Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
670
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für Kanſas zu Füßen zu legen.

670 Novellen⸗Zeilung.

deren Held der Senator B... iſt, welcher im Congreß eine hervorragende Rolle ſpielt.

Zur Zeit der Unruhen in Kanſas reiſte Hr. B. in dieſes Gebiet und ließ ſeine Gattin in Indianopolis, der Hauptſtadt von Indiana, ihrem gewöhnlichen Wohnorte.

Auf ſeinen Wanderungen beſchäftigte Hr. B. ſich viel mit der Politik. Es handelte ſich darum, Kanſas als Staat in die Union aufzunehmen und die Zahl der Sterne im Ster⸗ nenbanner um einen zu vermehren.

Frau B. ſchrieb ihrem Gatten, er möge ſchnell zurück kehren, fern von ihm langweile ſie ſich.

Geduld, theure Freundin, ſchrieb der ehrgeizige Politiker;ich arbeite an unſerm Glücke.

So verging ein Jahr. Endlich klopfte eines ſchönen Abends Hr. B. an die Thüre ſeines Hauſes in Indianopolis.

Ich bin es, ſchöne Angebetete..

Wer, Sie?

Ihr Gatte.

Ich habe keinen Gatten mehr.

Wie das?

Da ich ſah, daß Sie nicht zurückkommen wollten, habe ich auf Scheidung angetragen und ſie erlangt.

Aber.

Entfernen Sie ſich, mein Herr, es ſchickt ſich nicht, daß ein Fremder ſich zu ſo ſpäter Stunde bei einer achtbaren Dame einfindet.

Undankbare!

Keine Vorwürfe!

Ich komme, um Ihnen meinen Titel als Senator

Senator oder nicht, gehen Sie fort; ich will nicht bloß⸗ geſtellt ſein. Wüthend in ſeinem Herzen reiſte Hr. B. nach Waſhington, wo er während der ganzen Seſſion, die nach Lincolns Tode folgte, ſeinen Sitz im Senate mit Glanz einnahm. 3 Kürzlich befand der glänzende Senator ſich bei dem Staatsſecretär Seward, der zu ihm ſagte:

Ich begreife nicht, daß ein Mann in Ihrer Stellung ſich nicht verheirathet.

Ich kenne in Waſhington keine Frau, die für mich paßt.

Aber in Indiana, Ihrem Geburtsſtaate?

Ja, Sie haben Recht. Ich werde morgen dahin reiſen.

Herr B. reiſte in der That ab und ſechs Wochen ſpäter kehrte er mit einer Frau in die Bundeshauptſtadt zurück.

Nun, ſagte Hr. Seward, der ihm eines Abends allein begegnete,Sie haben ſich alſo zur Heirath entſchloſſen?

Verzeihung, mich wieder zu vermählen.

Sie waren Wittwer?

Nein.

Dann begreife ich Sie nicht.

Ich habe mich mit meiner Frau wieder verheirathet, die ſich von mir hatte ſcheiden laſſen und der ich, von Neuem den Hof habe machen müſſen, ehe ich ſie wieder zum Altar führen konnte.

Zwei Mal verheirathet mit derſelben Frau, ſagte Seward lächelnd;Sie ſind unverbeſſerlich, mein lieber Senator. C.

Die Frau.

Laßt eine Frau nur ſicher ſein, daß ſie ihrem Gatten

ſehr theuer iſt nicht blos nützlich, werthvoll und paſſend,

ſondern liebenswürdig und geliebt; laßt ſie ſeine höflichen, herzlichen Aufmerkſamkeiten empfangen; laßt ſie fühlen, daß ihre Sorgfalt und Liebe anerkannt, gewürdigt und erwidert werden; laßt ſie in Sachen, die ſie verſteht, um ihre Meinung befragen, um ihre Genehmigung nachſuchen und ihr Urtheil achten; kurz, laßt ſie in der Erfüllung ihres ehelichen Gelübdes geliebt, geachtet und werth gehalten werden und ſie wird für

ihren Gatten, ihre Kinder und die Geſellſchaft eine Quelle

des Vergnügens ſein. Sie wird Schmerz, Anſtrengung, Angſt ertragen, denn die Liebe ihres Gatten iſt für ſie ein Schutz und ein Schirm. In dieſem Bewußtſein wird das Unglück für ſie ſeinen Stachel verloren haben. Sie mag leiden, aber Sympathie wird die Schärfe des Kummers lindern. Ein Haus, in dem Liebe wohnt und unter Liebe verſtehe ich eine Liebe, die ſich in Worten, Blicken und Thaten ausſpricht, denn ich habe keinen Funken von Glauben an eine Liebe, die ſich in nichts zu erkennen giebt iſt zu einem Hauſe ohne Liebe das, was eine Perſon im Vergleich zu einer Maſchine iſt; die Eine iſt Leben, die Andere Mechanismus. Die ungeliebte Frau mag eben ſo lockeres Brod, ein eben ſo zierliches Haus wie die andere haben, aber die Letztere hat einen Quell der Schönheit um ſich her, einen Frohſinn, einen durchdringenden und dauernden Glanz, was Alles der Erſteren fremd iſt. Das tiefe Glück in ihrem Innern ſpiegelt ſich in ihrem Aeußern ab. Sie iſt in ihrem Hauſe ein Strahl des Sonnenlichtes. Sie ſtrahlt in demſelben. Wenn ſie in demſelben zugegen iſt, ſo iſt es luftig, erheiternd, lieblich und warm und man fühlt ſich in demſelben behaglich; ſie iſt voller Anſchläge und Entwürfe und ſüßer Ueber⸗ raſchungen für ihren Mann und ihre Familie; ſie hat nie auf die Romantik des Lebens verzichtet; ſie ſelbſt iſt ein lyriſches Gedicht, das ſich für alle reinen und reizenden Melodieen eignet. Die niedrigen und unbedeutenden Arbeiten des Haushalles haben für ſie eine goldne Bedeutung. Der Preis derſelben erhöht den Beruf und der Zweck heiligt die Mittel,die Liebe iſt der Himmel und der Himmel iſt die Liebe. C.

Die Odyſſee eines Hundes.

DerCourrier du Havre erzählt die merkwürdige Odyſſee eines Hundes aus dieſer Stadt, Namens Blanchet. Dieſer Hund iſt ſehr klug und es fehlt ihm nichts weiter, als die Sprache, was wirklich zu beklagen iſt, da er eine ſehr merkwürdige Reiſe beſchreiben könnte. Dieſer Wolfshund

gehörte einem Herrn B..e, Commis des Hauſes E. Boſſieére

in Havre. Sein Herr gab ihn dem Capitän des Dreimaſters Normandie, den der Hund auf das Schiff begleitete, das eben abſegeln wollte. Er paſſirte die Linie, ſah Buenos Ayres, umſegelte das Cap Horn. Aus einem Briefe des Capitäns Maraine, dem letzten, den er ſchrieb, erhellt, daß Blanchet ſich noch an Bord der Normandie befand, als dieſes Schiff die Chimpasinſeln mit einer Ladung Guano, welche für die Inſel Reunion beſtimmt war, verließ. Die Normandie kam in der Nacht vom 8. zum 9. Juli c. an ihrer Beſtimmung an, wo ſie aber an der Küſte von Saint Banoit ſcheiterte, bei welchem Schiffbruch der Capitän und ein Theil der Mann⸗ ſchaft das Leben verloren. Daß man ſich bei einem ſolchen Schiffbruch um Blanchet bekümmert haben ſollte, iſt nicht wahrſcheinlich.

Am 15. September Abends hört indeſſen Madame B. die frühere Beſitzerin des Hundes, ein Kratzen an ihrer Thür. Sie öffnet dieſelbe und iſt ganz verwundert, als ſie das treue

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