de Arz⸗ Seußer
reunde aſtings
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Dierle
Paris gehörte. Perrotin, der Herausgeber der Werke des franzöſiſchen Nationaldichters Béranger und der Wohlthäter deſſelben, ſtarb am 3. October auf ſeinem hübſchen Landſitz im Alter von 70 Jahren, umgeben von der Liebe Aller, die ihm nahe ſtanden und die AchtungAller, die ihn gekannt haben, mit in ſein Grab nehmend.
Charles⸗Arthur Perrotin wurde im Jahre 1796 ge⸗ boren, machte 1812 als Soldat den Feldzug nach Rußland mit, von wo er erſt 1823 nach Frankreich zurückkehrte und ſich in Paris als Buchhändler etablirte. Er verkaufte Porträts Napoleons I. und Lieder von Béranger, weshalb er mit der Polizei in Conflict kam und zu einem Jahr Gefängnißſtrafe verurtheilt wurde. Dadurch mit Béranger in Beziehungen gekommen, faßte er die glückliche Idee, ſich vermittelſt einer ſchwachen lebenslänglichen Rente, die er nach und nach ganz freiwillig bis zu einer ſehr hohen Ziffer ver⸗ mehrt hatte, zum ausſchließlichen Verleger der Werke Béranger's zu machen. Den größten Theil ſeines Vermögens verdankte Perrotin den in einer Art faſt fortwährenden Ausgaben der Werke des Volksſängers, die er in faſt allen Formaten, einige
derſelben mit Muſik und glänzenden Illuſtrationen, ver⸗
öffentlicht hat. Béranger, deſſen Beziehungen zu ſeinem Verleger ſich ſeit langer Zeit in eine intime Freundſchaft verwandelt hatten, bezeichnete vor ſeinem Tode Perrotin zu ſeinem Teſtamentsvollſtrecker.é Perrotin verdankte ſein Ver⸗ mögen ſeinem Geiſte der Ordnung, ſeiner praktiſchen Ge⸗ ſchäftskenntniß und ſeiner von Jedermann anerkannten Recht⸗ ſchaffenheit und er wich vor keinem Opfer zurück, um den Buchhandel höher zu heben und die Kunſt zu deſſen größerem Flor zu benutzen. Als Verleger überließ er ſich ganz beſon⸗ ders dem Handel der Luxuswerke, wie die Chansons popu- laires de la France, die prachtvoll illuſtrirten Ausgaben der Werke Bérangers, die Vierges de Rafael und vieleandere aus⸗ gezeichnete Sammlungen. In der großen Ausſtellung im Jahre 1855 in Paris hatte er mehrere ſeiner Luxus⸗Werke ausgeſtellt und es wurde ihm dafür eine ehrenvolle Anerken⸗ nung zu Theil.
Im Jahre 1857 wurde er in Folge der Veröffentlichung der„Mémoires de Marmont, duc de Raguse“, durch eine Verurtheilung ohne Präcedenz gezwungen, in das Werk ſelbſt die Widerlegung der Angriffe, die es gegen das Andenken des Prinzen Eugen von Beauharnais enthielt, einrücken zu laſſen.
Er wagte es auch, die Herausgabe der Memoiren des Königs Joſeph zu übernehmen.
Auf den eben verſtorbenen Buchhändler kann man mit vollem Recht das Wort Napoleons I. in Bezug auf den Baron Larrey anwenden:„C'est le plus honnéte homme que je connaisse“ und daher wird auch ſein Andenken in Ehren bleiben. C.
Mürtyrer der Tagespreſſe.
Die„Union bretonné“ beſchäftigt ſich mit merkwürdi⸗ gen Studien über die Preſſe unter der Republik. Wir ent⸗ nehmen derſelben das folgende Verzeichniß der Zeitungsredac⸗ teure, welche vom 14. Juli 1789 bis zum Ende der Schreckens⸗ zeit die Opfer der Revolution geworden ſind. Es wurden
Guillotinirt:
Durozoy, Redacteur der Gazette de Paris; Camille Desmoulins, Les Révolutions du Brabant; Linguet, Les Annales du Brabant;
Holge. 687
Briſſot, Le Patriote Français; Gorſas, Le Journal des quatre-vingt-quatre départements; Giret⸗Dupré, der Mitarbeiter Briſſot's;
Fabre d'Eglantine, Les Révolutions de Paris; Decharnois, Le Spectateur;
Pariſau, La Feuille du Jour;
Boyer, Le Journal des Spectacles;
Hébert, Le Père Duchesne;
Abbé Boyon, La Feuille à deux liards; Coutouli, Begründer der Quotidienne.
Gemeuchelmordet: Suteau, Journal de Coblenz. Erdolcht: Marat, L'Ami du Peuple. Deportirt: Barére, Le Point du Jour.
Louſtalot, Les Révolutions de Paris, ſtarb vor Schmerz über die Nachricht von den Metzeleien in Nantes; Abbé Royon, L'Ami du Roi, ſtarb vor Kummer; Villette, La Chronique de Paris, aus Furcht.
Die Flucht ergriffen: Peltier, Les Actes des Apôtres; Rivarol, Journal de Cambrai; Mallet du Pan, Mercure de France.
Abbé Poncelin, Courrier Républicain, wurde gefoltert.
Gautier, Journal de la Cour et de la Ville, und Fiévée, Chronique de Paris, wurden ausgeplündert und be⸗ ſtohlen.
Misrellen. Douglas Jerrold ſagt:„Die Freiheiten Englands ſind in Salzwaſſer eingemacht; die See iſt unſere Sicherheit und unſere Stärke.“
Laß kein Unglück die Flügel der Hoffnung, kein Glück das Licht der Klugheit zerſtören.
Ein unhöflicher Wink.„Neffe,“ ſagte ein Farmer in Eſſex zu einem lümmelhaften Jünglinge, der ſich bereits ſeit ſechs Wochen bei ihm zum Beſuche befand und keinen höflichen Wink beachtete, daß ſein Aufenthalt ſich hinreichend genug verlängert habe,„ich beſorge, Du wirſt nie wiederkommen, um mich zu beſuchen.“„Ei, Oheim, wie können Sie nur ſo etwas ſagen, beſuche ich Sie nicht jeden Winter?“„Ja, aber ich befürchte, Du wirſt nie von hier fortgehen.“
Ein franzöſiſcher Caricaturiſt ſtellt einen Engländer dar, der mit ſeinem Freunde, einem Franzoſen, auf die Jagd gegangen iſt. Der Franzoſe ruft ihm zu, als ein Haſe vor⸗ überläuft:„Schießen Sie ihn, ſchießen Sie ihn!“ Aber der Engländer erwidert:„Nein, nein, ich bin ihm nicht vorge⸗ ſtellt worden.“ noch eine Gefälligkeit erweiſen?“ „Sie ſpotten, Excellenz!“ „Bahl Sie meinen, ſeit Sie meine Quittung—“ „Und Sie das Papier haben, ſei dieſe Frage nur mit Ja!⸗ zu beantworten.“— „Sie ſind im Irrthum, cher ami! Ich habe noch keinen Blick auf Ihren Papierſtreifen geworfen und bin bereit, Ihnen denſelben zurückzugeben.“
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