Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
757
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daß daß eine zumal im Frauen bört.

beeilte ſich um hatte dräfda Ad⸗ oden, mit niederſank.

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diener der Gräfin, um nach deren Befehlen wegen der künftigen Tagesordnung zu fragen.

Die eben ſo milde als ſchöne Frau, die für Jedes ihrer Umgebung ein freundliches Wort hatte, behielt ſich nähere Inſtructionen bis auf den kommenden Morgen vor und richtete zuletzt an den zeitweilig in ihrem Dienſt fungirenden königlichen Kammer⸗ diener die Frage:

Nun, Monſieur Jean, wie gefällt es Ihnen im Hauſe? Haben Sie ſich unten ſchon ein wenig umge⸗ ſehen, ſich einige vielleicht nöthige Terrainkunde ver ſchafft?

Gnädigſte Comteſſe, was könnte ich vorläufig ſagen? Die Leute des Hötels können mir ſchon ge⸗ fallen. Sind alle Dons und Caballeros, aber ganz affable, gefällig und zuvorkommender, als ich erwar tete. Es iſt nicht zu verkennen, daß ſie ſchon gute Manieren angenommen, ſeitdem meine Landsleute mit dem Marſchall Suchet hier eingezogen ſind. O, ich hatte die Ehre, ihn bei der Krönungsfeier des großen Empereur in Paris zu ſehen. Ein Held und ein Ca⸗ valier jeder Zoll von dem Marſchall. Wenn die Messieurs und les Dames in Valencia von derſelben ee die Monsieur l'aubergiste et Madame, ich

zufrieden. Aber, ſo ſagen ſie in Deutſch⸗

inter den Bergen wohnen auch Leutes,

chſelzuckend hinzu,wohl von manières moins ciVIlisées.

Ja, Monſieur Jean, entgegnete mit einem leichten Lächeln die Gräfin,dieſe ſind es, auf die man hier im ſpaniſchen Lande ein wachſames Auge richten muß. Vor ihnen hat man ſich zu hüten, um ſo mehr, weil ſie ſich aus den düſtern Gebirgsſchluchten in die Städte einſchleichen und nach willkommener Beute ausſpähen, gleichviel, ob nach Menſchen, die ihre Feinde ſind, oder nach ihrer Börſe und ſonſtigem Goldwerth. Laſſen Sie ſich ein Zimmer auf dem⸗ ſelben Corridor geben, von den unſrigen nicht allzu fern, wir könnten⸗Ihres ſchützenden Armes bedürfen; darum halten Sie ſich möglichſt in unſerer Nähe, falls Sie unten ja etwas hören ſollten, was uns nicht gut iſt. Das Weitere morgen, Monſieur Jean; laſſen Sie es ſich einſtweilen an nichts fehlen.

Monſieur Jean aber legte wegen des erſten Punctes wie betheuernd die Hand auf das Herz, dankte hinſichtlich des letztern für die Güte der gnä⸗ digen Gräfin und war im Begriff, nach einer reſpect⸗ vollen Verbeugung das Zimmer zu verlaſſen, als ihn die Gräfin, ſchnell ſich beſinnend, zurückrief.

Ziehen Sie doch bei dem Wirthe Erkundigung ein, ob der Marſchall anweſend und ob Rittmeiſter Winterfeld von unſeren Chevauxlegers in ſeinem per⸗

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ſönlichen Stabe ſich befindet, und was Sie darüber erfahren, melden Sie mir gleich!

Der Kammerdiener verbeugte ſich noch einmal und ging. Wohl ſah die Gräfin ein, daß bei aller wachſenden Sehnſucht weitere Schritte an dem bereits vorgerückten Abend nicht zu thun waren, und gab daher den wiederholten Bitten der treuen Zofe nach, ſich die bedürftige körperliche Pflege zu gönnen. Nach⸗ dem Roſette das Glätten und Ordnen der mitge⸗ nommenen kleinen Garderobe vollendet und zufrieden lächelnd das himmelblaue Seidengewand die Farbe, in der Baron Winterfeld, wie ſie erlauſcht, die Gräfin am liebſten ſah ganz unverſehrt erblickt hatte, ſetzten ſich Herrin und Dienerin zu der aufgetragenen Colla⸗ tion nieder.

Die Gräfin nur wenig, obgleich die Gerichte wider Erwarten nicht ſpaniſcher, ſondern einer exqui⸗ ſiten franzöſiſchen Küche zur Ehre gereichten.Fort⸗ ſchritt überall, wo ſich des Kaiſers Adler entfalten, ſagte ſie lächelnd, als der Diener eine Platte mit köſtlichem Geflügel und einer pikanten Sauce aux truffes auf die Tafel ſetzte, und nippte an dem Glaſe, in welches Roſettens Hand den feurigen Wein von Alicante hatte einperlen laſſen. Aber die Gräfin blickte bald ſehnſüchtig nach dem Alkoven, in dem ein mächtiges Himmelbett, mit einem Büſchel Straußfedern über der vergoldeten Krone, die müden Glieder der Erſchöpften aufzunehmen beſtimmt war..

Roſette fühlte aus ſich ſelbſt, was ihre Gebie⸗ terin jetzt insbeſondere bedurfte. Die Tafel wurde entfernt; bald war die Nachttoilette der Gräfin ge⸗ macht und Roſette im Begriff, ſich in das Nebengemach zu begeben, als ein leiſes Klopfen an der ſchon ver⸗ ſchloſſenen Hauptthüre ſie zur Umkehr veranlaßte. Es war Jean, der die Nachricht brachte, daß der Marſchall anweſend und ſo auch Monsieur le baron Winterfeld, der ſeine Wohnung gleich neben dem Regierungs⸗ palaſte habe.

O, wie danke ich Dir, mein Gott! lispelte die Gräfin, welche mit klopfendem Herzen die Worte des Kammerdieners erlauſcht hatte;jetzt iſt Friede in mir. Geh' nun, meine gute Roſette, möge Dir Dein Lager eine ſanfte Ruheſtatt ſein!

Das Mädchen hatte ſich in das anſtoßende Ge⸗ mach begeben und die Thüre leiſe angelehnt; auch die Gräfin trat in das Cabinet, um, wenn nicht gleich zu ſchlafen, doch zu ruhen nach der Abſpannung, in die ſie die letzten Reiſetage verſetzt hatten. Da fiel ihr Blick auf das nicht unſchöne Bild einer Madonna mit dem himmliſchen Kinde auf einem kleinen Betpulte, über dem die ewige Lampe brannte. Tief ergriffen

blieb ſie ſtehen, das Auge auf die Gottesmutter ge⸗