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die ſich bald in Drohungen verwandelten. Er ſetzte ſcheinbar dieſe Lebensart fort.
Eines Abens kehrt er zurück, geht zu Bett und ſtellt ſich, als ſchlafe er tief. Er ſieht, daß ſeine Frau ſich ihm nähert b und ſich anſchickt, ihm eine Bleiſchrote, die ſie in einem Löffel über einem Lichte hatte zerſchmelzen laſſen, ins Ohr zu gießen. Mit einem Sprunge erhebt er ſich, faßt ſeine Frau an der Kehle, ſchreit um Hülfe, ruft die Nachbarn herbei und ſchickt nach Gerichtsperſonen.
Der Proceß wird inſtruirt, auf dem Kirchhofe des innocents werden die Leichname der vier Gatten ausge⸗ graben und es ſindet ſich, daß ihr Tod dadurch herbeigeführt worden war, daß man ihnen geſchmolzenes Blei ins Ohr ge⸗ goſſen hatte.
Der Gerichtshof des grand Chatelet verurtheilte Jeanne, lebendig verbrannt zu werden, und dieſes Urtheil wurde auf dem Greve⸗Platz vollzogen.
In Folge dieſes Proceſſes erließ das Parlament eine Verordnung, welche verbot, einen Verſtorbenen zu beerdigen, ſo lange der Leichnam noch von keinem Arzte unterſucht worden ſei.
Jetzt iſt in Paris das Haus, worin Jeanne Aſtier ge⸗ wohnt hat, niedergeriſſen worden, um die Zugänge zu den neuen, großartigen Centralhallen zu erweitern. C.
Die lombardiſche eiſerne Krone.
Bei der Auswechslung des Friedensvertrags zwiſchen Oeſterreich und Italien wurde dem General Menabrea in Wien auch die lombardiſche eiſerne Krone übergeben, die nunmehr in den Beſitz des Königs von Italien über⸗ gegangen iſt, dem ſie auch mit vollem Rechte gehört. Da dieſe Krone eine der älteſten und merkwürdigſten iſt, ſo ver⸗ dient ſie wohl, daß wir unſern Leſern Näheres darüber mit⸗ theilen.
Theodolinde, die Wittwe Antharis', Königs der Lon⸗ gobarden, ſchenkte dieſe Krone ihrem zweiten Gemahl, dem Herzog Agilulph von Turin, der ſich derſelben bei ſeiner Krönung zum König bediente. Die Krone iſt von maſſivem Gold, aber im Innern derſelben iſt ein dünner eiſerner Reif, der von einem der Nägel gemacht worden ſein ſoll, deren man ſich zur Kreuzigung Chriſti bediente. Wegen dieſes Reifes hat man ihr den Namen„eiſerne Krone“ gegeben. Ein repu⸗ blikaniſcher Dichter hat dagegen behauptet, dieſer Reif ſei von dem Schwerte eines Barbaren geſchmiedet worden.
E settentrional spade di barbaro Torta in corona.
Wie dem nun auch ſein möge, nach dem Tode des letzten Königs der Longobarden wurde dieſe Krone in der Kathedrale von Monza niedergelegt und im Jahr 774 empfing Carl der Große ſie aus den Händen des Papſtes Adrian I. Bei der Krönung Friedrichs IV. im Jahr 1452 wurde ſie in Bologna bei der Krönung Carls V. benutzt.
Dieſe Krone diente auch am 26. Mai 1805 zur Krönung Napoleons I., und als der Kaiſer ſie auf ſein Haupt ſetzte, rief er:„Gott hat mir ſie gegeben; wehe dem, welcher ſie antaſten wird!“ Die Kaiſer Franz I. und Ferdinand I. von Oeſterreich bedienten ſich derſelben als Souveräne der Lom⸗ bardei gleichfalls. Im Jahr 1859 ſchickten die Oeſterreicher bei der Annäherung der franzöſiſchen und italieniſchen Armeen die Krone nach Wien, wo ſie im kaiſerlichen Schatze ſorgſam aufbewahrt wurde..
Novellen⸗
Indem der Kaiſer von Oeſterreich dieſes Kleinod dem
Zeitung.
König von Italien überließ, verzichtete er gleichzeitig auf das Großmeiſterthum des Ordens der eiſernen Krone, der von Napoleon I. am 5. Juni 1805 geſtiftet worden iſt, um eben⸗ ſowohl die in der kriegeriſchen Laufbahn, wie die als Dichter und Literaten Italien geleiſteten Dienſte zu belohnen.— Franz I. reconſtituirte 1816 dieſen Orden, um die Oeſterreich geleiſteten Dienſte zu belohnen, und die von dem erſten Stifter feſt geſetzte Zahl von 500 Rittern wurde aufs Unendliche vervielfältigt.. Eine Rente von ungefähr einer Million war als Dotation dieſes Ordens in dem Monte Napoleone eingetragen worden, welche Ludwig XVIII. durch ſeine Verordnung vom 19. Juli 1814 auf die fremden Orden übertrug. C.
Was iſt der der Grund, daß die Kinder von Jefferſan Davis einer katholiſchen Schule anvertraut ſind? Darüber berichtet ein Herr, welcher den Expräſidenten
Jefferſon Davis in ſeinem Gefängniß beſuchte, Folgendes:
Der Umſtand, daß ſein kleinſtes Kind in die Caſematte kam und in die Arme ſeines Vaters hinauf kletterte, der auf dem Sopha ſaß, gab der Miſtriß Davis die Veranlaſſung, einige Bemerkungen über ihre andern Kinder, beſonders über die in Canada zu machen. Biſchoff Green von der biſchöf⸗ lichen Kirche bemerkte dabei, er würde nicht gewagt haben, dieſen Gegenſtand zur Sprache zu bringen; da aber Miſtriß Davis es ſelbſt gethan habe, ſo fühle er ſich als Biſchof der Kirche, der ſie ſelbſt angehöre, verpflichtet, zu ſagen, er glaubte nicht, daß ſie klug gehandelt habe, als ſie ihre Kinder in ein Kloſter geſchickt, um dort unterrichtet zu werden. Hierauf entgegnete Miſtriß Davis:
„Ich war in Georgien und hatte gar kein Geld. Keine Lehranſtalt meiner eignen Kirche erbot ſich, meine armen Kinder zu unterrichten. Eines Tages beſuchten mich drei barmherzige Schweſtern und brachten mir fünf goldne Dollars, das ganze Geld, das ſie in der Welt beſaßen. Sie zwangen mich faſt, das Geld zu nehmen, aber ich nahm es nicht. Dann erboten ſie ſich, meine Kinder in ihre Schule in der Nachbarſchaft von Savannah aufzunehmen, wo die Luft kühl ſei und wo während der Sommermonate bequem für ſie ge⸗ ſorgt werden könne. Dann kam ein Anerbieten von einer Kloſterſchule in Canada, wohin ich ſie brachte, nachdem ich
dazu mit vieler Mühe von der Regierung die Erlaubniß er⸗
halten hatte. Es iſt wahr, ich wünſche nicht, daß meine Kinder Katholiken werden; aber Perſonen, die ſo gut ſind, wie der
Menſch möglicher Weiſe ſein und werden kann, ſind Katho⸗
liken geweſen, ſind es noch und werden ohne Zweifel es auch ferner ſein. Dieſe guten Menſchen reichten mir zuerſt ihre hülfreiche Hand und ich werde nie aufhören, ihnen dafür dankbar zu ſein.“ C.
Angeführt.
„Sie haben keine Kinder, Madame?“ ſagte der Beſitzer eines ruhigen Hauſes zu einer Dame, ehe er ihr die beſten Zimmer deſſelben vermiethete.„Sie ſind auf dem Kirchhofe,“ lautete die traurige Antwort. Der Hausbeſitzer ſtrengte ſich an, eine Thräne aus ſeinen Augen herauszupreſſen; der Miethcontract wurde unterzeichnet und am folgenden Tage erſchien die Dame, aber von zwei wilden Jungen begleitet. „Ich dachte, ihre Kinder wären auf dem Kirchhofe?“ ſagte der Hauseigenthümer.„Geſtern waren ſie allerdings dort, mein Herr,“ antwortete die Dame,„um ein paar Blumen
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