716 Novellen
Nach dem Staatsſtreiche vom 2. Dec. 1851 wurde Thouvenel nach Paris berufen, wo ihm die politiſche Direction im Miniſterium des Auswärtigen überwieſen wurde, und er beſorgte dieſe Functionen bis zur Zeit der Wiener Conferenzen. Im Jahr 1855 wurde ihm der Geſandtſchaftspoſten in Con⸗ ſtantinopel übertragen, wo er mit dem dominirenden Einfluß des engliſchen Geſandten, Lord Stratford de Redeliffe, und gegen die Anſprüche der öſterreichiſchen Diplomatie in der Frage der Donaufürſtenthümer zu kämpfen hatte.
In der Mitte der Schwierigkeiten, welche durch die italieniſche Frage erzeugt worden waren, wurde Thouvenel von Conſtantinopel abberufen, um am 4 Januar 1860 an Stelle des Grafen Walewski das Portefeuille der auswärtigen Angelegenheiten zu übernehmen. Die Rundſchreiben und Denk⸗ ſchriften, die er bei verſchiedenen feierlichen Gelegenheiten, unter andern auch bei der Annexion von Savoyen und Nizza, an den diplomatiſchen Körper und an die fremden Cabinete richtete, zeichneten ſich durch ihre glänzende Form und ihre lichtvollen Schlußfolgerungen aus und fanden viel Beifall. Eine ſeiner letzten Denkſchriften war die vom 18. Januar 1861, worin er die Nothwendigkeit einer verlängerten Beſetzung Syriens durch die franzöſiſchen Truppen nachwies. Er war der franzöſiſche Bevollmächtigte in den Unterhand⸗ lungen mit Belgien wegen des Abſchluſſes eines Handels⸗ vertrags, der am 1. Mai 1861 unterzeichnet wurde, und auch in der Schifffahrts und literariſchen Uebereinkunft. Ebenſo hatte der Kaiſer ihn am 3. März 1862 zum Präſidenten der Commiſſion ernannt, welche beauftragt war, die ſchwe— benden Fragen zwiſchen der Regierung von Aegypten und der Geſellſchaft des Suezcanals zu prüfen. In Folge einer Meinungsverſchiedenheit mit dem Kaiſer über die Politik, welche Frankreich in der römiſchen Frage einzuhalten habe, reichte Thouvenel ſeine Entlaſſung ein und am 15. Auguſt 1862 wurde Drouyn de Lhuys an ſeiner Stelle Miniſter des Auswärtigen, doch blieb ihm das Wohlwollen des Kaiſers geſichert.
Thouvenel wurde im Juli 1850 zum Commandeur des Ordens der Ehrenlegion, am 10. Januar 1854 zum Großofficier und am 14. Januar 1860 zum Großkreuz deſ⸗ ſelben ernannt. Seine Ernennung zum Senator datirt vom 17. Mai 1859. Die ſehr einträgliche Sinecure als Groß⸗ referendar des Senats übertrug der Kaiſer ihm nach dem am 28. Juli 1865 erfolgten Tode des Generals Hautpoul, der dieſen Poſten beinahe ſeit der Errichtung des Senats im Januar 1852 bekleidet hatte.
Außerdem war Thouvenel Präſident des Generalraths ſeines Departements und Präſident des Verwaltungsraths der Oſt⸗Eiſenbahn, was Alles dafür bürgt, welch' eines hohen Anſehens er ſich im öffentlichen und bürgerlichen Leben erfreute. Sein Andenken wird in Ehren bleiben. C.
Der Diamant ſchneidet den Diamanten.
Der nordamerikaniſche Obriſt R. B. Marcy erzählt in ſeinem Werke„Thirty Years of Army Life on the Border“ Folgendes:
Eine Abtheilung des Indianerſtammes der Keechis be⸗ ſuchte einſt mein Lager mit ihrem vornehmſten Häuptling, welcher ſagte, er habe einige wichtige Geſchäfte zu berathen, weshalb er eine Conferenz mit dem Capitän verlangte. Nachdem die Einwilligung dazu gegeben war, verſammelte er ſeine wichtigſten Leute, und als er durch die gewöhnlichen Präliminarien mit dem Tabaksrauchen gegangen war, ſtieg er
Zeitung.
auf, und voller Ceremonie begann er ſeine pomphaſte und blumenreiche Rede, die wie alle Reden von einem ähnlichen Charakter nichts enthielt, bis er zuletzt den wirklichen Gegen⸗ ſtand ſeines Beſuchs berührte. Er ſagte, er habe eine lange Reiſe durch die Prairien gemacht, um ſeine weißen Brüder zu ſehen und ſich mit ihnen zu unterhalten. Sein Volk leide großen Hunger und ſei nackt. Dann näherte er ſich mir mit ſechs kleinen Stäbchen, und nachdem er mir die Hand gedrückt hatte, legte er eines der Stäbchen in meine Hand, das, wie er ſagte, Zucker bedeute; das zweite ſollte Tabak bedeuten und die vier letzten Schweinefleiſch, Mehl, Whisky und wollene Decken, Gegenſtände, die nach ſeiner Verſicherung ſein Volk ſehr bedürfe und haben müſſe. Damit war ſeine Rede zu Ende und ſetzte ſich nieder, augenſcheinlich mit der an⸗ muthigen und ausdrucksvollen Art, womit er dieſen Theil ſeiner Aufgabe vollzogen hatte, ſehr befriedigt. Jetzt war die Reihe an mir, auf die glänzende Anſtrengung des Prairie⸗ redners zu antworten, was ich ungefähr in folgender Art that. Nachdem ich ſeinen Styl eine kurze Zeit nachgeahmt hatte, ſchloß ich meine Bemerkungen, indem ich ihm ſagte, daß wir arme Soldaten ſeien, die immer zu Fuß gehen müßten; wir ſeien des Zufußegehens ſehr überdrüſſig und wünſchten nichts mehr, als reiten zu können. Ich hatte be⸗ merkt, daß ſie ſehr ſchöne Pferde und Maulthiere mit ſich führten. Ich nahm daher zwei kleine Stäbchen, und indem ich das Verfahren des Häuptlings ſoviel wie möglich nach⸗ ahmte, legte ich das eine in ſeine Hand, wobei ich ihm ſagte, es bedeute nichts mehr und nichts weniger, als ein ausge⸗ zeichnetes Roß, und dann das andere, das ein gutes großes Maulthier bedeuten ſollte. Ich ſchloß meine Rede, indem iche ihm ſagte, ich ſei bereit, mit ihm Geſchenke auszutauſchen, ſobald es ihm gelegen ſei. Eine Zeitlang blickten die Indianer einander an, ohne ein Wort zu ſagen, aber ſchließlich erhoben ſie ſich und gingen fort, und ich wurde von ihnen nie wieder beläſtigt. C.
Die Ueberredungskunſt Händels.
Der große Componiſt des Meſſias beſaß neben einer herkuliſchen Körperſtärke zugleich einen ſehr reizbaren, heftigen Charakter. Eines Tages fiel es der Signora Cuzzoni, einer berühmten, ſehr hübſchen, aber zugleich ſehr eigenſinnigen und anſpruchsvollen Sängerin ein, die für ſie im Othon ge⸗ ſchriebene Arie Falsa imagine ſchlecht zu finden. Der Maeſtro fragt ſie ganz ſanft, von welcher Phantaſie ſie be⸗ fangen ſei. Er nimmt die Arie, ſetzt ſich ans Clavier und beweiſt ihr mit vieler Ruhe, daß die ganze Melodie vollkom⸗ men in dem Bereich ihrer Stimme liegt, kann aber von der Sängerin keine weitere Antwort erhalten, als:
„Ich habe geſagt, daß ich die Arie nicht ſingen will und ich werde ſie nicht ſingen.“
Das trug ſich im dritten Stockwerk eines von Signora Cuzzoni bewohnten reizenden Landhauſes zu, deſſen Fenſter wegen der großen Hitze ganz geöffnet waren.
Händel, der von einer außerordentlichen Lebhaftigkeit war, erhob ſich plötzlich, ergriff die Dame mit ſeinen beiden Händen und indem er ſie aus dem Fenſter hinaus hielt, fragte er ſie mit halberſtickter Stimme:
„Willſt Du meine Arie ſingen?“
„Barmherzigkeit! Zu Hülfe, zu Hülfeg,
„Willſt Du ſingen? Willſt Du ſingen?“
„Ich werde Alles ſingen, was Sie verlangen; Ihre
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