Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
671
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Glanz, was idrem Innern hrem Hauſe in demſelben. erheiternd, en behaglich;

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Thier wieder erkennt, das um ſie her ſpringt und das ganze Haus mit ſeinem freudigen Bellen erfüllt.

Wie hat ſich dieſer Hund wieder in ſein Vaterland zurück gefunden?

Jedenfalls hat er ſich bei dem Schiffbruch der Normandie ſchwimmend an's Land gerettet und ſich dann ſein Domicil an Bord eines aus Oſtindien zurückkehrenden Schiffes, das bei der Inſel Reunion vor Anker ging und von da nach Havre zurückſegelte, gewählt. Wenn dieſes Zuſammentreffen auch ein reiner Zufall war, ſo war es doch jedenfalls ſehr merk⸗ würdig, daß er zur Rückfahrt nach Europa ein Schiff wählte, deſſen Beſtimmung Havre war.

Eine Bildſüule Ludwigs XVI.

Kürzlich fand man in Paris in der Nähe des Champ- de-Mars unter Trümmern eine coloſſale Bildſäule Ludwigs XVI. auf, die in Folge eines eigenthümlichen Vorfalles der Vergeſſenheit überlaſſen worden war.

Dieſe Bildſäule wurde unter der Reſtauration von Crozatier, dem berühmten Broncefabrikanten, gegoſſen, welcher 1855 in Paris geſtorben iſt.

Als der Augenblick, die Form zu öffnen, gekommen war, entdeckte man eine vollkommen gelungene, in allen Einzeln⸗ heiten vortreffliche Bildſäule, aber, o Unglück! als man die Formkappe abnahm, welche den oberen Theil der Bildſäule bedeckte, bemerkte man, daß ſie keinen Kopf hatte; die Bronce war im Halſe ſtehen geblieben. Crozatier, über einen ſo un⸗ glücklichen Vorfall ganz beſtürzt, blieb einen Augenblick ganz ſprachlos, aber er raffte ſeinen Muth bald wieder zuſammen und erfetzte dieſe grauſame Wirkung des Zufalls.

Trotz des Gelingens ſeiner Arbeit, trotz der Vollkommen⸗ heit der Bildſäule ſagte die Herzogin von Angouléème, welche das Ereigniß erfahren hatte und darin den Finger Gottes ſah:

Ich bitte Sie, laſſen Sie uns dieſem ehrwürdigen Andenken in der Zukunft irgend eine neue Beſchimpfung erſparen.

Dieſe Worte waren ein Befehl und das der Bewunde⸗ rung des Publicums entzogene Werk wurde freiwillig in einem Winkel von Paris in der Mitte von Trümmern aller Art vergeſſen. C.

Cosmo di Mediri.

Eines Tages ging der Großherzog Cosmo di Mediei (um ihn von Cosmo, dem Vater des Vaterlandes, zu unter⸗ ſcheiden), in den Palazzo ducale(den jetzigen Palazzo Vec- chio), um die Arbeiten Vaſari's zu ſehen, der beauftragt war, die Fresken herzuſtellen, welche die berühmten Thaten Cosmo's zum Entwurf hatten.

Als Cosmo die Zeichnungen betrachtete, welche als Fresken ausgeführt werden ſollten, bemerkte er eine, die ſich auf die Uebergabe von Siena bezog. derſelben den von einigen ſeiner Räthe umgebenen Herzog

gezeichnet, welche Erſtere ihm ihre Anſichten und Rathſchläge

mittheilten. Hierauf entſpann ſich das folgende Zwicgeſprüch zwiſchen dem Fürſten und dem Künſtler:

Cosmo. Wer ſind die Perſonen um mich her? Vaſari. Die Räthe Ew. Hoheit.

Cosmo. Ich habe aber dabei keine Räthe gehabt. Vaſari. Aber das Gemälde würde ganz nackend ſein

und es handelte ſich darum, die Berathung anzudeuten, welche

Vaſari hatte auf

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dem Kriege von Siena vorhergegangen iſt. Welchen Rath würden Ew. Hoheit mir geben?

Cosmo. Die Köpfe dieſer Perſönlichkeiten dürfen keine Porträts ſein; ſie müſſen als das Schweigen, die Vor⸗ ſicht und die Klugheit bezeichnet werden. C.

Misrellen.

Zur Zeit der Friedensunterhandlungen zu Ryswyk er⸗ ſchien unter anderen freimüthigen Schriften ein einzelnes Blatt, lateiniſch und deutſch, wovon die deutſche Hälfte ſo lautet:

An die durchlauchtigen hohen Alliirten, daß dieſel ben ſich auf keine Weiſe möchten bewegen laſſen, den vorhabenden Frieden mit der Krone Frankreich zu ſchließen, bevor die beiden Hauptſchlüſſel Deutſchlands

gegen Frankreich, Luxemburg nämlich und Straßburg, wie auch Lothringen und die Feſtung Saarlouis völlig reſti tuiret ſind.

Es kann der Friede nicht auf feſtem Grunde ſtehen, Ihr müßtet ſolchen denn ſo unterſiegelt ſehen: Leus Sisilli I*us Sisilli uxemburg trassburg orraine aar-Louis Wird königliche Treu' und Siegel nicht geachtet, Die ſonſt das theure Band bewährter Treue ſind, Und wo kein Schwur noch Eid durchlaucht'ge Seelen bind't So iſt's umſonſt, daß man nach neuem Frieden trachtet; So lange Ludewig des Reiches Schlüſſel hegt, So ſteht ihm auch der Weg zu deſſen Berizen offen, Weswegen weder Treu' noch Friedensruh' zu hoffen, Darnach die Welt ein heißes Sehnen tragt; Drum muß man ſolche ihm aus ſeinen Händen ringen, Sonſt wird man uns nicht leicht des Friedens Palmen bringen.

Ein berühmter Seeheld, der nach dem amerikaniſchen Kriege zu ſoiner Familie zurückkehrte, wurde durch widrige Winde in Holyhead aufgehalten. Als er nun eines Tages in einem Sommerhauſe mit Leſen beſchäftigt war, hörte er auf einmal dicht neben ſich das Pfeifen von Kugeln; er ſah ſich um und fand nun, daß zwei Kugeln durch die verſchloſſene Thüre neben ihm vorbeigefah ren waren; er ſchaute zum Fenſter hinaus und erblickte zwei Irländer, die ihre Piſtol en eben wieder luden, und da er dernhene⸗ daß ſie nach einem Zeichen auf der Thüre geſchoſſen hatten, ſo ſtürzte er hinaus und ver⸗ wies ihnen ganz höflich ihre Unvorſichtigkeit, auf die Thür eines Hauſes zu ſchießen, ohne vorher nachgeſehen zu h haben, ob etwa Jemand darin ſei. Der Eine verſetzte ſogleich:Ich wußte nicht, daß Sie darin waren, und ich weiß jetzt nicht, wer ſie ſind; habe ich Sie aber beleidigt, ſo bin ich bereit, Ihnen alle Genugthuung zu geben und damit hielt er ihm die friſch geladenen Piſtolen entgegen.

Der Lord hielt mit ſeiner gewöhnlichen Geiſtesgegenwart die beiden Piſtolen feſt und ſagte zu ſeinem verwunderten Landsmann:Kommen Sie in das Sommerhaus, ich will die Thüre verſchließen und erlauben Sie mir erſt, wie es die

Billigkeit erfordert, zwei Schüſſe auf Sie, dann ſtehen die Sachen unter uns gleich, und ich werde bereit ſein, Ihnen Genugthuung zu geben. Dem Irländer gefiel dieſer halb ſcherzhafte, halb drohende Ton, ſo daß er, dem Lord ernſthaft ins Geſicht ſehend, zu ihm ſagte:Sie ſcheinen ein braver Mann zu ſein, und ich habe