Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
741
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eufzte er, wen ile des Palais lens in Paris der haben, ein zebetete Frau So ſprach nen Pyrenäen entzogen Und Blick reichte,

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anders entſchied.C'est la maladie, an der auch Se.

Vierte

hatte, trat er mit den weſthpäliſchen Chevauxlegers in das gewaltige Kriegsſpiel ein, an dem ihm beſtimmt war, über zwei Jahre ein thätiger Theilnehmer zu werden.

Viel Großes hatte ſich indeſſen auf der thaten⸗ reichen Laufbahn des Kaiſers ereignet. Nachdem es ihm unter ſeiner perſönlichen Anführung gelungen war, Madrid wieder zu erobern und das britiſche Heer unter Sir John Moore ins Meer zu treiben, flatterten ſeine Adler nach nur wenigen Schlachten ſiegreich auch wieder vom alten Stephansthurme der Kaiſerſtadt Wien. Die Vermählung mit der Erzherzogin Marie Louiſe gab Deutſchland den lange erſehnten Frieden. Es ſchien, als ſollten mit den Jahren 1810 und 1811, dem berühmten Cometenjahre, welches den herrlichen Wein gab, der die Herzen der Rheinländer und auch vieler anderen Deutſchen mit Luſt und Freude erfüllte, die Waffenruhe eine dauernde und die Segnungen derſelben allgemein werden. Aber es war nur die verrätheriſche Stille, in welcher Napoleon die unge⸗ heueren Rüſtungen vorbereitete zu dem ruſſiſchen Sriege, der ſeinen Untergang herbeiführte.

Es war im Lenzmonate des letztgenannten Jahres, zeder Geſundheitszuſtand der Königin Catharina von zeſtphalen die Bedenklichkeit der Leibärzte erregte. lle angewandten Mittel erwieſen ſich als zwecklos. Has zunehmende en bon point der hohen Frau ließ e auf einen Anſatz von Hydropſie ſchließen, bis Lorviſart, des Kaiſers Leibarzt, den der König in

einer wirklichen Theilnahme für die Gemahlin ſchon wegen der ausdauernden Geduld, die ſie bei ſeinen unköniglichen Extravaganzen bewieſen, von ſeinem Bruder erbeten, der Sache auf den Grund kam und

Majeſtät der König von Württemberg leidet, lautete der Ausſpruch des eben ſo ſcharfſichtigen als kurz an gebundenen Arztes,Fettſucht, in Folge mangelnder kräftiger Bewegung, bei zu ſubſtantieller Nahrung. Ein Pyrenäenbad, Diät und etwas Bergſteigen, gra⸗ datim bis zu Stunden ausgedehnt, ſind die Mittel, die Ew. Majeſtät in wenigen Monaten vollſtändig reſtauriren werden, c'est tout, point de médecine Gest la nature que cure.

Dankbar vernahm die königliche Frau die aller⸗ einfachſte aller Vorſchriften. Schon nach wenigen Tagen waren die Reiſeequipagen gerüſtet. Der Ehrenſtallmeiſter von Buſch⸗Hühnfeld, ein Kammerherr, die Hofdamen Gräfinnen Pappenheim und v. O. und das jugend⸗ liche Fräulein von Spiegel waren, außer weniger Die⸗ nerſchaft, die einzige Begleitung der Königin. Gräfin

O. jubelte oft hoch auf im tiefen Innern; konnte

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ſie doch aus den Sierren der Pyrenäen in die ſpani⸗ ſchen Thalgründe ſchauen, in deren einem ſie den Heiß⸗ geliebten wußte.

Die Reiſe wurde in bequemen Tagefahrten zurück⸗ gelegt. Nach einem kurzen Aufenthalte in Paris, um der liebenswürdigen jungen Kaiſerin einen freundlichen Beſuch zu machen, die durch ihre Vermählung mit Na⸗ poleon I. gleiches Schickſal mit der königlichen Tochter von Württemberg trug, erreichte die Königin den kleinen Badeort Boulon im Campanes⸗Thale, die ſchönſte Zierde der Pyrenäen. Von hier führt ein bequemer Verbindungsweg nach Perpignan, der, als der gebahn⸗ teſte Paß von allen übrigen, das Gebirge durchſchneidet.

Es hatte nur weniger Tage gebraucht, um die königliche Frau einzurichten: bequem, aber gemüth⸗ lich, jede Etiquette ausſchließend, die das Hofleben den legitimen Kronenträgern zu einem nichts weniger als erquicklichen macht. Die Königin erklärte ſchon nach wenigen Tagen an der einfachen Mittagstafel, daß ſie ſich durch Befolgung von Dr. Corviſarts Vor⸗ ſchriften bedeutend erleichtert fühlte, und im lebhaften Dankgefühl trank ſie ein Glas Champagner, der nicht zu verbotenen Artikeln gehörte, auf des weiſen Mannes Geſundheit. Hatte die friſche, immer reine Ge⸗ birgsluft, die mit majeſtätiſchen Felſenpartieen und lachenden Thälern wechſelnde Umgebung am Tage zu immer länger werdenden Ausflügen verlockt, ſo ver⸗ ſammelte der Abend die hohe Damenwelt am Theetiſche. Lectüre und Muſik hielt den ſchönen kleinen Frauen⸗ verein oft bis in die ſpäte Nacht wach, und die heitere Laune, die der Königin ſchon als Prinzeſſin eigen war und als ihr ſchönſtes Eigenthum galt, zeigte ſich noch einmal unbeſchränkt, wie in der ſchönen Jugend⸗ zeit. Eine der Hofdamen ſchlief des Nachts, wechſelnd mit den anderen, im Zimmer der Königin. Julie v. O. war nicht glücklicher, als in den Nächten, die ſie von dieſem Dienſt frei ließen. Dann konnte ſie ſtundenlang vom Altane ihres kleinen Gemaches dem Laufe der glänzenden Sterne folgen, die im Süden hinabſanken, dahin, wo der Geliebte weilte, der jetzt durch nicht große Entfernung von ihr getrennt war; oder ſie nahm die Mandoline, die ſie von einem wan⸗ dernden Gitano gekauft hatte, und hauchte leiſe, unter kaum hörbarer Begleitung, die Worte:Ich liebe Dich, undDu haſt mein Herz in die ſommerlinde Nacht⸗ luft hinaus.

Was die Königin nur durch einzelne Andeutungen in den Hofkreiſen zu Caſſel über ein zwiſchen der Gräfin O. und dem Rittmeiſter v. Winterfeld be⸗ ſtehendes zartes Verhältniß vernommen, wurde der hohen Frau eines Abends zur Gewißheit. Der Courier der Königin, welcher die Pflicht hatte, die für Deutſch⸗