Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
744
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744 Novellen⸗Zeitung.

iſt volle Spontaneität darin, wenn der Menſch, gleich⸗ deshalb erfand er ſcharfe Werkzeuge aus Stein oder viel von welcher Gruppe und in welchem Erdtheil, Metall. Ganz wahr; aber viele Völker bedienten einen Kochtopf erfindet, ein Werkzeug zum Spinnen ſich und bedienen ſich noch zum Fällen der Bäume von Faſerſtoffen, Bogen und Pfeil, Keule oder Lanze, des Feuers. Holz wollten freilich beide haben, das wenn er in einer Hütte wohnt oder Thieren des war ein Antrieb aus dem Innern heraus; ſie ver⸗ Waldes nachſtellt und zur Viehzucht oder zum Acker⸗ ſchaffen ſich jedoch daſſelbe auf verſchiedene Weiſe.

bau gelangt. Das Alles braucht er nicht von Andern Uebrigens ſind in den früheren Entwickelungs⸗ zu entlehnen; er verfährt dabei ſelbſtſtändig, aus ſich ſtadien und auch da, wo die Menſchen überhaupt zu allein heraus. Man geht, beiläufig bemerkt, in unſeren keiner Entwickelung haben gelangen können, die Formen Tagen wie mit der Wanderungstheorie, ſo auch mit ſehr einfach. Wir finden den Tumulus, den Erd⸗ der Entlehnungs⸗ und Uebertragungstheorie manch⸗ haufen über der Grabſtätte und die Cromlechs über

mal gar zu weit. Viele Dinge, für welche man künſt liche Erklärungen hervorſucht, erklären ſich leicht und ganz von ſelbſt aus der Naturanlage.

die Erde weit verbreitet und daſſelbe gilt von der

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gleich, es iſt eine wahre Hallucination, die Pyramiden

Pyramide. Es kommt einer völligen Abſpurigkeit

Dieſe iſt allerdings ſehr mannigfach modifieirt, Mexiko's, Centralamerika's und Japans auf ägyptiſche

aber es haftet ihr ein allen Menſchen gemeinſamer Inſtinct an, durch welchen die einzelnen Meuſchen

Muſter zurückzuführen und die Erbauer derſelben vom Nil herkommen zu laſſen. Die Spontaneität, welche

und ganze Völker auf jeder einzelnen Stufe ihrer zur Errichtung derſelben antrieb, war in der alten

Entwickelung, ganz unabhängig von einander gewiſſe Ideen herausarbeiten und man kann ſagen, auch ge⸗ wiſſen Eingebungen folgen, welche eben jenen einzelnen Stufen eigenthümlich ſind. Aber dabei tritt nicht

etwa eine abſolute Einerleiheit hervor, ſondern eine

große Mannigfaltigkeit.

Wir dürfen uns keinen abſtracten Menſchen zu⸗ recht machen, der ja nirgends vorhanden iſt, ſondern müſſen individualiſiren. Wenn z. B. Comte in ſeiner poſitiven Philoſophie für dieMenſchheit drei genau unterſchiedene Stadien der Entwickelung annimmt: das theologiſche, metaphyſiſche und poſitive Stadium, ſo hat er in Bezug auf einige Raſſen und Völker

ganz recht, für viele andere aber nicht. Er ſagt, es

verhalte ſich damit ſo, wie mit der geiſtigen Ent⸗ wickelung beim einzelnen Menſchen; in der Kindheit werde Alles durch Autorität erklärt oder Mächten zugeſchrieben, die man nicht begreift; das Jünglings⸗ alter beginne für ſich ſelbſt zu denken und über meta⸗ phyſiſche Dinge nachzuforſchen, der Mann aber müſſe erkennen, daß alle Erſcheinungen einem Geſetz unter⸗ worfen ſeien. Dasſuggeſtive Princip erwache mit Nothwendigkeit im Geiſte des Menſchen, je nachdem ſeine Gewohnheiten und Bedürfniſſe es erfordern. Allerdings treibt daſſelbe den Menſchen, Gegen⸗ ſtände zu erfinden, welche er zur Befriedigung ſeiner taglichen Bedürfniſſe nöthig hat, und ſobald er eine größere Summe von Bedürfniſſen verſpürt, erfindet er mehr und Neues. So haben viele, aber bei weitem

iwnicht alle Völker den Pflug erfunden, denn in ganz entfanerika z. B. kannte man denſelben nicht, ſondern wurdete die Hacke; das Feld indeß beackerte man da ſie de dort. Man ſagt: der Menſch fühlte das Bedürfniß, wickelung, die ganz der Fime zu fällen, um Holz verwenden zu können, und Menſchengeiſtes bei ganz verſchiedenen Völkern tritt

wie in der neuen Welt die gleiche.

Wir finden auch gleiche Ausdrücke, Wörter, Redens⸗ arten bei Völkern, die niemals in näherer Berüh⸗ rung miteinander geſtanden haben können; jene haben

ihren Urſprung im Weſen des menſchlichen Geiſtes und in Empfindungen, welche Allen gemeinſam Die Entwickelung des menſchlichen Geiſtes, ſid Dingen und äußeren Umgebungen gegenüber, ur gleichartige Evolutionen durch; durch ähnliche Gegen⸗ ſtände werden ähnliche Eindrücke auf Geiſt und Ge⸗ müth hervorgebracht. Bei der Dunkelheit dachte der alte, verfeinerte Hellene ebenſowohl an den Tod, wie der amerikaniſche Waldindianer. V Die verſchiedenen Mythen, Sagen, Fabeln und andere Erzeugniſſe des menſchlichen Geiſtes, welche bei Völkern gefunden werden, die räumlich ſo weit voneinander getrennt ſind und ganz verſchiedenen Urgruppen angehören, zeugen ſehr oft nicht minder für die Urſprünglichkeit, die Spontaneität des menſch⸗ lichen Gedankens und der Einbildungskraft in vielen oder vielmehr allen Gegenden. Dieſe Erſcheinungen treten gemäß den Geſetzen auf, welchen der Menſchen⸗ geiſt in ſeinen verſchiedenen Entwickelungsſtadien folgt. Die Mythologie polyneſiſcher Völker hat manche An⸗ klänge an jene der europäiſchen.

In unſeren Tagen erregen die Feuerſteine aus der ſogenannten Steinperiode allgemeine Aufmerk⸗ ſamkeit. Wir finden dergleichen in ſehr verſchiedenen Gegenden und ſie gleichen in der Bearbeitung ein⸗ ander faſt auf ein Haar. Man iſt in verſchiedenen Zeitaltern und Ländern ſelbſtſtändig dahin gelangt, dieſelben gleichartig herzuſtellen. Dieſe Selbſtent⸗ unabhängige Evolution des

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