Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
663
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ich werde es bei den Damen thun und heimkehren. Meine Herren

Chetardie verließ das Gemach, Homburg ge⸗ leitete ihn.

Und Sie gehen auch, Prinz? Auf Ehre, höchſt

Gedulden Sie ſich, Graf! Ich habe im Hauſe meines Schwiegervaters einige Pflichten gegen ſeine Gaͤſte.

So mache ich die neue Bank.

Thun Sie das einſtweilen

Er holte Chetardie ein.

Was haben Sie, Excellenz? fragte er dieſen.

Ich ſagte Ihnen die Wahrheit ich bin an⸗ gegriffen.

Sie ſehen factiſch etwas leidend aus.

Nicht wahr? Ich hin es auch.

Die beiden Männer waren wieder im Salon. Das Spiel hatte faſt zwei Stunden gedauert; die Baronin von Nolken ſaß noch immer in ihrer Cau⸗ ſeuſe. Die Gemahlin des Prinzen, die Tochter des Hauſes war jetzt bei ihr. Der Marquis lenkte gerade auf ſie zu.

Meine Damen

Ich hatte doch Recht vorhin, unterbrach ihn der Prinz.Denken Sie, gnädige Frau wir haben eine Probe gemacht!

Eine Probe? ah! Die Deutſchen ſollen eine Minneprobe haben Sie haben ſie angewandt? Sie ſind ja Deutſcher!

Doch iſt die deutſche Minneprobe etwas himmel⸗ weit Verſchiedenes von dieſer Liebesprobe.

Ah eine Liebesprobe wie pikant er zählen Sie!

O, es war ſchrecklich, Madame! lachte der Franzoſe.Ein Duell

Mein Gott! rief die Prinzeſſin und faltete die Hände.

Himmel! ſchrie Frau von Nolken.

Und der Prinz ſecundirte mir; ein ächter Deutſcher, treu wie Gold!

Aber erzählen Sie doch!

Ein Duell am Pharaotiſche!

Ahl alſo ungefährlich? Und der Herr Marquis verlor?

O, im Gegentheil!

Wie das?

Es giebt ein Sprüchwort, gnädige Frau: »Unglück im Spiel, Glück in der Liebe!« und umge⸗ kehrt. Der arme Leſtocq hatte Luſt, die Bank zu ſprengen und unterlag. Der Marquis gewann es iſt ſonnenklar! Allein dieſes Beiſpieles

Vierle Solge. 663

hätte es nicht einmal bedurft, ich war ſchon zuvor völlig davon überzeugt.

Und wer iſt denn die Zauberin? Wiſſen Sie es?

Sie ſelber, gnädige Frau!

Ah! ich wußte bisher nicht, daß in den Deut ſchen ein ſolcher Schalk wohnen könne; jetzt

Und ich danke dem Himmel, erwiderte Homburg, ſeiner Gattin die Hand reichend,daß meine Gemahlin neben Ihnen ſitzt, denn, ich wüßte wahrhaftig nicht, ob ich Kraft genng haben würde, Ihrem Zauber al lein zu widerſtehen. Gewiß aber werde ich künftig den Muth nicht mehr haben, Ihnen offen zu begegnen ich werde Sie fürchten, fliehen!

Schrecklich nicht wahr, Prinzeſſin?

Die angeredete Dame war ſonſt ſtill und ſchweig⸗ ſam; jetzt mußte ſie doch mit einem Lächeln fragen:

Und wie verrieth der Herr Marqnis ſich denn?

O, Sie hätten die Blicke ſehen ſollen, mit welchen er den armen Melartin vernichten zu wollen ſchien, aus welchen die helle Eiferſucht loderte wahrhaftig um jedes Wort aus Ihrem Munde beneidete er ihn.

(Fortſetzung folgt.)

Gedicht von Karl Koch.

Die Entführung.

Wer jaget dahin in der dunkelen Nacht Von des Grafen prächtigem Schloſſe? Der Himmel dränuet, kein Sternlein lacht, Wie kenchen die ſchäumenden Roſſe! Es iſt der Lord von Liedenhall; Erſtiegen hat er des Schloſſes Wall, Und entführt dem Grafen zur nächtlichen Stunde Sein ſchönes Töchterlein, Roſamunde.

Fahr' wohl, o Heimath,, auf immerdar!

O, mußte es dahin kommen!

Ohn' Vatersſegen zum Traualtar

Was kann die Ehe mir frommen? Nicht alſo was Dein Vater ſann, War Liebe nicht ſo ſinnt ein Tyrann.

Vergiß ſie jetzt, die erlittenen Schmerzen,

Vergiß ſie an meinem liebenden Herzen.*

O Edward, daß Dir's Gott vergieb! Gedenke nicht ſein in Hader; Wohl unhold war er unſrer Lieb',

Doch iſt er ein guter Vater.

*) engl Leadenhall.