Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
647
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Vorthell

und köͤnnen zweitenz. enſere Maß⸗

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Dierte Holge. 647

Tode, dem Teufel und dem Pfarrer von St. Moritz zu gleicher Zeit rauft!

Aber was ſoll er denn meinem Vater darf kein Haar gekrümmt werden!

Wird auch nicht geſchehen. Schicke nur jetzt Jemanden zum Bahnhofe mit einem Billet von Dir, das Deinem Vater mittheilt, Du wäreſt wieder hier und bäteſt ihn, ſich heute Abend acht Uhr an irgend einem Platze einzufinden. Von dieſem Platze läſſeſt Du ihn abholen zu Dir, etwa ein Viertel neun Uhr muß er bei Dir ſein, und empfängſt ihn am beſten vorläufig allein. Ich berufe jetzt die Extraſitzung und treffe meine Maßregeln. Noch Eins: hat C. W. Bauer Muth, oder iſt er ein Haſenfuß?

Haſenfuß eher.

Dann laß ihn, wo möglich, mitkommen. Du kannſt das Billet hier ſchreiben; ich lade, wie geſagt, die Giganten ein. Adieu!

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Es mochte etwa acht Uhr Abends geworden ſein, als ſich aus dem weiten Thorweg derdeutſchen Freundſchaftseiche ein langer Zug entwickelte. Lauter coloſſale Geſtalten, welche jetzt auf den Ruf des an die Spitze ſpringenden Actuarius: Rechtsum marſch! auf die Straße zogen. Voran, hinter dem Actuarius, der Privatgelehrte, in der linken Hand ein großes zuſammengerolltes Papier, in der rechten ein rieſiges, mit Laub umwundenes Waddiwaddiwaddi tragend; dann der Miſſionarius außer Dienſten, ſein ebenfalls blättergeſchmücktes Waddi ſchulternd; dann Herr Sarrau, Mnemoniker, an der Hand den blinden Maler; dann die Anderen, noch um einige Kraft⸗ männer vermehrt, Alle in ihren Feiertagsgewändern und mit dem verzierten Waddi bewaffnet. Der fonder⸗ bare Zug wälzte ſich, von manchem ſonſt nicht neu⸗ gierigen Auge doch mit Neugierde betrachtet, gegen Golo's Wohnung zu, bis er, dem Haltrufe Meinholds ge⸗ horchend, nicht weit von dieſer im Schatten eines vor⸗ ſpringenden Hauſes ſtehen blieb.

Hier müſſen wir warten, flüſterte der Actuar

den Uebrigen zu;es iſt noch nicht ganz ein Viertel,

der alte Haferſchleim iſt alſo noch nicht bei ſeinem Sohne angelangt. Doch ſieh, da biegt eben ein Dienſt⸗ mann mit zwei Herren, wahrſcheinlich mit ihm und Bauer, um die Ecke. Sobald er das Haus betreten hat, möglichſt behutſam und leiſe die Treppe hinauf, hinter ihm her.

Der alte Haferſchlein, der es ſich den ganzen Tag wohl hundert Mal überlegt hatte, ob er die merk⸗ würdige Bitte ſeines Sohnes erfüllen oder ob er nicht auf die Polizei gehen, ſich die Wohnung Mein⸗ holds und durch dieſen wieder den Aufenthalt Golo's

mittheilen laſſen ſolle, war endlich zum Glück für Letzteren zu dem Entſchluß gekommen, dem Billet in Geſellſchaft ſeines Freundes Bauer Folge zu leiſten. Er war zwar ſehr verwundert geweſen, auf dem beſtimmten Platze nicht Golo zu treffen, ſondern einen Dienſtmann, der auf die Wartenden zuging und ſie bat, ihm zu Golo's Quartier zu folgen, aber ſie waren nichts deſto weniger mitgegangen und nun ſtanden ſie nebeneinander in einem kleinen eleganten Zimmer, ihnen gegenüber der Verbrecher Golo.

Der alte Haferſchleim hatte ſich ferner zwar einen ſehr ſchönen, mit vielen ſchneidenden Redens⸗ arten verzierten Prolog zu dem Trauerſpiele, das er ins Werk ſetzen wollte, ausgedacht; jetzt aber, als er ihn declamiren ſollte, fehlten ihm plötzlich die Worte; die Wuth, vergrößert durch die Demüthigung, zu Golo wie zu einem Fremden geführt zu werden, ſtritten ſo heftig mit der Liebe zu ſeinem einzigen Kinde, daß der Kampf ein ſtummer, aber deſto erbit⸗ terterer wurde. Endlich gewann die Wuth die Ober⸗ hand.

Golo, das hätte ich nie, niemals geglaubt, wollte er ſagen, wurde jedoch durch ein fürchterliches Poltern und Getöſe draußen auf der Treppe unter⸗ brochen; in demſelben Moment flog die Thüre auf und herein drängte ſich eine Schaar rieſiger Männer, große Keulen in der Hand....

Hochverehrter Herr, trat der Privatgelehrte auf Bauer zu

Dieſer muß es ſein, raunte ihm der Actuar ins Ohr und ſchob ihn zu dem alten Haferſchleim...

Hochverehrter Herr, wiederholte der Privat⸗ gelehrte, ohne ſich im Mindeſten durch die Verwechſelung aus der Faſſung bringen zu laſſen,hochzuverehren⸗ der Kaufherr!

Was wünſchen Sie denn fing Golo's Vater an, aber er kam nicht zu Ende mit dem Satze, denn der Privatgehrte fiel ihm in erhobenem Tone ſofort in die Rede:

Hochzuverehrender Kaufherr! Indem Sie Ihre hochherzige Einwilligung dazu gaben, daß Ihr Herr Sohn die arme, aber rechtſchaffene Tochter jenes trefflichen und edlen deutſchen Biedermannes(Meinhold verbeugte ſich) heirathete

Iſt mir gar nicht eingef

Indem Sie dies in ſo erhabener, wahrhaft edelmüthiger Weiſe

Ich habe nicht im Traume daran ged

Indem Sie dies in ſo chriſtlicher, Ihren milden, herrlichen, nur auf das Glück Ihres Sohnes bedachten Charakter ſo ſtrahlend documentirenden Weiſe

Ich werde es nie 1