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täuſchen darf. Die Verkehrswege durch weiſe Geſetze, Freiheiten und gute Verwaltung Thüren und Thore geöffnet.
Der Verfaſſer iſt ein Mann von Gemüth und
liegen darnieder friſchem Blick. und der Induſtrie ſind noch nicht, wie in Nordamerika, und ſich nach allen Seiten umgethan.
Novellen⸗Zeitung.
Er hat auf ſeiner Reiſe viel erlebt Er machte furchtbare Strapazen durch und ſeine Reiſe zeigt, was ſein forſchender Europäer in jenen Ländern an Mühen und Gefahren zu erwarten hat.
Feuilleton.
Eine Muſterprobe biographiſcher Memoiren.
Wir haben in unſern Blättern oft genug Veranlaſſung gehabt, über den Mangel an guten Memoiren oder Selbſt⸗ biographien zu klagen. Nur wenige erſcheinen im Ganzen und den meiſten darunter fehlt es an Feinheit und geiſtiger Bedeutung für die Geſchichte der menſchlichen Intelligenz. Es kommt bei der Rückerinnerung von Erlebniſſen nicht auf die bloße lebendige Erzählung der Facta, ſondern weſentlich auf die Art an, wie dieſelben vom Individuum angeſchaut werden und auf daſſelbe wirken,— denn mehr oder weniger erleben wir Menſchen alle daſſelbe, nur giebt es höchſt ver⸗ ſchiedene Entwickelungsreſultate und Reflexe auf die Seelen der Einzelnen. Als ein ſeltenes Muſter von Begabung für die Selbſtbiographie darf man die Schriftſtücke der Amerika⸗ nerin Fuller hinſtellen, von deren Jugenderinnerungen wir hier den früheſten Kindheitsabſchnitt als Probe feiner Arbeit den Freunden der Literatur mittheilen. Niemand wird ſich dabei langweilen, denn das Herz redet ebenſo lebhaft wie der
Verſtand, der Pſychologe aber thut einen reichen Fiſchzug.
Mein Vater, ſagt die junge vielgeprüfte Dame, war Rechtsgelehrter und reichlich mit jenem Scharfſinn und jener Energie ausgeſtattet, welche der Zuſtand der Geſellſchaft in Neu⸗England während der letzten Hälfte des vorigen Jahr⸗ hunderts zu entwickeln ſo wohl geeignet war. Er war der Sohn eines Geiſtlichen, der als Paſtor zu Princeton, Maſſachuſetts, angeſtellt war und es als höchſtes Ziel ſeines Chrgeizes anſah, ſeine Söhne zur Univerſität zu bringen. Daher lernte mein Vater ſchon als Knabe faſt nur an Eines denken, nämlich an ſeine weitere juridiſche Laufbahn. Später waren dann wieder Auszeichnung in der Gemeinde und Erwerbung der Mittel, eine Familie anſtändig zu unterhalten, die ihm beſtändig vorſchwebenden Zwecke. Ein geehrter Bürger ſein und ein wohlgegründetes Heimweſen auf Erden haben, das wurde zum Hauptzweck des Daſeins erhoben. Die tiefen Quellen des Lebens aber zu erforſchen und es als den geweihten Eingang zur Unſterblichkeit zu betrachten, den Geiſt
in allen Richtungen zu menſchlicher Vollkommenheit auszu⸗
bilden,— Motive ſolcher Art waren nie in ihm angeregt worden, weder durch Schickſale, noch Mitlebende. Das Reſultat war ein Charakter von gewöhnlichem Gepräge. Ein guter Sohn und Bruder, ein freundlicher Nachbar, ein
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thätiger, umſichtiger Geſchäftsmann,— war er nur ein 4 ihren traurigen Geſichtern,— an den Geruch des friſch ge⸗ zimmerten Sarges,— ferner, daß man mich in einen Stuhl
Exemplar jener zahlreichen Claſſe, welche durch den allgemeinen Zuſchnitt der Verhältniſſe in unſerm Vaterlande immer auf's Neue gebildet wird. In einertiefern, perſönlich eigenthümlichen Beziehung ſtand er eigentlich nur zu zwei Sterblichen: zu meiner Mutter und zu mir. war der immer grüne Raſen, welcher, geſondert von den ſtaubigen Tummelplätzen eines nur Brod ſuchenden und ge⸗
Seine Liebe zu meiner Mutter dem Grabe lenkte. Aber ich habe keine Erinnerung von dem, was man mir ſpäter erzählt hat, daß ich mit lautem Geſchrei
winnenden Lebens, ihm ſtets neue Erfriſchung bot. Sie war eine jener blumengleichen Naturen, welche bisweilen neben den dürrſten und ſchmutzigſten Landſtraßen des Lebens in urſprünglicher Schöne und Reinheit aufſprießen. Ein Weſen, welches ſich nicht in ein nur nützliches, nur brauchbares Inſtrument umgeſtalten ließ, ſondern mit dem Aether und Morgenthau und mit den Vögeln unter dem Himmel nach einem und demſelben Geſetze lebte. Von allen Menſchen, welche ich gekannt habe, hatte ſie das am meiſten an ſich, was man„engelhaft“ zu nennen pflegt, jene ſanfte urſprüngliche Liebe und Sympathie fär jedes Geſchöpf, ſei es Menſch, Thier oder Pflanze, welche uns faſt das goldene Zeitalter wieder⸗ zubringen ſcheint.
Meine früheſte Erinnerung bezieht ſich auf einen Todes⸗ fall, den Tod einer Schweſter, welche zwei Jahre jünger war, als ich. 5
Wahrſcheinlich war bei dieſem Vorfall in meiner Seele auch ein Gefühl kindlicher Zärtlichkeit, wie ſie einem ſolchen geſchwiſterlichen Bande eigen iſt, mit dem des Befremdens, des Verluſtes, des Geheimniſſes gemiſcht; doch ſind nur dieſe letzteren Empfindungen in meinem Gedächtniſſe geblieben.
Ich erinnere mich, daß ich, nach Hauſe kommend, unſerer Kinderwärterin begegnete, deren Geſicht ganz mit Thränen überſtrömt war. Dieſer mir ſo fremde Anblick machte auf mich einen unauslöſchlichen Eindruck. Ich ſchließe aus dem Aufblicken zu dem weinenden Geſicht, deſſen ich mich noch ſehr lebhaft erinnere, wie klein ich damals noch war; und es hat mir oft nachdem ſcheinen wollen, daß ich, ausgewachſen für das Leben der Erde, in Zeiten der Gefahr, des Zweifels und Elendes gerade wieder ſo aufgeblickt habe, und daß ein Weſen der nächſt höhern Stufe wohl wieder mit zärtlichem
Mitlleid auf mich niederblicken mochte, indem es, bekannt mit
einem mir verborgenen Geſetze, mild den Schmerz verſtand undtheilte, welchen ich beim Emporringen aus meiner Unwiſſen⸗ heit erdulden mußte.
Die Wärterin nahm mich bei der Hand und führte mich in ein ſtilles, dunkles Gemach, ſchob dann einen Vorhang bei Seite und zeigte mir meine Schweſter. Noch ſehe ich jene Schönheit des Todes! Die höchſten Schöpfungen der Sculptur ſind nur eine Erinnerung an ſeine ſtrenge Lieblichkeit.—
Dann erinnere ich mich des ganz ſtillen, verdunkelten Hauſes,— der Leute in ihren ſchwarzen Kleidern und mit
ſetzte und mit ſanfter Gewalt darauf zurückhielt, um dem Geiſtlichen zuzuhören; endlich des langſamen Zuges der Wagen und der Proceſſion, welche zögernd ihre Schritte nach
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