Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
717
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Arie iſt vortrefflich, aber haben Sie Mitleiden mit mir; tödten Sie mich nicht, mein guter Signor Händel.

Von dieſem Augenblick an war Signora Cuſtozzi von ihrem Eigenſinn geheilt. Sie wagte es nie wieder, einem Manne zu widerſprechen, dem ſolche Ueberredungsmittel zu Gebote ſtanden.

Ein anderes Mal bemerkte der Operndichter Dr. Morell

dem berühmten Maeſtro, eine Stelle der Muſik gebe den

Sinn ſeiner Worte nicht treu. Hierauf ſchrie Händel außer ſich vor Wuth:Wollen Sie mir mein Fach lehren, Sie er⸗ bärmlicher Pedant? Ich ſage Ihnen, meine Muſtk iſt gut, aber Ihre Worte ſind nichts werth!

Hierauf ſetzte er ſich ans Clavier, auf dem er mit allen Kräften herumtrommelte und dann ſagte er zu dem Dichter: Das iſt meine Muſik; was haben ſie daran zu tadeln? Sie ſehen, daß ſie vollkommen iſt! Arbeiten Sie Ihr Stück um; es ſind Ihre Worte, die den Sinn meiner Muſik nicht richtig wiedergeben. C.

Das Gift à la mode.

Es ſind genug Kreuzzüge gegen dieſe herbe Subſtanz von einem ſtarken Geruch unternommen worden, welche Uebelkeit verurſacht, ungeſunde und unreinliche Gewohn⸗ heiten hervorruft, welche die Geſellſchaft in zwei Lager zerſpaltet und theilweiſe die Salons zerſtört hat. Iſt es noch nöthig, den Tabak zu nennen?

Der König Jacob I. von England ſchrieb ein Buch unter dem Titel:Haß dem Tabaksrauch. Er ging ſogar noch weiter und wollte die Tabaksraucher hängen laſſen.

Ein Sultan und ein Zar ließen den Tabaksſchnupfern die Naſe abſchneiden.

Ein Papſt excommunicirte die Perſonen, welche in der

Kirche Tabak ſchnupften.

Alles blieb nutzlos. Alphonſe Karr behauptete, und wohl nicht mit Unrecht, eine nützliche Pflanze würden ſolchen Angriffen nicht zu widerſtehen vermocht haben.

Man warf dem Miniſter eines Landes, der das Tabaksmonopol eingeführt hatte, vor, er fülle die Koffer des Staats, indem er zum Gebrauch des Tabaks ermuthige und folglich ein Laſter ausbeute. Seine Antwort lautete:

Suchen Sie mir eine Tugend auf, die mir eben ſo

viel einbringt.

Man braucht ſich ja nur daran zu erinnern, welche Schwierigkeiten zu beſiegen waren, um die Menſchheit zu beſtimmen, die nützlichen Kartoffeln anzunehmen.

Wir haben daher gar nicht die Anmaßung, ein ſo ein⸗ gewurzeltes Laſter zerſtören zu wollen, aber es iſt uns doch wohl erlaubt, zu hoffen, daß wir manchem Raucher eine wohlthätige Furcht einflößen, indem wir auf die Gefahren aufmerkſam machen, denen ſie ſich ausſetzen,

Es handelt ſich nämlich um nicht Geringeres, als um die Schwächung und zuweilen um den Verluſt des Geſichts durch die Lähmung des Augennervs in Folge des unmäßigen Gebrauchs des Tabaks. Wir wiſſen recht wohl, daß gar Viele ausrufen werden:Unmäßig! das mag ſein, aber ich bin ein mäßiger Raucher. Man warte und erfahre zuerſt, bei welcher Quantität die Mäßigung aufhört. Man höre den Doctor Sichel, der in Augenkrankheiten als eine Autorität gilt, welcher ſagt:Ich habe die Ueberzeugung gewonnen, daß wenig Perſonen während einer langen Zeit täglich mehr als zwanzig Grammes Tabak rauchen können, ohne daß ihr Geſicht und ſehr oſt auch ihr Gedächtniß dadurch

Vierle

volge. 717 geſchwächt werden. Unter Andern habe ich, vor ungefähr funfzehn Jahren, einen etwa vierzig Jahre alten Mann geſehen, der ganz allein durch zu vieles Tabakrauchen völlig erblindet war.

Doctor Sichel verſichert, die von ihm nachgewieſenen zahlreichen Zufälle könnten in keiner Art einer beſondern Anlage der Individuen zugeſchrieben werden, bei denen ſie beobachtet worden ſeien. Bei ſehr vielen der Raucher, um die es ſich handle, mußten die bezeichneten Unordnungen dem Tabak zugeſchrieben werden.

Wenn viele Raucher lange Zeit den Wirkungen des Tabaks widerſtänden, ſo liege das an der Art der Wirkung, der Narcotica, bei denen man dazu gelange, ſie in bedeuten⸗ den Doſen zu ertragen, wenn man dafür Sorge trage, ſich allmälig daran zu gewöhnen. Aber die mehr oder weniger bedenklichen Nachtheile, die Schwächung der Einſicht und des Geſichts, ſtellten ſich in der Länge doch ein. C.

Zeanne Aſtier.

Jeanne Aſtier war eines der hübſcheſten Mädchen in dem Quartier Saint Honoré in Paris; ihr Vater, der eine Tuchhandlung hatte, verheirathete ſie und überließ ſeinem Schwiegerſohn ſein Geſchäft.

Kaum ein Jahr nach ſeiner Verheirathung ſtarb dieſer erſte Gatte plötzlich. Jeanne zeigte ſich über ſeinen Verluſt ganz troſtlos, was ſie indeſſen nicht verhinderte, ſich nach Ablauf der Trauerzeit wieder zu verheirathen. Der zweite Gatte lebte zwei Jahre mit ihr und Jeanne nahm einen dritten, der wie ſeine beiden Vorgänger frühzeitig ſtarb. Ein

vierter hatte daſſelbe Schickſal. In Bezug auf dieſe Todes⸗ fälle waren in dem Stadtviertel die ſeltſamſten Gerüchte ver⸗ breitet. Die ſchöne Tuchhändlerin, wie man ſie nannte, war ſo mild, ſo liebenswürdig, ſo wohlthätig für die Armen; ſie ſchien über das Unglück, das ſie verfolgte, in dem es alle, V die ſie heiratheten, ſo ſchnell vom Leben zum Tode führte, ſo betrübt, daß man, anſtatt ſie für ſtrafbar zu halten, ſie nur

beklagte, indem man glaubte, der Teufel habe ſeine Hand im Spiel und er trage die Schuld, daß ſie allen ihren Gatten unwillkürlich Unheil bereite.

Nachdem ſie zwei Jahre als Wittwe gelebt, erreichte ſie ihr dreißigſtes Jahr und ſie ſtand in dem ganzen Glanze ihrer Schönheit, als ein junger Mann, Guillaume Lejay, ſich heftig in ſie verliebte. Wenig abergläubiſch trotzte er dem Tode, der ihn, wie man ihm von allen Seiten ſagte, er⸗ wartete, wenn er die Tuchhändlerin heirathete, und er wurde ihr fünfter Mann.

Die erſten Monate ihrer Ehe waren höchſt angenehm. Jeanne ſchien Guillaume ſehr zu lieben, und in einer Stunde, in der ſie ſich gegen ihn ganz offen ausſprach, geſtand ſie ihm, für ihre frühern Gatten nie Liebe gefühlt zu haben; ſie habe ſich über ihren Tod gefreut, weil ſie in ihnen die Eigen⸗ ſchaften nicht gefunden habe, die ſie in einem Gatten ſuche. Der Erſte, ſagte ſie,war ein Trunkenbold; der Zweite war untreu, der Dritte ein Spieler und der Vierte hatte einen heftigen, unerträglichen Charakter.

Dieſe vertraulichen Mittheilungen ließen Guillaume tief nachdenken und erweckten in ihm einen gewiſſen Verdacht, über den ſich Licht zu verſchaffen er ſich vornahm.

Er ging von dieſer Zeit an abſichtlich öfters aus und wenn er zurückkehrte, nahm er den Schein an, zu viel ge⸗ trunken zu haben. Anfangs wurden ihm Vorwürfe gemacht,