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ohne das, Officiere der ritt er, nicht ohne einige Beſorgniß, der Höhe in die Stadt hinab.
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„Nun, es iſt die Geſchichte vom Uriasbrief. Sie
ſind zum Rittmeiſter im erſten Chevauxlegersregimente
u Spanien ernannt; Sie wiſſen doch, was das be⸗
deutet? Seine Majeſtät glaubt ſich dadurch eines ge⸗
Nachdem er die beſtaubte Uniform mit einer V fährlichen Nebenbuhlers entledigt— ha!“ fuhr ſie in
andern vertauſcht, begab er ſich nach dem am Königsplatz, wo die Officiere von beiden Garde⸗ reiterregimentern bei ihrer glänzenden Mittagstafel, wozu der König das Silberzeug geſchenkt hatte, heitere Stunden verlebten. In der Erwartung, gelegentlich etwas ihn näher Betreffendes zu erfahren, ſah er ſich jedoch getäuſcht. Das Geſpräch drehte ſich, wie in Geſellſchaften von Reiterofficieren gewöhnlich, um Pferde und Wettrennen, beiläufig auch um den ſpaniſchen Krieg, der nach umlaufenden Gerüchten für die Fran⸗ zoſen eine üble Wendung genommen haben ſollte; es war zu Anfang des Jahres 1809.—
Sein erſter Gang am nächſten Morgen, noch ehe er ſich ins Hötel des Kriegsminiſters begab, führte ihn zur Gräfin O.— Vielleicht wußte ſie bei ihren aus— gebreiteten Verbindungen ſchon etwas über die Gründe des Königsbefehls.
Sie war abweſend, hatte jedoch die Weiſung hinterlaſſen, den Baron, falls er kommen ſollte, zu erſuchex⸗ ihre Rückkunft zu erwarten. Winterfeld begab ſich in den Salon, wo der Flügel ſtand. Zum Zeitvertreib begann er in den Notenheften zu blättern, und ſeine freudige Ueberraſchung iſt wohl ſchwer zu ſchildern, als er in einem der Gräfin geliehenen Cabier ein ſichtlich erſt kürzlich componirtes Lied erblickte, mit der Ueberſchrift:„Er hat mein Herz“ u. ſ. w.
Worte und Begleitung waren unverkennbar von der
Gräfin Hand.— Nun glaubte er aus dieſen Cou⸗ plets die Gewißheit von einem Glücke zu haben, das er bis dahin nur zu ahnen gewagt hatte. Er wurde geliebt von der ſchönſten, von der geiſtreichſten aller hohen Frauen in der Reſidenz.
In dem für ihn ſo verhängnißvollen Augenblick rollte der Wagen der Gräfin in das Portal, und ſie ſelbſt trat gleich darauf in den Salon, wo ſie Winter⸗ feld nach lieber Gewohnheit zu finden geglaubt. Ihr Geſicht war ungewöhnlich bleich; ſie ſchien erregt, als ſie Winterfeld die Hand reichte, der auf einen leichten Wink den Platz neben dem Seſſel einnahm, in den ſie ſelbſt hoch aufathmend ſich niederließ.
„Ich komme vom General Morio,“ brach ſie das einige Augenblicke zwiſchen ihnen herrſchende Schweigen. „Dahin bin ich auf heute Mittag beſchieden,“ entgegnete Winterfeld raſch.
„Auf Königsbefehl?“
Der Gefragte neigte lächelnd das Haupt und ſprach:„Sie kennen den Grund, meine Gnädige?“
Café Gouton gehobener Stimme fort,„als ob ich ihn liebte! Armer König! könig zu lieben vermöchte, die nur ein Herz hat für den Mann, der herzhaft genug iſt, nicht zu kriechen vor Sr. Majeſtät, weil dieſe der Bruder des allmächtigen Kaiſers iſt und dabei den Muth hat, allen Schein⸗ patrioten zu ſagen, daß er den Kaiſer verehrt, weil
Als ob eine Gräfin O. einen Schatten⸗
er ein Held, und zwar der größte des Jahrhunderts iſt. Und Sie, mein theurer, lieber Freund, ſind der Mann von ſolchem Herzen: ein Feind der Heuchelei und der Intrigue; der Beſchützer alles Edlen und Guten und der Frauen, die, wenn auch zu Zeiten ſchwach, doch nicht ohne einige gute Eigenſchaften ſind.“ Nach einer kurzen Pauſe fuhr ſie mit ſinkender Stimme fort: „Ja, lieber Winterfeld, auch ich bin ſehr, ſehr ſchwach; bei allem mir zur Laſt gelegten Stolz fühle ich nicht die Kraft in mir, die Rolle einer ſich opfernden Hermine zu ſpielen, wo ihr das Glück, das lang vermißte, zu lächeln beginnt. Ich bin ein Weib, geboren mit warmen Gefühlen, die ſich ſteigerten mit den Jahren, in denen ich vergeblich verſucht, nur etwas von einem Ideale in dem Grafen zu finden, dem man mich im ſchönſten Lenz der Jugend geopfert hat, um zwei alte Stämme zu verbinden und den ſeinigen aufrecht zu erhalten.“
Ohne Unterbrechung hatte Winterfeld den Wor⸗ ten der Gräfin gehorcht, den Blick in ihre tief dunkeln Augen verſenkt, deren Glanz jetzt durch vorquellende Thänen umflort wurde.
Jetzt nicht länger Herr ſeiner Gefühle, nahm er leicht die Hand der Trauernden, und die Gräfin zum nahen Flügel führend, deutete er auf das vorhin erwähnte Lied, welches noch oben auf dem Notenhefte lag. „Gnädige Gräfin,“ ſprach er kaum hörbar,„darf ich dieſe Stanzen mit Jemand in Beziehung bringen, dem Sie ſeit einiger Zeit Ihre Freundſchaft und eben jetzt Ihr ganzes Vertrauen ſchenkten?“
Die Gräfin warf erröthend einen Blick auf das zum Verräther ihrer Gefühle gewordene Blatt, einen andern auf den ſchönen Mann, der mit einem Blicke ihr nahe gegenüber ſtand, als könne er nicht ſchnell
genug die Antwort von den Lippen vernehmen, aus deren leichtem Zucken der innere Kampf zu erkennen war, der die Bruſt der ſonſt ſo ſtarken Frau ſtürmiſch bewegte. Nur aus dem Druck der Hand, die er noch in der ſeinigen hielt, fühlte er die Beſtätigung ſeiner Ahnung; denn ſchnell wandte ſie ſich von ihm ab,


