Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
690
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Novellen⸗

Laſſen Sie nur, Excellenz; Sie haben Befehle für mich?

Bitten, Bitten, Monſieur Leſtocq. wie bitter das klingt!

Sie wünſchen?*

Kommen Sie zu dem Baron Melartin?

Ja, und er noch heute zu mir.

Herrlich. Sie baben dann wohl die Güte, ihm eine Beſtellung zu übermitteln, die ich Ihnen ſogleich mittheilen werde.

Gerne. Doch das iſt noch nicht Alles. Wann begegnen

Sie wohl wieder dem Kammerherrn Ragumowsfi?

Vermuthlich heute Abend bei Soltikow.

Ich hätte auch an ihn einen Auftrag.

Ich bin bereit

Nehmen wir ein wenig Platz, Monſieur Leſtocq.

Die Herren ſetzten ſich im Sopha nieder, und Chetardie ſann eine kleine Weile, um dann mit kurzem Entſchluß den Chirurgen anzureden.

Der Kammerherr iſt noch immer der Vertraute der Prinzeſſin?

Gewiß! Warum ſollte er nicht?

Allgemein finde ich unſere Damenwelt übertrieben tugendhaft. 8

Bah! unſere Damen haben eine Luſt an der Parade. 4

Das Boudoir alſo weiß mehr zu erzählen? Sie müſſen darin Fachkenntniſſe haben, Leſtocq, Sie ſind der Vertraute aller Welt; Sie dringen in's Allerheiligſte, Sie finden alle Thüren, alle Herzen offen.

Meine Stellung

Ja, Ihre Stellung! Ich beneide Sie um dieſelbe. Man ſollte fortan die Diplomaten Medicin ſtudiren laſſen und ſie zu Leibärzten machen; ich wette, man führe, ſo lange das Manöver kein öffentliches wäre, vortrefflich dabei.

Sie mögen Recht haben, Excellenz.

Indeß, Razumowski ich bin zu beſchäftigt, um ihn ſelber empfangen zu können und möchte ihn doch wiſſen laſſen, daß ſeine Hauſſe bei der Prinzeſſin ſtark gefährdet ſei.

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Daß Hoheit den Herrn von Melartin geſehen und mir Aufträge für dieſen hübſchen Attaché gegeben.

Aber, Excellenz es iſt Sie ſind mit den Verhälruniſſen nicht vertraut, es iſt unmöglich, dem Kammerherrn Alexis Razumowski ſolche Mit⸗ theilungen zu machen.

Wesbalb unmöglich?

Befehle!

Zeitung.

Bah! es kommt dahin nicht, mein Lieber, und im ſchlimmſten Falle ſind Sie ſelbſt Chirurg Teufel, Excellenz, das iſt eine verdammte Doch immerhin ein Troſt und Sie könnten ſich in dieſem Augenblicke Glück wünſchen, wenn Ihre Kenntniſſe ſo weit reichten, wackelnde Köpfe zu be⸗ feſtigen. Ich muß, Excellenz? Ich hoffe auf Erfüllung meiner Bitte. Es wäre auch gut, wenn Sie dem Kammerherrn die Mittheilung als eigene Beobachtung vorführten, er wird dann gewiß nicht halb ſo erzürnt ſein, ja Sie werden einen Stein im Brette gewinnen. Gut. Und dann? Dann wären wir zu Ende. Entſchuldigen Sie mich jetzt einen Moment, bis ich das Billet für Melartin geſchrieben. Der Marquis ſetzte ſich an ſein Pult. trommelte auf dem Tiſche. So, ſagte Chetardie dann, nachdem er wenige Zeilen beendet und das Papier verklebt hatte,hier für Melartin. Apropos wir wollen dem kleinen Legationsrath die Sache von vorn herein intereſſant machen, ſpielen Sie doch den Geheimnißvollen bei ihm, Sie wiſſen ja, welch' unſäglichen Reiz das Verſchleierte hat; alſo Nichts von mir! Und nun, Monſieur, ich bin wohl morgen bei Zeiten ſo glücklich, Sie wieder begrüßen zu dürfen?

Bei Soltikow heute

Werde ich Ihre Geſellſchaft nicht genießen. Auf morgen alſo Leben Sie wohl!

Leſtocq

Am Abend des folgenden Tages begegnete Chetardie beim Eintritt in die Hofgeſellſchaft zuerſt dem ihn ſchon erwaxtenden Blicke Leſtocq's. Sobald es möglich war, trat er zu ihm hin, eben als derſelbe eine Unterhaltung mit dem Kammerherrn der Prinzeſſin Eliſabeth, Alexis Razumowski, beendet hatte.

Nun, Leſtocg, mir däucht, ich werde Ihnen für Ihre Erfüllung all' meiner Wünſche am Ende ſo verpflichtet werden, daß mein Leben nur noch für Sie

Spotten Sie nicht, Herr Marquis.

Was ſagte Razumowski?

Wenig, eigentlich gar Nichts. Er ſchrak zu⸗ ſammen, als ich mit dem erſten Worte kam und blieb dann äußerſt ruhig.

Seltſam! Sie haben meiner doch nicht er⸗ wähnt?

Durchaus nicht.

Er iſt im Stande, mich hinauszuwerfen.

Gut. Haben Sie die Güte, mich nicht aus

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