ſchöne Geſicht, wie es ihn gewahrte, haſtig in das Innere des Wagens wandte. Zu Hauſe angelangt, machte es ihm viele Mühe, ein zuſchlafen, vor ſeiner bewegten Seele zog bald ddieſes, bald jenes Bild vorüber— zuletzt befand er ſich in ſtiller Nacht am Ufer eines einſamen Fluſſes, über den eine lange, lange Eiſenbahnbrücke führte, welche auf hölzernen Pfeilern ruhte. Es war die Brücke 4 zu Golo's Glück, aber er hatte die Pfeiler durchgeſägt, und wenn Golo mit dem Zuge kam, ſtürzte ſein Kind in den Fluß— horch— durch das Toſen des Windes, das Rauſchen der Wellen und das Flüſtern der Weiden ein langer, gedehnter, endloſer Pfiff— und jetzt tauchten um die nächſte Biegung ein paar kleine rothe Lichter auf— ſie wurden größer— größer— er hörte ſchon das eintönige Klappern der Räder— eine Million, wenn die Pfeiler doch halten!—
immer größer— die Locomotive ziſchte— jetzt ver⸗ ſchlang ſie die erſten Schienen auf der Brücke— ein Krach— ein tauſendfacher Schrei— hinunter
in die aufſpritzende Fluth— ſein Kind— ſein einziges Kind— er warf in Verzweiflung ſich auf die Erde, da beugte ſich eine Frauengeſtalt über ihn, das Capuchon⸗Antlitz vom Wagenſchlag drückte die ſchwellenden Lippen auf ſeinen pergamentenen Mund— Veilchenduft aus ihren Gewändern— Lenzesſonnen⸗ ſchein— Tanz auf grünem Raſen mit einem vollen Dutzend luſtiger Enkelchen— Glockengeläute— bum⸗ bombim— bombim— bim— bim—
„Zuallererſt,“ ſagte Golo,„nimm, lieber Schwieger⸗ vater, meinen herzlichſten Dank entgegen für das prächtige Quartierchen, das Du uns während unſerer Abweſenheit gemiethet haſt. Dein Brief hat uns glücklicherweiſe noch getroffen und wir ſind geſtern Abend, als wir ankamen, ſofort hingefahren. Es hätte mich auch nichts dazu vermögen können, es ſchon ſo früh Morgens— wir haben jetzt erſt Acht, wenn meine Uhr richtig geht— wieder zu verlaſſen,
„Welche beiden Gange?“
„Der zweite folgt aus dem erſten. Der erſte war zu meinem Berichterſtatter Theodor, dem Bedienten von C. W. Bauer. Mein Vater iſt richtig in die ihm geſtellte Falle gegangen, hat die Nachricht von meinem Kommen am Sechszehnten geglaubt, iſt geſtern Abend bei Bauer erſchienen und paßt heute wahr⸗ ſcheinlich den Zügen auf. Meine Frau will ihn ſogar geſtern, als wir ankamen, auf dem Wege vom Bahn⸗ hofe in die Stadt geſehen haben. Sie behauptet, ſie hätte ihn an der Aehnlichkeit mit mir ſofort erkannt — einerlei— er iſt hier, um auf uns zu warten.
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wären die beiden Gänge weniger nothwendig geweſen.“
Jeitung.
Daraus folgt für uns ein doppelter Vortheil.— Erſtens: wir wiſſen, wie er geſtimmt iſt und können unſer Thun und Laſſen danach einrichten; zweitens: wir ſind, wenigſtens für heute, ſicher, von ihm über⸗ raſcht zu werden, wir haben alſo Zeit, unſere Maß⸗ regeln ruhig zu treffen.“
„Ich bewundere Deine Kaltblütigkeit!“
„Wenn wir den Kopf verlieren, iſt Alles verloren, um ſo mehr, als wir, was ich zu gleicher Zeit ad 1, betreffend Stimmung, bemerke, einem äußerſt kalt⸗ blütigen Gemüthe gegenüber ſtehen. Er hat geſtern bei Bauers, wie mir Theodor mittheilt, auch nicht den geringſten Affect verrathen, ſondern von der Sache geſprochen, wie man etwa von Gerſtenpreiſen ſpricht— und das zeigt uns, daß wir uns auf das Schlimmſte gefaßt machen und gleich mit den ſchwerſten Batterien ins Feld rücken müſſen. Leichtes Geſchütz legt bekanntlich keine Breſchen in feſte Schanzen. Ad 2 möͤchte ich vor allen Dingen den Vorſchlag machen, den alten Herrn nicht peinlich wartend in Wind und Wetter auf dem Bahnhofe umher laufen zu laſſen, ſondern ihm in irgend einer Weiſe eine Nachricht zu geben, die ihn mit uns in Verbindung ſetzt und doch fernhält. Der zweite Gang, der Gang zu Dir, folgte ſchon vorher, wo das Reſultat noch ungewiß war, von ſelbſt; jetzt aber, wo dieſes ſo ſchlimm lautet, mit dreifacher Nothwendigkeit aus dem erſten. Sein Zweck iſt: Rath und That von Dir!“
Golo's bewunderte Kaltblütigkeit ſchien doch nicht ganz übermäßig weit her zu ſein, er ſah wenig⸗ ſtens einen Augenblick lang ſo troſtlos aus, wie ein Stu⸗ dent, dem ſeine Collegienhefte ins Waſſer gefallen ſind.
„J— a,“ ſagte der Actuarius und nahm ſeinen Waddiwaddi von der Wand,„man müßte irgend einen kühnen Streich— er führte ihn mit dem Waddi— ver⸗ ſuchen... man müßte ihn hinterrücks überrumpeln... man müßte ſeine Ueberlegung zu Boden ſchlagen... hurrah!... ich hab's!“
„Was denn, was denn?“
„Siehſt Du, wenn ich mein Waddi in der Hand habe, dann kommen die guten Gedanken!“
„Um Gorteswillen, was denn?“
„Hurrah! Eine Evxtraſitzung des Giganten⸗ clubs!“
„Des Gigantenclubs?“
„Ja wohl, die Leute kennen Dich, haben Dich ſchätzen gelernt in den vier Wochen, während derer Du mit uns verkehrteſt; ferner gilt es das Wohl und Wehe meiner Tochter; endlich iſt etwas Aufregung dabei— hurmh— ich mache mich anheiſchig, den Club für dieſen Zweck ſo zu begeiſtern, daß er mit dem
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