartem Marmorfels die Quelle, Sie flieht den Ort, der ſie gebar, Und eilt dahin als raſche Welle.
Sie rieſelt hin von Fels zu Fels,
Will raſtlos immer weiter fließen, Verſchmäht der Blumen ſanften Schmelz, Die bunt am grünen Ufer ſprießen.
Sie hat in ihrem Murmeln, ach! Ihr Schwanenlied ſo früh geſungen— Die Quelle hat der wilde Bach, Der jäh im Thale rauſcht, verſchlungen.
Bezähme Deinen wilden Muth,
O Bach, mit Deinen raſchen Wellen: Du rauſcheſt nur, des Stromes Fluth Bis an des Ufers Rand zu ſchwellen.
Es eilt der Strom in ſchnellem Lauf, Verweilen iſt an keinem Orte,
Er ſprengt ſich Felſenthore auf
Und ſucht ſich durch's Gebirg die Pforte. Er ſchreitet durch der Eb'ne Plan
In majeſtät'ſchen Rieſenbogen,
Und wälzet in den Ocean
Bald ſchwellten Wünſche meine Bruſt, Erfüllung ſuchend in der Weite,
Doch, kaum ſich ihres Ziels bewußt— Schon eines größern Wunſches Beute.
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Wenn aus des Buſens ſtillem Reich Die Blicke ſich zu Sternen heben, Die hoch am Himmel, kalt und bleich, Dem Menſchen unerreichbar ſchweben:
Da fühlt das Herz ſo ſehnſuchtsbang,
Die Sterne ziehn dahin und ſinken;
Doch friſch erwacht des Wünſchens Drang, Sobald im Oſten neue blinken.
Ach, von der eitlen Wünſche Streit Wird nie das arme Herz geſunden, Bis in dem Meer der Ewigkeit
Sein banges Treiben Ruh' gefunden.
Liebesfrühling.
Wenn die Veilchen allzumal Auf dem Raſen ſprießen
Und im warmen Sonnenſtrahl Sauft die Bäche fließen,
Silberwölkchen in der Luft Kommen her geſchwommen;— Horch! wie froh der Hirte ruft: Frühling iſt gekommen!
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Mädchen, wenn Du, unbewußt, Thränen oft vergoſſen, Wußteſt ſelbſt nicht, ob der Luſt, Ob dem Schmerz gefloſſen,
Wehmuthsweich die Sehnſucht Dir Herz und Bruſt umfahet:
Holdes Mädchen, glaube mir— Liebesfrühling nahet.
Literariſche Briefe von Otto Banch.
Die truͤben, nimmerſatten Wogen. **
* „O Quelle, ſei mir alle Zeit
Ein Bild der ſel'gen Jugendſtunden,
Da noch mein Sehnen, Freud' und Leid, In meinem Buſen Raum gefunden.
Erzählungen von Turgénjew, deutſch von Friedrich Bodenſtedt. München, Rieger'ſche Uni⸗ verſitätsbuchhandlung.
Wir haben, wie Sie ſich erinnern werden, ſchon einmal über dieſen merkwürdigen Autor geplaudert und außerdem überhaupt bei anderer Gelegenheit über die ruſſiſche Novellendichtung geſprochen.
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