ermordeten
auf dem o kam der raus, und er Vicomte und nahen ein anderer von Beziers, de ſich eben⸗ ürfigkeit zu Seits keine
Roger Nur
Verwandte! doch baben! gtadt Beziers n Seinigen er ſich, und ft, Männer, „000, ſchloß ng an. Doch dt mit ſtür⸗ dommen und 4 die Herzen Die Kreuz⸗ ind bei dem n des Heeres welchen ein
ar, gehalten
Katboliſchen ſchlagt Alles viderten die te grauſigfte Welt gehört lic, kezeriſc hlagen. Rur ze ſich haupt⸗ ebrannte man fanden über Untergang
Etliche wenige, darunter auch der Vicomte Raymond Roger, entkamen durch die Flucht, die vielen Tauſende aber, welche nach der Erſtürmung noch lebten und knieend um Verſchonung baten, ſchlachtete man förmlich, als wären es Ochſen oder Schweine. Welche Greuel nebenher durch Brand, Plünderung und Schändung verübt worden ſind, davon zu erzählen ſträubt ſich die Feder, und darum führen wir nur noch das an, daß, während dieſe gräßliche Schlächterei vor ſich ging, die Mönche, welche das Kreuzheer begleiteten, auf dem öffentlichen Marktplatze einen Hymnus zum Lobe anſtimmten!
Ein Schrecken ging durch ganz Europa, als man von dieſem„Mord im Großen“ hörte; Innocenz III. aber und mit ihm die ganze hohe Geiſtlichkeit jubelte in ungeheurer Freude auf, denn es war ja nun der Anfang zur Ausrottung der Ketzerei gemacht. Natür⸗ lich übrigens begnügte man ſich mit dieſem Anfang nicht, ſondern das Kreuzheer machte ſich ſofort gegen Carcoſſone auf, um auch dieſer Stadt das gleiche Schickſal zu bereiten. Zum Glück jedoch hatte ſich der größte Theil der Einwohnerſchaft geflüchtet und ſomit konnten nur einige wenige Tauſende dem Schwerte oder den Flammen überantwortet werden. Dagegen aber fing man durch Liſt den Vicomte Ray⸗ mond Roger und beförderte ihn natürlich ſogleich, trotzdem man ihm„eidlich“ Verzeihung verſprochen, in die andere Welt. Weiter zog dann das Kreuzheer, zerſtörte in dem ganzen Gebiete des Vicomte Schlöſ⸗ ſer und Dörfer, verbrannte zur Kurzweil ſowohl Ketzer als Katholiſche und richtete eine ſolche Ver⸗ wüſtung an, daß man glauben konnte, die ganze Bande habe nur aus Mordbrennern beſtanden. Endlich jedoch war Alles abgethan. Die Kreuzfahrer hatten ſich im Blute der Ketzer vollgetrunken und fingen, weil es nichts mehr zu zerſtören und auszurauben gab, an, ſich zu zerſtreuen. Man konnte ſie nicht hindern, denn ſie hatten ſich urſprünglich nur zu einem Kreuzzug von vierzig Tagen verpflichtet; doch gelang es, einen Theil von ihnen bei dem Grafen Simon von Mont⸗ fort, welchem der Papſt Innocenz die nach der Er⸗ mordung des Vicomte Raymond Roger erledigte Vicomtei Beziers, Carcaſſone und Albi unter der Bedingung
Vierte
Folge. 633
der Zinspflicht geſchenkt hatte, zurückzuhalten, und ihnen ſchloſſen ſich auch der päpſtliche Legat, ſowie die meiſten Biſchöfe und kirchlichen Würdenträger, welche das Heer begleitet hatten, an. Es handelte ſich nämlich darum, daß die Herrſchaft des Schreckens
und des Todes ſich in ganz Südfrankreich nie mehr 4
verliere, und um dieſen Zweck zu erreichen, wollte man die neue Montfort'ſche Vicomtei zum Mittel⸗ punct machen, von welchem aus man die Ketzer jeder⸗ zeit überfallen konnte. In der That hatte alſo der Ketzerkrieg noch kein Ende; nur wurde er nicht mehr in dem großen Maßſtabe, wie bisher, fortgeführt, ſondern man begnügte ſich, von Zeit zu Zeit bald dieſe, bald jene kleinere Ortſchaft, in welcher Ketzer vermuthet wurden, zu überfallen und mit Mord und Brand heimzuſuchen. Sein Hauptaugenmerk aber hielt der päpſtliche Legat(nach ſeiner von Rom aus erhaltenen Inſtruction) auf den Grafen Raymond VI. von Toulouſe gerichtet, denn obwohl derſelbe, ſeitdem man ihn vom Banne gelöſt hatte, nicht vergaß, der Kirche große Schenkungen zu machen, ſo zeigte er ſich doch in der Verfolgung der Ketzer in ſeiner großen Grafſchaft nicht ſo feuereifrig, als man es gern ge⸗ ſehen hätte, und Papſt Innocenz lebte deswegen der vollen Ueberzeugung, daß eine„vollſtändige“ Vertil⸗ gung der Ketzerei in Südfrankreich nur dann möglich ſei, wenn der ketzerfreundliche Raymond mit ſeinem Geſchlechte vom Schauplatz der Welt abtrete. Somit ward Letzterer ſchon im Jahre 1210 abermals vor den Legaten gefordert, um ſich von Neuem wegen des Verdachts der Ketzerei zu verantworten. Der Graf erſchien und erklärte ſich für unſchuldig; aber da er nicht beweiſen konnte, daß er„alle“ Ketzer aus Toulouſe vertrieben oder gar getödtet habe, ſo wurde der Bann von Neuem über ihn ausgeſprochen und ein abermaliger Krieg gegen die Albigenſer be⸗ ſchloſſen.
Die nun abermals beginnenden Verfolgungen würden wir nicht berühren können, ohne aus unſerem Rahmen zu treten, innerhalb deſſen nur ein Brenn⸗ punct derſelben nach der ſchon von uns in dieſen Blättern erwähnten Geſchichte des Papſtthums gege⸗ ben werden ſollte. 7.
Jeuilleton.
Aus den Selbſtbekenntniſſen eines däniſchen Dichters. Das lebhafte Intereſſe, welches Oehlenſchlägers„Cor⸗ reggio“ für die Bühne in neuerer Zeit wieder von mehreren
Seeiten gefunden hat und auch immer als eines der dramatiſch⸗
ſten Stücke däniſcher Poeten verdienen wird, lenkt auch wohl auf den Dichter ſelbſt wieder die Blicke vieler Literaturfreunde. Die⸗ ſes eigenthümliche Talent feſſelt außerdem durch manche pſycholo⸗ giſche Seltſamkeiten, wie er ſie ſelbſt in ſeinen Memoiren erzählt.
*


