löſte ſanft ihre Hand aus der ſeinigen und ſank er⸗ ſchöpft in den Divan.
„Werden Sie nicht einige Worte der Hoffnung zu mir ſprechen, theure Gräfin?“ ſagte Winterfeld faſt ſchüchtern, nachdem er längere Zeit mit Entzücken auf den edlen Formen der ſchönen Frau verweilt hatte, die wie ein ideales Werk der Antike in den Kiſſen des Divans träumeriſch zurücklehnte.
Langſam richtete ſie ſich bei der leiſen Frage empor, ſtrich das dunkle Haar von der weißen Stirn und mit einem Blick, der Liebe und Vertrauen zu⸗ gleich ausſprach, ſah ſie zu ihm auf, als wolle ſie außer den eben gehörten noch andere Worte von ihm vernehmen.
Da ſank Winterfeld auf ein Knie und hauchte die Worte:„Gräfin, ich liebe Sie mit der ganzen Leidenſchaft der erſten Liebe; ich hoffe auf Ihre Gegenliebe, ohne die ich fern von Ihnen nicht zu leben vermag.“
„Baron Winterfeld! Sie ſind der edle Mann, den ich in Ihnen mir dachte, als unſere Blicke zum erſten Male ſich begegneten. Ich verehrte Sie lange, jetzt aber liebe ich Sie heiß und doppelt, weil Sie mir das erſte Geſtändniß erſpart haben. O, mein Winterfeld, mir ſo theurer Mann, ich bin verlaſſen! —— Niemand in der Welt, der mich wahrhaft bis dahin liebte, nur Schmeichler ſagten mir leere Worte. Ich habe nicht Mutter, nicht Bruder, nur eine Schweſter, die mir fern ſteht; dem Grafen, meinem Gemahl, der Sie wunderbarer Weiſe ſo beſonders rückſichtsvoll be⸗ handelt, bin ich, wenn nicht verhaßt, doch ein gleich⸗ gültiges Weſen, weil er ohne einen Erben bleibt für ſeine reichen Beſitzungen in Hannover. Deshalb, theurer Winterfeld, liebte ich Sie zuerſt als eine Schweſter, und endlich viel mehr, über Alles!“
Bei dieſen Worten umſchlang Winterfeld die Ge⸗ liebte und bedeckte ihren Mund und ihre dunklen Locken, die ihn gleich einem Schleier umwallten, mit heißen Küſſen.
„Jetzt genug, mein lieber, mein theurer Heinrich,“ ſagte die Gräfin, entwand ſich ſeinen Armen und deutete auf ein Tabouret zur Seite des Divans;„ich liebe
Sie mit meinem Herzen und meiner Seele, keine
Erdenmacht ſoll dieſe Liebe aus meinem Herzen reißen, ſelbſt wenn des Schickſals Fügung Sie zu einer Ver⸗ mählung veranlaſſen ſollte, wenn— ich älter geworden, wenn meine geringen Reize weniger Werth für Sie haben ſollten, als in der Gegenwart. Sie ſehen, ich bin offen; wer aber kann bürgen für das ſchwache menſchliche Herz? Nur Eins müſſen Sie mir ſchwören: dem Kaiſer treu zu dienen und keinem Anderen, ſo lange Ihr angeſtammter König nicht wieder Herr iſt
Novellen⸗Zeitung.
in ſeinem Lande. Keinem andern Banner ſollen Sie folgen, bis die goldenen Adler ſinken für immer. Ich liebe den Kaiſer, ſeitdem ich ihn in Erfurt auf dem Fürſtencongreſſe geſehen und ſelbſt mit ihm geſprochen habe.“ Sie hielt inne hier und heftete die ſtrahlenden Blicke feſt auf Winterfelds Auge.
Dieſer ſchien einen Augenblick nachzudenken, dann ſprach er, beſiegt vom Glanze der leuchtenden Augen ihm gegenüber, von dem zauberiſchen Lächeln, das um ihre feinen Lippen ſpielte, mit feſter Stimme die Worte:„Ich ſchwöre!“
„Und ich glaube!“ entgegnete die Gräfin, ſchloß die Rechte, die er zur Beſtätigung darreichte, in ihre
Hand und berührte ſeine Stirn mit dem roſigen Munde.
„Doch, kommen wir jetzt zu Ende, lieber Winter⸗ feld! Sie wiſſen, die Sachen gehen hier ſchnell; der Kriegsminiſter ſagte mir, daß Sie morgen Abend ſchon mit dem Armeecourier nach Frankreich abgehen müßten. Laſſen Sie uns Abſchied nehmen, nicht ſchwach und ohne Ceremoniell; wir haben glückliche Stunden ver⸗ lebt; noch ſchönere werden kommen! Schwer, kummer⸗ voll werde ich Ihre Abweſenheit ertragen. Ich konr ja nicht leben, ohne Sie faſt täglich, und waren nur Augenblicke, geſehen zu haben. Jetzt uß. mich in die grauſame Nothwendigkeit fügen, nur brie lich von Ihnen zu hören. Aber oft, recht oft!“ b ſie flehend, an ſeine Bruſt geſchmiegt.
Es war ein ſchwerer Augenblick, der letzte d Scheidens; aber mannhaft löſte Winterfeld ſich endli aus den ihn wieder und wieder umſchlingenden Arme preßte noch einen Kuß auf die in Thränen ſchwimme den ſchönen Augen und verließ das Gemach, in de er heute die für das Leben entſcheidende und d ſchönſte Stunde des Lebens gefeiert hatte.
„Wann werden ſie kommen, die von Julie mi verheißenen glücklichen Stunden?“ dachte Heinrich rech oft, während er auf der Poſtſtraße gen Mainz dahin rollte.„Wann werden ſie kommen?“ ſeufzte er, wen er Abends einſam die glänzenden Säle des Palais Royal während ſeines kurzen Verweilens in Paris durchwandelte.„Werde ich es je wieder haben, ein ſolches Glück, wie es mir durch die angebetete Frau im fernen Vaterlande gewährt wurde?“ So ſprach er zu ſich ſelbſt, als die Kette der grauen Pyrenäen ihm auch den Anblick von Frankreich entzogen und ihm der ſpaniſche Boden, ſo weit der Blick reichte, nur die Spuren des verheerenden Krieges zeigte, welcher das einſt ſo geſegnete Land zu einer ſchauererregenden Wüſte gemacht hatte.
Wenige Tage nach ſeiner Ankunft in Barcelona, wo Marſchall Suchet ſein Hauptquartier aufgeſchlagen
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