Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
723
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Vierte

Du mit einem Heere von Engeln ausziehſt, es wird ihm ein Schweif von Teufeln folgen. In Spanien und in Rußland habe ich mich an ganz andere Greuel gewöhnen müſſen. Doch von anderen Dingen! Alles iſt zu meiner Abreiſe bereit; mein Regiment wird erſt in einigen Wochen in's Feld rücken, um zu Regnier an der Unterelbe zu ſtoßen, wie ich heute von dem Oberſten eines weſtphäliſchen Infanterie⸗ regiments, das mit den Franzoſen gekommen, gehört habe. Der Verzug iſt mir um eines mir ſehr theue⸗ ren Weſens, einer hohen Dame willen, die am königlichen Hofe eine bedeutende Stellung einnimmt, lieb. Es iſt mein Geheimniß; es bleibe es auch für Dich, Niemand der Meinigen weiß ein Sterbenswort davon. Ich reiſe mit Tagesanbruch und nehme erſt dieſen Abend Ab⸗ ſchied, um den dringenden Bitten von Mutter und Schweſter auszuweichen, die mich in beſter Abſicht meiner Soldatenpflicht abwendig machen wollen. Mit Dir bin ich über dieſen Punct einig. Du ſtimmſt mir bei, daß ich mich durch blendende Trugſchlüſſe, die ſich jetzt in Aufrufen und Flugblättern hervorthun, nicht von meinem Pfade verlocken laſſen darf. Folge Du der Fahne, zu welcher Deine Ueberzeugung und Dein Pflichtgefühl Dich ziehen. Dabei wiederhole ich Dir meine Worte wenn GEreigniſſe, die ich jetzt noch nicht erwarten kann, mich meines Eides entbinden, ſehen wir uns wieder, vielleicht unter meinem Banner. Glaube mir, dann werde ich nicht blos aus ſtrenger Pflicht, ſondern mit warmer Neigung, mit treuer Vaterlandsliebe als deutſcher Mann kämpfen, in der freudigen Hoffnung, an dem Bau einer beſſeren Zu⸗ kunft wirken zu helfen. Ich fühle es, das iſt eine beſeligende Ausſicht, ein edleres Ziel, als auf Spa⸗ niens heißem Boden oder auf Rußlands Schneefeldern für Nie Pläne eines fremden Ehrgeizes zu bluten.

Tiefbewegt drückte er Freiwalds Hand.Ja, fuhr er nach einer Pauſe fort,ich hoffe es, wir werden einſt Waffenbrüder ſein und Anna's Hand wird ein noch feſteres Bruderband um uns ſchlingen. Sie ſoll beſtimmt die Deinige werden!

Als Heinrich v. Winterfeld am Abend dieſes Tages ſeinen Freund nach Hauſe begleitet und Abſchied von ihm genommen hatte, kehrte er zu den Seinigen zurück und verſchob es bis zur letzten Stunde, ſeine Abreiſe zu verkündigen. Seines Vaters ſtets beſonnene Stim⸗ mung machte es ihm leichter, den letzten Vorſtellungen ſeiner Mutter und ſeiner Schweſter den Ernſt ſeines Entſchluſſes entgegenzuſetzen, und er tröſtete ſie mit der Hoffnung auf nahes Wiederſehen unter glückliche⸗ ren Umſtänden. Bei Tagesanbruch verließ er leiſe ſein Zimmer, und als er Anna zuletzt in ſeine Arme ſchloß, flüſterte er ihr zu:Freiwald iſt ein ſehr edler Mann.

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O, wie danke ich Dir für das Wort, mein theurer, theurer Bruder! ſchluchzte Anna, und es war jetzt, als könne ſie den Scheidenden nicht aus ihren Armen laſſen. In dieſem Augenblicke wurden leiſe Tritte über ihnen hörbar und das Kammermädchen kam eilends die Treppe herab und überreichte Winter⸗ feld ein Medaillon an feiner goldener Kette, an welcher einzelne Glieder gebrochen ſchienen.

Habe es eben bei dem Aufräumen des Zimmers gefunden, der Herr Baron haben das ſchöne Bild wahrſcheinlich geſtern Abend bei dem Schließen der Koffer verloren; nur gut, daß die Träger es nicht ge⸗ funden haben, wäre Schade geweſen um das aller⸗ liebſte Ding, ſo flüſterte das Mädchen unter einem ſchlauen Lächeln und ſchien im Begriff, nach ächt Dresdener Weiſe noch mehr ſagen zu wollen, als Winterfeld die Redſelige unterbrach, indem er kurz dankend mit raſchem Griff das Medaillon aus ihren Händen nahm, mit dem Beifügen, weiter umzuſehen und der Schweſter zu übergeben, was ſich etwa noch vorfände. Die Zofe hatte ſich kaum entfernt, als Anna, ohne nach dem Medalllon zu ſehen, haſtig fragte:Heinrich, ein Geheimniß vor mir, Deiner treuen, Dich ſo innig liebenden Schweſter?

Ein Geheimniß ja, vor mir, vor Dir, vor der ganzen Welt! Aber ſieh hin, iſt ſie nicht ſchön, von überwältigendem Zauber?

Schön, ja, ſelbſt ſehr ſchön, entgegnete Anna, nachdem ſie einen langen prüfenden Blick auf das hingehaltene Bild geworfen hatte, welches, vom Strahl der eben aufgehenden Sonne beleuchtet, zu lächeln ſchien und einen wunderbaren Eindruck auf ſie machte; aber dieſe Schönheit, ſprach ſie leiſe weiter,iſt ganz eigenthümlich, ſie gefällt mir nicht, es iſt etwas Dämoniſches darin.

Einem Engel kann auch ein Dämon nicht wohl⸗ gefallen, entgegnete Heinrich haſtig.Ja, Anna, ſte iſt ein Dämon, aber auch mein Engel zur ſelben Zeit noch einmal, lebe wohl! Bei dieſen Worten knüpfte er raſch die gebrochene Kette, ſchlang ſie um den Hals und barg das Medaillon auf ſeiner Bruſt. Gott befohlen, theuere Schweſter, grüße alle unſere Lieben, und meine Bitte kein Wort über das ge⸗ heimnißvolle Bild! Du wirſt ſie erfüllen!

Anna neigte bejahend das ſchöne Haupt. Winter⸗ feld aber preßte noch einen heißen Kuß auf ihre Stirn. Hinter ihm fiel die Hausthür ins Schloß und Anna ſchlich ſchwankend unter der Laſt des Geheimniſſes in ihr Schlafgemach, wo ſie im doppelten Schmerz über den geſchiedenen Bruder ihren Thränen freien Lauf ließ.

Freiwald hatte nach Heinrichs Abreiſe weniger