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686 Novellen⸗Zeitung.
welcher Lord Byron in ſeinen poetiſchen Werken eine Krone von ariſtokratiſcher Eleganz dargebracht hat.
Der Salon des edeln Senators ſtand allen Notabilitä⸗ ten der Pariſer Geſellſchaft offen und alle politiſchen Männer ohne Ausnahme der Partei beſuchten denſelben mit einer großen Vorliebe. Die Geſellſchaften begannen mit einfachen Plaudereien, welche der Marquis ſtets zu beleben wußte, und endigten gewöhnlich mit vortrefflichen Concerten, in denen ſich die ausgezeichnetſten Künſtler hören ließen. Auch in dieſer Beziehung verurſacht ſein Tod in Paris eine ſehr ſchmerzliche Lücke, denn ſein Salon war einer der letzten intelligenten Salons unſerer Zeit, worin ſeine Gemahlin mit einer ſeltenen Liebenswürdigkeit die Honneurs machte.
C.
Wieviel iſt erforderlich, um einen Mann reich zu machen?
„Um reich zu ſein,“ ſagte Herr Marcy, der frühere Staatsſecretär der Vereinigten Staaten Nordamerikas,„bedarf es nur der Genügſamkeit des Geiſtes. Ein Mann kann mit hundert Dollars reich ſein, während ein Anderer im Beſitz von Millionen ſich für arm halten mag; und wenn Beide in dem Genuß der Bedürfniſſe des Lebens ſind, ſo iſt es augen⸗ ſcheinlich, daß der Mann, welcher mit ſeinem Beſitz ſich am beſten befriedigt fühlt, der reichſte iſt.“
Um dieſe Idee beſſer hervorzuheben, erzählte Herr Marcy folgende Anekdote:
Während ich Gouverneur des Staates Newyork war, erbielt ich eines Morgens in meinem Arbeitszimmer den Beſuch eines ächten Exemplars von einem Hinterwäldler, welcher eintrat und die Unterhaltung mit der Frage eröffnete, ob ich Hr. Marcy wäre.
Ich entgegnete, das ſei mein Name.
„Bill Marcy?“ ſagte er und ich nickte bejahend.
„Und lebten Sie nicht in Southport?“
Ich bejahte die Frage und wurde etwas neugierig zu erfahren, wer mein Beſucher wäre und was ihn zu mir gebracht hätte.
„Das habe Ich ihnen geſagt,“ rief der Hinterwäldler, indem er mit ſeiner Hand heftig auf ſeinen Schenkel ſchlug. „Ich ſagte Ihnen, Sie wären derſelbe Bill Marcy aus Southport, aber Sie wollten es mir nicht glauben und ich verſprach Ihnen, das nächſte Mal, wo ich nach Albany käme, würde ich Sie aufſuchen und mich davon überzeugen. Nun, Sie kennen mich, nicht wahr, Bill?“
Ich mochte nicht gern ſeine Bekanntſchaft ganz in Ab⸗ rede ſtellen, aber, hätte es mir das Leben koſten ſollen, ſo konnte ich mich doch nicht erinnern, ihn je geſehen zu haben, und daher antwortete ich ihm, er ſähe mir bekannt aus, aber ich ſei nicht im Stande, ihn beim Namen zu nennen.
„Mein Name iſt Jack Smith,“ antwortete der Hinter⸗ wäldler,„und vor dreißig Jahren gingen wir zuſammen in das kleine rothe Schulhaus in Southport. Nun, die Zeiten haben ſich ſeitdem geändert und Sie ſind ein großer Mann geworden und reich, wie ich vermuthe.“
Ich ſchüttelte mit meinem Kopfe und wollte ſeiner letzten Anſicht wiederſprechen, als er fortfuhr:
„O ja, Sie ſind es; ich weiß, Sie ſind reich; Sie brauchen es nicht zu leugnen. Sie waren viele Jahre Controleur und das nächſte Mal, als wir wieder von Ihnen hörten, waren Sie Gouverneur. Sie müſſen einen Haufen Geld beſitzen und ich freue mich darüber— ich bin froh
.—.
deshalb, daß Sie ſo munter voranſchreiten. Sie waren ſchon
in der Schule ein geſcheidter Junge und ich wußte, daß Sie es zu Etwas bringen würden.“
Ich dankte ihm für ſeine guten Wünſche und für ſeine Meinung, ſagte ihm aber, daß das politiſche Leben ſich nicht ſo gut bezahlt mache, wie er ſich einbilde.„Ich vermuthe,“ ſagte ich,„das Glück hat Ihnen gelächelt, ſeitdem Sie Southport verließen?“
„O ja,“ ſagte er,„ich habe mich über Nichts zu be⸗
klagen. Ich muß ſagen, es iſt mir auch geglückt. Kurz nachher, als Sie Southport verlaſſen hatten, wanderte unſere ganze Familie nach Vermont aus, wo wir uns mitten in die Wälder begaben; und ich bin überzeugt, unſere Familie fällte mehr Bäume und machte mehr Land urbar, als irgend eine andere in dem ganzen Staate.“
„Und ſo haben Sie ſich etwas Bedeutendes erworben. Für wie reich ſchätzen Sie ſich?“ fragte ich, ein wenig neugierig, was er als ein Vermögen betrachte, da er mit ſeiner Lage ſo befriedigt war.
„Nun,“ erwiderte er,„ich weiß nicht genau, wie reich ich bin; aber ich denke(indem er ſich hoch aufrichtete), wenn alle meine Schulden bezahlt wären, ſo würde ich ein reines Vermögen von dreihundert Dollars beſitzen.“ Er war reich; denn er war mit dem, was er beſaß, befriedigt. C.
Die letzten Worte großer Männer.
Der in London erſcheinende„International“ citirt eine Reihe derſelben..
„Iſt mein Feuer angezündet?“ fragte Bayle, als er ſeinen letzten Seufzer ausſtieß.
„Ich weiß, ich werde ſterben; ich bin darüber nicht be⸗ trübt, denn jetzt tauge ich zu nichts mehr,“ ſagte der Marſchall Blücher.
„Bonjour et adieu; c'est un long adieu!“ rief Boi⸗ leau.
„Bin ich blau?“ fragte der Doctor Clarke, der an der Cholera ſtarb.
„Ich muß jetzt ſchlafen,“ murmelte Lord Byron.
„Ich bin glücklich,“ ſagte Robert Cecil.
Miß Perowne bot William Cowper eine ſtärkende Arz⸗ nei dar; dieſer antwortete, während er den letzten Seufzer ausſtieß:„Wozu ſoll es nützen?“
„Gott ſegne Sie!“ ſagte Bolingbroke zu ſeinem Freunde Cheſterfield, Burke zu ſeiner Dienerin und Warren Haſtings zu ſeinen Kindern.
„Ich ſterbe!“ riefen Leonard Euler und Alfieri.
„Watty, iſt das der Tod?“ fragte Georg IV.
„Molly, werde ich ſterben?“ erkundigte ſich Thomas Gray.
5 Pitt Daroyles einen Seſſel an,“ ſagte Cheſterfield zu ſeinem Diener, der ihm den Beſuch des Herrn Daroyles meldete.
„Wir gehen Alle in den Himmel und Van Dyck iſt von der Partie,“ bemerkte Gainsborough.
„Ich habe von Allem genug gehabt,“ ſagte Jortin.
„Tenez votre langue!“ rief Malherbe. C.
Der Buchhündler Perrotin. Am 5. October c. Mittags fand in Chätillon bei Paris die Leichenfeier und das Begräbniß eines Mannes ſtatt, der zu den geachtetſten und bekannteſten Buchhändlern in
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er mit der Gefängnißſ in Bejütun vermitkelſt⸗ und nach ge mehtt att zu machen. 1. Perrotin de Werke des2 derſelben 1 affentbcht! Verleger ſ verwandelt ſeinem Te mögen ſei ſchäftskenn ſchaffenhei Buchhand Flot zu be ders dem laires de Werke Bé gezeichnete Jahre 185 ausgeſtellt nung zu? Im
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Durczo Camille Linguet


