ſeiner Seite wie Opern⸗ einer Wette ich feſtäches degruͤßt, und mit einigen den zugeſtutzt
entgegnete des Barons Glocken ihre oder ſchwarz, hl ſein, daß
d;—„wenn uß, muß auch leiden. Das die Menſchen ld vor jenem dag er ihntm rungen. Und d, mögen nun greich wehen? in, ſchon drei brig, als ge⸗ mir vielleicht Das aber iſt Künſtlern ſo
icher, lieber
weſtphäliſche and ſie findet, mag ich nicht ſpielen vid.“ . Winterfeld den belebten
— den ſie durch zarte Neigung gefeſſelt war.
Straßen, als alles kriegeriſche Gepränge und politiſches Treiben ihm hätten gewähren können.
Es war das Oſterfeſt der Ruſſen. Ueberall ſah man die ruſſiſchen Krieger, ſowohl Officiere bis zum General, als auch Gemeine, bei der Begegnung mit drei Küſſen ſich begrüßen mit dem freudigen Rufe:„Chriſtus iſt erſtanden!“ und der Erwiderung:„Wahrhaftig auferſtanden!“ worauf ſie die rothen Eier austauſchten, die ſie in der Hand hielten.
Freiwald, der ſeinen Vater vor einigen Jahren auf einer Reiſe nach Petersburg begleitet und ſich eine ziemliche Kenntniß der ruſſiſchen Sprache erworben hatte, trieb ſich gern unter den fremden Kriegern umher, die ihn umringten und neugierig mit tauſend Fragen beſtürmten, unter welchen man die am meiſten hörte:„Wie weit und wo geht der Weg nach Paris?“ Er kam auch täglich nach Winterfelds Hauſe, in dem mehrere ruſſiſche Officiere einquartiert waren, um das Verſtänd⸗ niß zu erleichtern, oder gegen etwa ungebuͤhrliche Anforderungen Hülfe zu ſchaffen. Selbſt die be⸗ ſchwerlichſten Gäſte verſtand er höflich und geſchmeidig zu machen, indem er in der öſtlichen Ecke des Zimmers
das bunte Bild eines ruſſiſchen Heiligen an der Wand
befeſtigte und ein Lämpchen davor anzündete.—
Um die Mitte des Aprils hatte er einen Brief von ſeinem Vater erhalten, begleitet von ſeiner Zu⸗ ſtimmung und einer Anweiſung auf eine Summe, mehr als ausreichend zu ſeiner Ausrüſtung. Schon am Tage des Einzuges der Monarchen war Alles zu ſeinem Aufbruche bereit, als er acht Tage ſpäter an dem Fieber, welches ſich bereits mit den aus Rußland zurückkehrenden Truppen verbreitet hatte, gefährlich erkrankte. Heinrich war ſein treuer Pfleger, und die tief bekümmerte Anna hatte wenigſtens den Troſt, täglich Nachricht von dem Manne zu erhalten, an Sie ſchickte dem Kranken die auserleſenſten Erquickungen; doch ihr gepreßtes Herz ſchlug erſt dann wieder frei, als der Bruder in den erſten Tagen des Mai, die frohe Botſchaft brachte, daß jede Gefahr verſchwunden ſei. Freiwald erholte ſich ſchnell und die Beweiſe von Anna's zarter Theilnahme, welche Heinrichs Mit⸗ theilungen ihm verriethen, beſchleunigten im Verein mit ſeiner ſonſt kräftigen Natur die Fortſchritte der Geneſung.
Die kriegeriſchen Ereigniſſe hatten jedoch während Freiwalds Krankheit eine Wendung genommen, die ſeine Pläne abermals ſtörten. Die Heere der Ver⸗ bündeten zogen ſich nach der unglücklichen Schlacht bei Lützen an die Elbe zurück. An demſelben Tage aber, wo Freiwald an Heinrichs Arm zum erſten Male wieder nach Winterfelds Wohnung ging, am
Vierle Holge.
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8. März, ſchallte über den Strom herüber das feſtliche Geläut der Altſtadt, das Napoleons Einzug begrüßte. Sie ſahen, als ſie an der Brücke vorüber gingen, noch die Trümmer der von den Ruſſen nach ihrem Ab⸗ marſch angezündeten Nothbrücke rauchen, während eine brennende Schiffbrücke mit hochaufſteigenden Dampfſäulen den Strom hinabſchwamm. (Fortſetzung folgt.)
Gedichte von Marg. Pilgram ⸗Diehl.
Zertritt ſie nicht, die Blüthenkränze.
Zertritt ſie nicht, die Blüthenkränze, Womit die Jugend ſchmückt das Haupt, Das Leben giebt nur kurze Lenze,
Der Sturm ſie früh genug entlaubt.
Entblättre nicht die junge Roſe, Die jubelnd aus der Knoſpe ſprang, Auch ſie verfällt dem ird'ſchen Looſe, Ein Sonnentag iſt ja nicht lang.
Zerdrück' ſie nicht, die Freudenzähre,
Die ſchmerzlos klarem Born entqulllt, Der Perle gleich, die ſich dem Meere Entringt, der Reinheit edles Bild.
Und ſiehſt ein Kind du im Gebete,
— Das Engelsantlitz fromm verklärt, In heil'ger Scheu zur Seite trete, Ein Kindeslallen wird erhört.
Zerbrich es nicht, das Herz, das reine, Das kindlich liebt— und Alles giebt. Ihm liegt im ew'gen Sonnenſcheine
Die Erde— denn es liebt, es liebt!
Abſchied.
Ich liebe euch, ihr letzten Sonnentage,
Mit eurem letzten, flüchtig ſchönen Glanz, Durch meine Wälder rauſcht die Abſchiedsklage, Der Sturm beginnt den wilden Blättertanz.
Gewaltig rüttelt er die ſtolzen Eichen Und reißt den letzten Schmuck von ihrem Haupt, Die Waldeskönigin, ſie muß ſich beugen,
Auch ihre Krone wird des Herbſtes Raub!


