entfaltete, wie ſie früher noch nicht von ihr bemerkt
742 Novellen⸗ZJeitung.
land beſtimmten Briefe des kleinen Hofhaltes nach Perpignan zu beſorgen und die eingelaufene Corre⸗ ſpondenz von dort zurückzubringen, hatte ſich mit der Rückkehr an dem beſtimmten Wochentage ungewöhnlich verſpätet. Die Königin hatte ſich ſchon in ihr Schlaf⸗ gemach zurückgezogen, als der Gräfin O., welche an dem Tage den Dienſt hatte, die Ankunft des Send⸗ boten gemeldet wurde. In fliegender Haſt entnahm ſie die verſchloſſene Mappe den Händen der Kammer⸗ frau, holte den Schlüſſel vom Schreibtiſche der Kö⸗ nigin, um die Briefe zu ordnen und der hohen Frau die für ſie beſtimmten Depeſchen auf einer ſilbernen Platte zu überreichen. V
Die Königin war auf den Balcon getreten, um nach Corviſarts Vorſchrift noch einmal mit vollen Zügen die balſamiſche Luft einzuathmen, ehe ſie ſich zur Ruhe begab, als ein leiſer Aufſchrei in ihrem Rücken ertönte. Als ſie ſich umwandte, erblickte ſie die Gräfin, die in der einen zitternden Hand den ſilbernen Teller hielt, auf dem zwei mit dem königlichen Siegel verſchloſſene, an die hohe Gebieterin adreſſirte Schreiben lagen, mit der anderen bemüht war, einen Brief im gewöhn⸗ lichen Format an ihrem Herzen zu verbergen.„Um Gott, was iſt Ihnen, liebes Kind?“ fragte die Königin, die indeſſen näher getreten war;„Sie zittern— was iſt der Grund? Glauben Sie böſe Nachricht zu erhalten in dem Briefe, den Sie meinen Blicken entziehen wollen?“
„O, nein, ich hoffe nicht; und dennoch bangt mir — aber verzeihen Sie mir, allergnädigſte Frau, wenn ich zu einer Alteration die unſelige Veranlaſſung ge⸗ worden.“
„Liebe Julie,“ ſprach die Königin ſanft und legte eine ihrer Hände auf die Schulter der Gräfin, die noch immer bebend unter wechſelndem Erröthen und Erbleichen daſtand,„ſeien Sie offen, betrachten Sie mich als Ihre mütterliche Freundin, die, wenn nicht helfen, doch in ihrem Intereſſe rathen kann.“
Da ſtürzte die Gräfin in den ſie bewältigenden Gefühlen zu der Königin Füßen, nannte Winterfelds Namen und geſtand mit allen Nebenumſtänden Glück und Unglück, was ſie ſeit der Bekanntſchaft mit dem geliebten Manne kennen gelernt hatte. O, meine königliche Gebieterin, nur einmal noch möchte ich ihn ſehen, ehe eine mörderiſche Kugel ihn mir vielleicht auf immer entreißt!“
Die Königin drängte die Gräfin, die heute in ihrer Erregtheit durch Blick und Haltung neue Reize
wurden, ſich die nöthige Ruhe zu gönnen, ſobald ſie den Brief geleſen, der ja roth, mit dem Zeichen der Freude, nicht ſchwarz geſiegelt ſei— wie ſie
lächelnd bemerkte.„Bis morgen,“ ſchloß ſie ihre freundliche Ermahnung,„wird ſich ja wohl in unſeren Köpfen etwas gefunden haben, was vorläufig Ihren und des Freundes Wünſchen entſpricht. Gute Nacht, liebe Julie, folgen Sie bald nach!“ Dieſe aber küßte, entzückt über ſo viele, ſo unerwartete Theilnahme, die Hand der Fürſtin und zog ſich leiſe in das Vorzimmer
zurück. 3 (Fortſetzung folgt.)
Gedichte von Adolf Behliche.
Langſam zieht das grollende Wetter weiter,
Spärlich zuckt der blendende Blitz von ferne,
Leiſe rauſcht auf's dürſtende Gras der Regen, Wonne der Fluren.
Da erhebt das trauernde Haupt die Roſe,
Lauſcht dem Siegesſchmettern des kleinen Sängers,
Sprengt der Knospe hüllenden Kelch mit zartem Liebesgeflüſter.—
Nach des Tages laſtender Sorg' und Mühe
Oeffnet ſo zu ſeliger Luſt und Wonne
Liebesblick und tändelnder Scherz und ſüßes Flüſtern das Herz mir.
II.
Leiſe klingen Melodieen, Zittern an mein Ohr,
Von der Erde Jammer ziehen Sie mich ſanft empor.
Wonneſchauer, Sehnſuchtsgluthen Strömen durch mein Herz;
Auf der Töne Wellen fluthen Liebesluſt und Schmerz.
Ach! verklungen ſind die Lieder, Einzig blieb der Sinn,
Schaff' ihn mir vergebens wieder, Aller Schmelz iſt hin.
III.
Rauſchende Wogen, giſchender Schaum, Pfeilſchnell fliehet mein Schiff,
Wieget mich ſanft in glücklichen Traum Ueber manch' Felſenriff.
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