Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
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votirt und ermächtigte zu dem Bau einer Linie von Wandsworth nach Croydon unter dem Namen derSurrey Iron Railway. Die Geſellſchaft beſtand aus einer be⸗ deutenden Anzahl von Perſonen, deren Intereſſen dabei berührt waren. Das dazu erſorderliche Capital war zu 35,000 Pfd. St. veranſchlagt worden, das in Actien von 100 Pfv. St. gezeichnet wurde. Es ſtellte ſich aber heraus, daß das Capital nicht genügte, um die Linie zu erbauen und die Docks in Wandsworth herzuſtellen, und ſo wurde die Ge⸗ ſellſchaft ermächtigt, noch weitere 35,000 Pfd. St. in Actien auszugeben und 15,000 Pfd. St. als Hypothek auf die Linie aufzunehmen. Damals handelte es ſich blos noch um Pferdebahnen. George Stephenſon führte aber 1814 und 1815 Dampfwagen ein, die auf kleinen Kohleneiſenbahnen langſam liefen. Im Jahre 1830 ſiegten aber Stephenſon u. Co. in Newcaſtle mit ihrer Locomotive bei dem Preis⸗ rennen auf der Liverpool⸗Mancheſter⸗Eiſenbahn über mehrere Concurrenten und erſt von dieſer Zeit an entwickelte ſich das Syſten der Eiſenbahnen, das ſeitdem ſich ſo großartig ent⸗ faltet hat.

Leon Gozlan.

Am 14. Sept. c. verbreitete ſich in Paris in der lite⸗ rariſchen Welt die ſchmerzliche Nachricht, daß Leon Gezlan, der Präſident der Geſellſchaft der dramatiſchen Autoren und Eyren⸗Präſident der Geſellſchaft der Literaten, in der vorher⸗ gehenden Nacht der Welt durch einen plötzlichen Tod ent⸗ riſſen worden ſei. Dieſe Nachricht war um ſo ſchmerzlicher, je unerwarteter ſie kam, denn der nun Verſtorbene hatte am vorhergehenden Tage ſeine gewöhnlichen literariſchen Arbeiten beſorgt, war auf den Beulevards ſpazieren gegangen und am nächſten Morgen fand ſeine Gattin ihn todt in ſeinem Bette, und es ſtellte ſich heraus, daß ein Herzſchlag ſeinem Leben ein Ende gemacht hatte. In ihm ging der literariſchen Welt in Paris einer ihrer fruchtbarſten und geachtetſten Collegen verloren, der wohl verdient, daß wir unſeren Leſern Einiges über ſein Leben und ſeine Werke mittheilen.

Leon Gozlan wurde am 21. Sept. 1806 in Marſeille geboren, und war der Sohn eines reichen Schiffsrheders, der durch Unglücksfälle ſein ganzes Vermögen verlor, als ſein Sohn kaum achtzehn Jahre alt war, welcher in Folge deſſen das Collége, in dem er ſeine Erziehung erhielt, verlaſſen mußte, ehe er ſeine Studien beendigt hatte. Gezwungen, ſich ſeinen Lebensunterhalt jetzt ſelbſt zu verdienen, ſegelte er 1824 nach Algier und von dort begab er ſich in die franzöſiſche Colonie am Senegal, wo er ſich mit dem Küſtenhandel beſchäftigte, ſich aber bald davon überzeugte, daß er ſich zu dieſem Ge ſchäfte nicht eigne. Er kehrte daher mit ſeinen literariſchen Geſchmack, der ſich durch ſeine Reiſen nur noch mehr ent⸗ wickelt hatte, nach Marſeille zurück, wo es ihm gelang, eine Anſtellung als Lehrer am Collége zu erlangen, welche Stellung er dazu benutzte, um ſeine Studien ſelbſt zu vollenden.

Im Jahr 1828 kam er mit einem Baude kleiner Gedichte nach Paris. Da er für dieſelben nicht ſofert einen Verleger fand, ſo wurde er, um ſeinen Lebensunterhalt zu gewinnen, Commis bei einem Buchhändler. Glücklicher Weiſe nahm ſich Méry, der ebenfalls in Marſeille geboren war, des Lands⸗ mannes an, auf deſſen Empfehlung er von der Redaction des Incorruptible(1828) zum Mitarbeiter angenommen wurde, von dem er nach und nach zum Figaro, Vert-Vertund Corsaire überging, gleichzeitig ſich aber auch in der Novelle und im Roman verſuchte. Sein erſtes Werk in dieſer ArtLes Mémoires

Vierte

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d'un Apothicaire erſchien bereits 1828 und von 1836 an erſchienen von ihm jährlich ein oder mehrere Werke. Vom Jahr 1848 an verdoppelte ſich noch ſeine literariſche Frucht⸗ barkeit und es erſchienen von ihm eine große ZahlMärchen, Novellen und Romane, während er auch gleichzeitig als dra⸗ matiſcher Schrifiſt ller auftrat. Sein erſtes Stück La Main droite et la Main gauche wurde 1842 im Odeontheater aufgeführt, Eve 1843 im Théätre français, Notre Dame des ALbimes und Les cinq Minutes du Commandeur 1845 im Odeontheater und noch achtzehn andere Stücke auf verſchiedenen Theatern. Außerdem war Leon Gozlan noch Mitarbeiter an den folgenden Zeitſchriften: Conteur, Navi- gateur, Cent-et-un, Revue de Paris, Revue des J)eux- Mondes, Britannique, Contemporaine, l'Europe littéraire, Musée des Familles, Artiste, Journal pour tons?c. Am 6. Mai 1846 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion und am 15. Aug. 1859 zum Ofieier deſſelben Ordens ernannt. Ein höchſt ſonderharer Vorſall ereignete ſich hin⸗ ſichtlich ſeines Begräbniſſes, wie er ſich wohl nur in Paris zutragen kann. Leon Gozlan ſollte am 15. Sept. nach jü⸗ diſchem Ritus beerdigt werden, nachdem die ganze verher⸗ gehende Nacht zwei Rabbiner neben der Leiche des Verſtor⸗ benen jüdiſche Gebete hergeſagt hatten, woraus erhellt, daß ſeine Angehörigen ſelbſt ihn für einen Iſraeliten gehalten hatten. Im letzten Augenblick entdeckte aber ſein Schwieger⸗ ſohn, Hr. Dudal, unter den Papieren des Verſtorbenen einen Auszug aus dem Taufregiſter des Kirchſpiels Sainte⸗Marie⸗ Majeure, der Kathedralkirche in Marſeille, aus dem ſich er⸗ giebt, daß Leon Gozlan, geboren am 1. Sept. 1803(und nicht, wie ſeine Biegraphen ſagen, im Jahr 1806), am 14. Juli 1805 oder dem 25. Messidor an XIII in derſelben getauft worden iſt. In Folge deſſen wurde das Begräbniß ſo⸗

fort abbeſtellt und die Leichenfeier fand erſt Sonntags am

16. Sept. in der Kirche Saint⸗Eugane ſtatt.

DieGazette universelle veröffentlichte in den letzten Tagen die folgenden Verſe, welche er in das Exemplar ſeiner Chäteaux de France ſchrieb, das er ſeinem Freunde, dem Baumeiſter Edouard Renau in Paris, ſandte:

Nous écrivons tous deux d'une main dissemblable;

Tes splendides chäteaux du temps bravent le choc,

Ton nom les a signés daus l'épaisseur du roc;

Les miens, jouets des vents, sont batis sur le sable;

Mon oeuyvre est d'un instant; ton oeuvre impérissable! C.

Amerikaniſche Gebrüuche.

Man hat in der letzten Zeit viel von den Geſetzen über die Eheſcheidung in Nordamerika und beſonders von der Leichtigkeit, mit welcher eine ſolche in dem Staate Indiana zu erlangen iſt, geſprochen.

Indiana iſt in der That das gelobte Land für Ehegatten, die einander überdrüſſig ſind. Ein Aufenthalt von ſechs Monaten in dieſem glücklichen Staate genügt, um einen Scheidebrief zu erlangen, wenn die Perſon, von der man ſich trennen will, in einem andern Staate der Union lebt. Daher lebt ein Einwohner aus Ohio, Kentucky oder Miſſouriꝛc., der ſich von ſeiner ehelichen Hälfte zu trennen Luſt hat, ſechs Monate in Indiana und man weiß, um was es ſich dabei für ihn handelt.

In dieſer Beziehung erzählt man ſich jetzt in der vor⸗ nehmen Geſellſchaft in Waſhington eine merkwürdige Anekdote,