Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
755
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an demſelben Tage getroffen. Die beiden nicht wenig überraſchten Freundinnen wurden von dem Unternehmen in Kenntniß geſetzt, und von den beſten Wünſchen der Königin begleitet, begab ſich die Glückliche in einer leichten königlichen Halbchaiſe, von ihrer Diener⸗ ſchaft begleitet, auf den Weg nach Perpignan, von wo jeden Tag die Imperiale nach Barcelona abfuhr. Das königliche Empfehlungsſchreiben, welches von der Königin auf die Ueberbringerin, als die Gemahlin eines weſt⸗ phäliſchen Stabsofficieres ausgedehnt war, that ſeine volle Wirkung. General Chabert ließ es an nichts fehlen, was zur Erleichterung der ſchönen Reiſenden beitragen konnte, und am zweiten Tage befand ſich Julie Gräfin O. auf dem Wege nach Barcelona. Ob⸗ gleich eine ſchwärmeriſche Freundin der Natur, als welche ſie ſich ſchon in früher Jugend auf dem prächtigen, in einem der geſegnetſten Theile des ehemaligen Kur⸗ fürſtenthums Hannover gelegenen väterlichen Land⸗ ſitze bethätigt hatte, ließ ſie der Anblick der blauen Meeresfluth, wo ſie bei Roſas die Küſte berührte, faſt kalt. Faſt unbeachtet blieben die Veſten Figueras und Girona, wo es von Truppen aller Gattungen, von Badenſern, Naſſauern, Württembergern und Weſt⸗ phalen, von allen deutſchen Nationalitäten des Rhein⸗ bundes wimmelte. Ihre Gedanken weilten in Valencia, ſie eilten der pfeilſchnell dahinrollenden Imperiale immer viele Meilen voran.

Es war am vierten Morgen, eben Sonnenaufgang, als der Wagen die Höhen von St. Filin erreichte. Mit einem einzigen Blick überſieht man hier das große geſegnete Thal von Barcelona, rechts auf hohem Felſen von der Feſte Monjouy überragt, im Süden vom Mittelmeere beſpült, auf dem zahlloſe Schiffchen fortwährend gleich Schwänen einherziehen; wo, von Palmen überragt, zahlloſe Villen die einzelnen Höhen bedecken, wo ſchon als Vorboten des näheren Südens Ulmen und Feigenbäume von Reben dicht umſtrickt ſind. Der Gräfin Blick ward zum erſten Male längere Zeit gefeſſelt bei der Rundſchau über den reichgeſegneten Landſtrich, und als ſich zuletzt mehr und mehr das unab⸗ ſehbare Häuſermeer einer Stadt erhob, deren zahlloſe Thürme und Kuppeln golden im Morgenſonnenſtrahle erglänzten, da konnte ſie ſich des leiſen Ausrufes nicht enthalten:Erhaben und prächtig!

Es war Barcelona, die vielgerühmte große Handelsſtadt, in deren Manern die Gräfin bis zum folgenden Mittage Raſt halten mußte, weil die Poſt von Lerida abzuwarten war.

Die Reiſende hatte von den prächtigen Plätzen der Stadt nichts geſehen, außer den plazza de Goberno, an dem ihr Hötel lag, als ſie am folgenden Mittage wieder in die Imperiale ſtieg. Die Haſt, mit der

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ſie das Ziel zu erreichen ſuchte, hatte ja kaum zugelaſſen, ſich nach den bisherigen Reiſeſtrapazen gehörig zu erfriſchen.

Der Weg nach Valencia führt einige Stunden rückwärts über die prächtige alte Brücke des Llobregat bei Moulins del Rey. Gleich nachher aber windet ſich die Camina real in maleriſchen Windungen ſtunden lang durch ſchwarzes Felſengeklüft bis zum Gipfel des Pie von Ordal, wo anderthalb Jahre ſpäter die eng liſche Vorhut unter General Adams in einem ſchauer⸗ lichen Nachtkampfe aufgerieben wurde. Als der Wagen in das fruchtbare Thal von Villa franca hinabrollte, feſſelte der Anblick des Montſerrats, der ſich ohne andere Verbindung mit ſeinen Hunderten von Zacken und Spitzen unmittelbar aus der Ebene emporgipfelt, wie die Aufmerkſamkeit jedes anderen Reiſenden, auch die der Gräfin. Sie wurde es nicht überdrüſſig, das Wunder⸗ werk der Natur anzuſtaunen. Als zufällig aus dem nahen St. Pedro Morante die Vesperglocke ertönte, da glaubte ſie in ihrer lebhaften Phantaſie das Kloſter⸗ glöcklein von der Spitze des Felſens zu vernehmen. Eine Thräne feuchtete ihr Auge und mit gefalteten Händen lehnte ſie ſich in die Polſter zurück, bis der Wagen über das holprige Pflaſter der Hauptſtraße der Stadt Villafranca rollte und die Paſſagiere in fibrirender Bewegung erhielt, bis die Räder bei dem Minoritenkloſter St. Elvas, am Ausgange der Stadt, auf der ebenen Königsſtraße wieder Grund gefaßt hatten.

Raſcher ging die Fahrt, ſobald die Reiſenden die alte Feſtung Tarragona hinter ſich und den Ebro erreicht hatten, den ſie bei Ampoſta paſſirten.Ein Schluck Waſſer aus dem Ebro bringt Segen dem Kutſcher und den Mulos⸗Caballeros! Mit dieſen Wor⸗ tten ſchwang ſich der Zapal herab und lenkte ſein Vier⸗ geſpann zu dem flachen Stromufer, damit es ſich dort erquickte, während er ſelbſt zu wiederholten Malen mit der hohlen Hand einige Schlucke des grünlichen Waſſers zum Munde führte. Dann ertönte wieder der ermunternde Anruf an die Chica, an die Coro⸗ nella und wie die beiden anderen benannt waren, und die gelehrigen Thiere eilten im Fluge davon, während der gelenkige Burſche ſich bald auf das eine, bald auf das andere der Stangenthiere ſchwang und das Vordergeſpann von Zeit zu Zeit unter einem Ziſch⸗ laut nur leiſe mit der Peitſche berührte. So ging es ohne Unfall zwei Tage und Nächte fort, die Städte Venaroz und Alcala vorüber und hindurch, bis ſich im Angeſicht von Villareal, dem Fort Peniſcola gegen⸗ über, das auf ſchmaler Landzunge ſeine Schanzen auf ſteiler Höhe bis tief in das blaue Mittelmeer hinaus⸗

dehnt, wie durch ein gewaltiges Thor die unabſehbare