Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
712
Einzelbild herunterladen

Ihr Waldnachtträume, ihr ſeid nun entſchwunden, Waldeinſamkeit, des Dichters ſtille Luſt,

Ihr friſchen, himmliſch ſchönen Schöpferſtunden, Ich drück' euch ſcheidend an die warme Bruſt!

O ſieh, ein Sonnenlächeln taucht die Erde Noch einmal in des Lenzes Roſenſchein,

Der Menſch, er bettet ſich am trauten Herde, Und ſchließt ſein Glück in ſeine Hütte ein.

Literariſche Briefe von Otto Banck.

Sammlung gemeinverſtändlicher wiſſen⸗ ſchaftlicher Vorträge. Herausgegeben von Vir⸗ chow und Holtzendorf. Berlin, Lüderitz'ſche Buch⸗ handlung. 1866.

Da unſere Gegenwart an einem manierirten und ſpeculativen Beſtreben leidet, alles Wiſſenſchaftliche auf Biegen oder Brechen ſo zu populariſiren und in kindergartenmäßiger Tantengeſchwätzigkeit für Jung und Alt, Klug und Dumm faͤßlich und zugleich das Ernſteſte niedlich darzuſtellen, ſo wird es Ihnen eine ebenſo angenehme Erſcheinung ſein wie mir, hier und da einem Streben zu begegnen, das innerhalb der populariſirenden Richtung nicht aus den erlaubten Grenzen heraustritt. Zu dieſen erfreulichen Ausnah⸗ men gehört die obige Sammlung welche von ver⸗ ſchiedenen Fachgelehrten herſtamm. Es iſt in ihr das fragliche Thema ſtets in knapper Form, mit Klarheit, aber, Dank der richtigen Auffaſſung! durchaus nicht für die große, völlig ungebildete Menge oder für die ſpielende Jugend behandelt. Alle Vorträge ſind aber ſo gewählt, daß ſie zur Bereicherung des praktiſchen Lebens beitragen. So ſpricht Dowe z. B. über den Kreislauf des Waſſers auf der Oberfläche der Erde und erklärt die Waſſerbehälter, die ſich durch Verſenkung des Tagewaſſers, eingeſchloſſen von Thon⸗ ſohlen und Felſenſchichten, unter der Oberfläche bil⸗ den. Sie ſind die Reſervoirs für Quellen und Brunnen.

Oft hat die Natur, ſagt Dowe, vergeſſen, die Oeffnung für das Waſſer zu machen, aus welcher die Quelle hervorſprudeln ſoll, man muß ihr dann zu Hülfe kommen. Man durchſtößt die obere Schicht mit dem Erdbohrer und erhält auf dieſe Weiſe eine Bohrquelle, einen arteſiſchen Brunnen, ſo benannt nach der Grafſchaft Artois, wo ſie zuerſt in Europa ausgeführt wurden, der erſte in der Chartreuſe von Lillers im Jahre 1126. Die Steigkraft des Waſſers

Novellen⸗

Zeitung.

hängt natürlich davon ab, bis zu welcher Höhe der in der Erde liegende Waſſerbehälter mit Waſſer ge⸗ füllt iſt. So lange der Bohrer in der deckenden Schicht arbeitet, bleibt die Röhre trocken und füllt ſich dann ſogleich mit Waſſer, wenn die letzte Wand durchſtoßen wird, gerade wie die für Feuersgefahr in den Häuſern angelegten Röhren, die im Winter, um das Einfrieren zu vermeiden, leer gelaſſen werden, ſich augenblicklich füllen, wenn der Sperrhahn geöffnet wird.

Die Bewäſſerung der tiefliegenden Oaſen in der Sahara ſcheint ſeit den älteſten Zeiten durch arteſiſche Brunnen erfolgt zu ſein. Shaw ſagt von Wad⸗reag, einer Anzahl von Dörfern am Anfang der Sahara: Dieſe Dörfer haben keine Quellen. Die Einwohner verſchaffen ſich das Waſſer auf eine ſonderbare Art. Sie graben Brunnen von 100, manchmal von 200 Klafter Tiefe, bis ſie unter dem Sande einen Stein finden, dem Schiefer ähnlich, unter dem ſich das Bahar taht el erd, d. h. das Waſſer unter der Erde findet. Dieſer Stein läßt ſich leicht durchbohren, worauf das Waſſer ſo plötzlich und in ſolcher Fülle hervorbricht, daß die, welche man heruntergelaſſen hat, mitunter umkommen, obgleich man ſie ſo ſchnell wie möglich heraufzieht. Schon Olympiodor berichtet vom Graben ſo tiefer Brunnen in der großen Oaſe. Sie heißen Bahr in den Eroſionen des niedrigen Wüſtenplateau's, hingegen Schreia auf dem Plateau ſelbſt.

Als im Jahre 1854 nach der Schlacht bei Meg⸗ garin der General Desvaux in der Oaſe Sidi Raſched lagerte, bemerkte er, daß auf der einen Seite derſel⸗ ben die Palmbäume von dürftigem Ausſehen waren, während ſie anderwärts kräftig und geſund erſchienen. Als er nach der Urſache dieſer auffallenden Erſchei⸗ nung fragte, wurde ihm geantwortet, es mangle an

Waſſer, da ein Hauptbrunnen zuſammengeſtürzt ſei;

und da⸗ſie nicht die Mittel beſäßen, einen neuen zu graben, ſo ſähen ſie nun dem Tage entgegen, an welchem ihre Palmbäume keine Früchte mehr tragen wür⸗ den und ſie verhungern müßten. Allah wolle es ſo haben. Da beſchloß der General, auf ſeine eigne Verant⸗ wortung einen Bohrapparat aus Frankreich kommen zu laſſen. Sofort wurde ein Ingenieur des Hauſes Degouſée aus Paris berufen. Er fand die Sache ausführbar. Im folgenden Winter, nach viertägiger Arbeit einer Abtheilung Spahis, ſprudelte ein 4300 Litres in der Minute gebender Quell aus dem ver⸗ laſſenen Schacht. Die Eingeborenen eilten in Menge herbei, ſtürzten ſich über den geſegneten Quell und badeten ihre Kinder darin. Von allen Oaſen liefen jetzt Bittgeſuche um gleiche Begünſtigung ein und an fünfzig Brunnen ſind ſeitdem angelegt, ohne eine weſentliche Verminderung der Waſſermenge in den

lah ein Lan Brunnen an mäctig, d Nachban Quelle wieb die deswege er ſein gand ſchen Zaube bei ihn vei ditt Sbich der poröſen, füllen. So Eidreich der vollkommen auf den Ge Thonſchicht welche das haben ſich, gebildet, Jahre 183 der Kathen Juß Jwei Hu de Waſſers ge Fluth, wels Behandlun auch über Der kohle der Verdul

iebt in d

zu der mer Thauweite Decken d dunſtende aus durch gegenwäch vereinigen Vopfen n Kaltfinter en Ider

Eine