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„Ader mein Prinz— Sie ſtellten mir eben das Zeugniß eines feinen Diplomaten aus, für das zu danken ich nicht eitel genug bin, und können dennoch glauben, ich hätte mein Herz verloren!“
„Bah! Das Gewiſſen läßt ſich gewöhnen; das Herz— das iſ ein ander Ding;— da flammt es, trotz aller Wacht, plötzlich blitzesgleich auf und— Excellenz, geſtehen Sie nur, daß ich Recht habe!“
„Sie widerſprechen ſich auf's Neue; denn geſetzt, es wäre ſo— von einem Diplomaten ein Geſtänd⸗ niß zu erwarten,— es müßte weit kommen, wenn er es nur der Geliebten ablegen wollte.“
„Wahrhaftig,“ lachte die Dame wieder,„der Marquis hat Recht und ich habe zu viel Reſpect vor ſeinen—“
Sie vollendete nicht. Ein junger, hübſcher Manu war herbeigetreten, deſſen jugendlich friſches Aeußere durch den zarten Teint und die helle Farbe des Haares noch mehr gehoben wurde. Die Baroneſſe hob den vollen Blick zu ihm auf und der helle Strahl deſſelben entging dem ſcharfen Auge Chetardie's nicht, das er auf ihr haften ließ, indeß Homburg dem Ankömm⸗ ling die Hand entgegenſtreckte.
Voilà, cher Baron!“ rief der Prinz—„dem Himmel ſei Dank, daß ich Sie wieder erblicke, da mir äußerſt bange um Sie war. Die Fama hatte ausgeplaudert, daß Sie ernſtliche Händel gehabt, und mir war es recht ſchwer um's Herz, ſo lange ich bẽ⸗ fürchten mußte, daß Sie etwas ernſthafte Verwun⸗ dungen ſich zugezogen.“
„Man hat Sie ja recht lange nicht geſehen, Melartin,“ klang die weiche Stimme der ſchönen Frau, welche ſich jetzt wie unwillkürlich aus ihrer früheren Stellung aufrichtete, und der Marquis wollte ein ſonſt ungewöhnliches Timbre in dem Tone be⸗ merkt haben,„ſo lange nicht, daß des Prinzen Verkün⸗ digung an Wahrſcheinlichkeit gewinnt.“
„Ein leichtes Unwohlſein, gnädige Frau— und in der That, es ſind drei Tage darüber vergangen, drei lange Tage, während welcher ich Sie nicht ge⸗ ſehen und darum auch nicht Gelegenheit hatte, Ihnen einige Neuigkeiten aus Stockholm, die ich privatim erhielt, mitzutheilen.“—
„Nachrichten— ſiehe da— und gute vermuthlich!“
„Da wollen wir nicht ſtören,“ ſagte Homburg, ſeinen Arm in den des Franzoſen legend, worauf Beide ſich empfahlen, um zu einer anderen Gruppe zu treten, nachdem Chetardie noch Zeit gehabt, zu beobachten, wie willkommen der Baroneſſe dieſer Entſchluß des Prinzen kam.
„Dieſe ſchwediſche Madonna,“ ſagte der Letztere, als er einige Schritte von der Dame entfernt war,
Jeitung.
zu Chetardie,„iſt ein zu reizendes Weib, als daß man ihr irgend etwas übelnehmen könnte. Ich würde mich ſonſt durch die Haſt, womit ſie uns über ihre Neuigkeiten fahren ließ, recht ernſtlich verletzt fühlen.“
„Indeß mir ſcheint, daß die Nachrichten eben nur Nebenſache waren. Bemerkten Sie denn nicht, Prinz, daß ſie ſich mitten im Worte unterbrach, nur um den zierlichen Attaché zu begrüßen?“
„Pardon— ich war es, der ſie unterbrach. Was trotzdem ihre Art betrifft, mit der ſie dem Blondin entgegenkam, ſcheint es, daß dieſe ziemlich intim war. Voilà! ah! ſehen Sie— Melartin hat ſich zu ihr geneigt— wie glühend ſie ausſieht— wie ſchön!“
„Ah! und wie er eben ſeine Lippen auf dieſe kleine, roſige Hand drückt!“
„Sehen Sie, cher ami! Sie ſagten einſt, es gäbe bei uns im eiſigen Norden keine ſo ſchönen Frauen, als in Ihrem ſonnigen Frankreich.“
„Und gebe mich heute beſiegt. Immerhin, Prinz, machen Ihre Gemahlin und dieſe Baroneſſe, von welcher ich nie geglaubt hätte, daß ſie ſo feurig ſein könne, als ihr Blick es eben zeigt, nur Ausnahmen und ich moderire meinen Satz dahin, daß es nur wenige gebe.“
Sie kamen zu einem lebhaft plaudernden Kreiſe.
„Apropos!“ empfing ſie Einer aus demſelben; „Marquis, Sie werden mir belegen können, daß ich in zwei Wochen nur ein Mal mit Verluſt vom Pharao aufſtand!“
„Es iſt ſo, Messieurs! Ein ſo fabelhaftes Glück, als Monſieur Leſtocg in der genannten Zeit gehabt, hätte mich zu Grunde gerichtet, wäre ich ein ſo leiden⸗ ſchaftlicher Spieler, als er ſelbſt.“
„Ich möchte Ihnen indeß nicht rathen, Leſtocq,“ meinte Homburg fein,„Ihre belle fortune heute auf's Neue gegen den Marquis zu verſuchen.“
„Ahl und weshalb nicht?“ rief Leſtocq.
„Ja, weshalb nicht?“ fragte auch Chetardie.
„Weil Excellenz, wie ich ſoeben beobachtet, Unglück in der Liebe haben.“
„Was Teufel!“ rief Leſtocq, zu der Baroneſſe hinüber blickend,—„dort?“
„Ei— was kommt mir denn für ein Gedanke!“ griff Homburg ſich lachend an die Stirne;„wie, Herr Marquis, dort?!“ und auch er wies nach der Frau zurück, die ſie in Melartin's Geſellſchaft zurückgelaſſen. „Ol jetzt wird mir auch Ihr ſcharfer Blick klar, Ihre Zurückhaltung—
„Reden wir doch von etwas Ernſthaftem,“ ſagte Chetardie, deſſen Miene einen Ausdruck lachenden Unwillens annahm.„Sie ſagten vom Spiel—“
„Ja, beim Spiel—“ fiel Leſtoeg ein;„ich bin
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