emen Sängerg,
l zarkem
authen
ierte
Schwelle-die Segel, du lieblicher Wind, Fächle mir Kühlung zu,
Treibe mein Lebensſchifflein geſchwind Hin zu ſeliger Ruh'.
Literariſche Briefe von Otto Banck.
Globus. Illuſtrirte Zeitſchrift für Länder⸗ und Völkerkunde, von Karl Andree. Hildburghauſen, Meyer's Verlag.
In dieſem uns gegenwärtig bis zum erſten Hefte des zehnten Bandes vorliegenden Unternehmen finden Sie in ununterbrochener Rüſtigkeit die löbliche Tendenz fortgeführt, den neueren Entwickelungen der Geogra⸗ phie, Ethnographie und Anthropologie Rechnung zu tragen. Da die überaus zahlreichen Illuſtrationeu ſo ſehr vorzüglich ſind, ſo löſt die Redaction eine doppelt ſchwierige Aufgabe, indem ſie ihnen einen Text zur Seite ſtellt, der das Intereſſe der gebildet⸗ ſten Kreiſe nicht minder lebhaft erregt, als ſie ſelbſt.
Ganz beſonders wendet ſich der würdige Heraus⸗ geder Andree der culturgeſchichtlichen Entwickelung des Menſchengeiſtes in Bezug auf die verſchiedene Bildungsfähigkeit der verſchiedenen Racen zu und bierfür liefert ihm die neuere Pflege der Anthropolo⸗ gie eine reiche Ueberſicht von Reſultaten, die er treff⸗ lich zu klären verſteht, ohne ſich dabei in optimiſtiſchen Utopien zu verlieren. Da dieſen Raiſonnements nicht genaue Theorie, ſondern eine beſonnene Thatſachen⸗ betrachtung zu Grunde liegt, ſo müſſen ſie jedem den⸗ kenden Freunde der Culturgeſchichte beachtenswerth ſein und wir wollen hier eine der weittragendſten Zuſammenfaſſungen des Autors hören:
Viele Völker und Stämme, ſagt er, haben niemals eine Entwickelung gehabt; ſie ſind immer auf einer ſehr niedrigen Stufe geblieben und nicht einmal über
das Hordenleben hinausgekommen. Sie haben nicht gewußt, mit ſich etwas anzufangen, ſich, ſo zu ſagen, aus ſich ſelber herauszuarbeiten und einen, wenn auch nur geringen Culturwerth zu gewinnen. Kommen ſie im Fortgange der Zeit in Berührung mit anders angelegten und begabten Menſchengruppen, dann zeigt ſich, daß ihnen die Anlage und Fäbigkeit verſagt ſei, gegenüber den activeren Elementen auszudauern, ſich mit dieſen in irgend ein Verſtändniß oder eine Aus⸗ gleichung zu bringen. An dieſem Mangel gehen ſie zu Grunde. Dafür liegen Beweiſe in Menge vor. Wir aber brauchen hier nur an die ſchwarzen Auſtra⸗ lier zu erinnern, von welchen zu Ende des laufenden
3
Folge 743
Jahrhunderts kaum noch eine Spur vorhanden ſein wird. Demſelben Schickſal ſind manche Stämme Süd⸗ und Nordamerika's anheimgefallen; es wird auch den Prairie⸗Indianern nicht erſpart bleiben und ebenſo⸗ wenig manche Horden im Gebiete des Amazonenſtroms verſchonen. Aus dem, was Vergangenheit und Gegen⸗ wart zeigen und lehren, können wir mit voller Sicher⸗ heit auf die Zukunft ſchließen. Hier erfüllt ſich ein Geſetz der Nothwendigkeit.
Wir wiſſen aus der Geſchichte und ſehen es auch heute, daß manche Menſchengruppen gar keine Ent⸗ wickelung haben, während bei anderen die Fähigkeit zu einer ſolchen in geringerem oder höherem Grade vorhanden iſt. Möglich erſcheint ſie nur bei ſolchen, die ſich zur Staatenbildung emporgearbeitet haben. Aller geiſtige und ſtoffliche Fortſchritt zum Höheren wird erſt durch eine ſolche möglich.
Die Art und Weiſe der Entwickelung bei cultur⸗ fähigen Völkern iſt ſehr verſchieden. Sie wird, ein⸗ mal, weſentlich bedingt durch die Raſſe und deren immanente und permanente Anlagen, durch die ihr von der Natur ſelber eingepflanzte Urbegabung, welche, wie die Geſchichte lehrt, nicht zu vertilgen iſt, ſodann auch durch Umgebungen, Klima, Weltlage und Welt⸗ ſtellung und noch manche andere Umſtände, deren Ein⸗ wirkungen ſich fühlbar machen.
Der einzelne Menſch wird ſelten über ein Jahr⸗ hundert alt, die meiſten Völker ſind, ſtaatlich genom⸗ men, nicht über ein Jahrtauſend alt geworden, aber die Raſſen dauern an und aus, noch keine von ihnen iſt ausgeſtorben oder abgelebt. Für die Annahme, daß das Menſchengeſchlecht, als Geſammtheit genom⸗ men, ſeinen Culminationspunct ſchon erreicht habe und ſchon wieder bergab gehe, finde ich gar keinen genügenden Grund.
Es läßt ſich nicht verkennen, daß die Natur auch in Bezug auf die Menſchen in Stufen gearbeitet hat; es iſt eine Gradation vorhanden. Wer dieſe verkennt, geräth in die Irre. In der Völkerentwicke⸗ lung giebt es keine plötzlichen Sprünge, ſondern all⸗ mälige Uebergänge; wir finden Evolutionen und Folge⸗ reihen auch auf geiſtigem Gebiete. Eins aus dem Andern!
Alle Menſchen, gleichviel, welchen Gruppen ſie angehören, weiſen eine Summe gleichartiger Anlagen
und Begabungen auf, haben dieſelben Bedürfniſſe,
folgen ähnlichen Antrieben, handeln in hundert und aber hundert Fällen gleichmäßig; man könnte ſagen ſie hätten genau denſelben Inſtinct, und in ſofern kaßt man behaupten, daß die Menſchennatur überallen: und dieſelbe ſei. Daſſelbe Bedürfniß ruft dieſe die
„Erfindungen zur Befriedigung deſſelben hervor. ten


