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Vierte
ſchen zurückhalten ſollen. Der Brief wäre ja doch wohl hinübergekommen, ohne daß Sie und Heinrich ſo augenſcheinlicher Gefahr ſich auszuſetzen brauchten.“
„Du mußt aber wiſſen, liebe beſorgte Schweſter, daß ich ſelbſt eine nicht weniger wichtige Depeſche zu expediren hatte. Wenn ich nicht ſchleunig Rechen⸗ ſchaft von den Umſtänden gebe, die mich längere Zeit, als vorausgeſehen, hier zurückhalten, dürfte ich in Caſſel leicht als ein Uebergänger angeſehen werden, zumal mein ächtpreußiſcher Name Winterfeld wohl einige Vermuthung dazu geben könnte. Mein Brief muß in den nächſten Tagen beim Oberſt v. Oſterhanſen ſein, der in ſolchen Dingen keinen Spaß verſteht.“
„Ach, wenn Du doch nie Deinen geſtrengen Herrn Oberſt wiederſäheſt!“ entgegnete Anna.„Die Sachen ſind jetzt in den Wendepunct getreten. In wenigen Tagen haben wir die Preußen und Ruſſen hier; ſie werden vorwärts gehen und der Entſcheidungs⸗ kampf wird nicht auf ſich warten laſſen. Helfen Sie mir doch, Herr Freiwald, den hartnäckigen Bruder zu bezwingen.“
„Liebe Anna,“ ſprach Heinrich mit ernſtem Tone, „ich ehre die Meinung meines Freundes, aber er ſelbſt wird auch die Gründe würdigen, die mich be⸗ ſtimmen, der Fahne und dem Kriegsherrn treu zu bleiben, dem ich geſchworen, ſo lange die Fahne des Kaiſers noch weht und Jerome König in Weſtphalen iſt, werde ich ihr folgen. Hat der König aufgehört zu regieren— nun, dann bin ich meiner Pflicht enthoben, und ich kann die Fahne wählen, die zur Erreichung großer Zwecke führt.“
„Fräulein,“ nahm Freiwald das Wort,„Heinrich iſt nur gerecht wegen mich in ſeiner Vorausſetzung, daß ich ſeine Gründe vollkommen würdigen werde, die ſich auf die Kriegerehre ſtützen. Aber wenn ich ſelbſt nun recht bald, wie es die Pflicht einem deutſchen jungen Manne es gebietet, die Palette mit dem Schwerte vertauſche, wird er mir gewiß nicht zürnen, mich nicht verdammen, wenn ich nur unter Bannern kämpfe, die für Deutſchlands gerechte Sache wehen. Sollte mir dann, was Gott verhüten wolle, das Loos zu Theil werden, ihm feindlich gegenüber zu ſtehen, ſo würde ich mich damit tröſten, daß wir uns endlich doch unter einem gemeinſamen Banner wiederfinden werden.“
Heinrich's Eltern traten jetzt herein und er⸗ kundigten ſich nach den Vorfällen in der Altſtadt. Herr v. Winterfeld hatte keine entſchiedene politiſche Geſinnung, und hatte gegen die Fremdherrſchaft im
Vaterlande nicht eben viel einzuwenden, ſofern ſie
nicht nachtheilig auf ſeine Vermögensverhältniſſe ein⸗ wirkte. Er hatte ſeine bedeutende Beſitzung im König⸗
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Folge. 707
reiche Weſtphalen vor zwei Jahren nur deshalb vexkauft, um in der Lauſitz ein mehr günſtig gelegenes Land⸗ gut zu acquiriren. Dieſes aber hatte er ſeit einiger Zeit wieder verpachtet und verlaſſen, als die verbündeten Heere ſich aus Schleſien gegen die ſächſiſche Grenze in Bewegung ſetzten.. „Nicht wahr, lieber Freiwald,“ wandte er ſich zu dem jungen Manne—„als wir im letzten Sommer das Vergnügen hatten, Ibhnen auf Ihrer Wanderung durch die Lauſitz zu begegnen und im Kloſter Mariaſtern die fröhliche Nacht erlebten, dachten wir bei den Siegesnachrichten aus Rußland nicht daran, daß wir die Koſacken hier an der Elbe ſehen würden. Sie ſind keiner von Napoleons Freunden, Sie haben es mehr als einmal offen erklärt, und dennoch glaube ich Ihnen ſagen zu können, daß der Kaiſer und ſeine Heere noch lange nicht ſo reducirt ſind, als Alexander und der König von Preußen zu glauben ſcheinen. Im December war ich zufällig in Dresden, als er in der kalten, ſtürmiſchen Nacht, in Pelze gehüllt, auf einem einfachen Schlitten ankam. Ich ſah ihn vor dem königlichen Schloſſe abſteigen. Welch' ein Abſtand gegen die Prunkfeſte im Sommer, wo er wie eine Sonne unter Planeten weithin ſeinen leuchtenden Glanz verbreitete. Ich glaube mich nicht in meiner Ahnung zu täuſchen, die mir den Mann in einem neuen großen Contraſt hier vor die Augen führt.“
„Das wolle Gott in ſeiner Gnade verhelfen,“ ſprach ſeine Frau,—„nein, nein! Ich halte zu Herrn Freiwald, und hoffe und bete, daß das gequälte Deutſchland endlich Ruhe und dauernden Frieden erhält. Ich werde mich freuen, wenn er ſelbſt für die gute Sache das Schwert zieht und wenn Tauſende, gleich ihm von hohem Patriotismus beſeelt, ſeinem Beiſpiele folgen. Es iſt jetzt nicht an der Zeit, ruhig daheim zu bleiben und ſich an Schöpfungen der Phan⸗ taſie zu ergötzen, ſo lieb und werth mir auch alle die ſchönen Werke unſeres jungen Meiſters bis dahin geweſen. Die Wirklichkeit iſt zu furchtbar.“
„Seien Sie überzeugt, gnädige Frau,“ ſprach Freiwald lebhaft,„ich werde nicht zurückbleiben wenn und wo es gilt.“
„ Ich bin davon überzeugt,“ entgegnete die Freifrau,„und als Zeichen meiner Anerkennung Ihrer patriotiſchen Geſinnung reiche ich Ihnen ſegnend meine Hand, in der Vorausſicht, daß Sie bald mit Denen ziehen, die, wenn auch nach harten Kämpfen, zuletzt unſere Befreier werden.“
Freiwald drückte die ihm dargebotene Hand an ſeine Lippen, dabei begegnete ein flüchtiger Blick Anna's
Auge, aus dem er lebhaften Beifall, aber auch eine


