606 Novellen⸗Zeitung.
Woher kam nun der geheimnißvolle Geſetzgeber Peru's und ſeine Schweſter⸗Gemahlin? Eine Menge verſchiedener Hypotheſen ſind über dieſe intereſſante Frage aufgeſtellt worden. Rankink, der ſie im Jahre 1827 in einem ſehr ge⸗ lehrten Werke behandelt hat, hält es für zweifellos, daß Manco Capac ein Sohn Kublai⸗ khans, des erſten chineſiſchen Kaiſers von der Nuen⸗ Dynaſtie, geweſen ſei, und daß er Peru mit einer Brigade Elephanten erobert habe. Monteſinos, ein alter ſpaniſcher Chroniſt, läßt ihn etwa 500 Jahre nach der Sündfluth von Armenien kommen; Andere geben ihm einen ägyptiſchen, einen mexikaniſchen, ja ſelbſt einen engliſchen Urſprung, denn Inca Manco Capac, ſo ſagte man, ſei ein verdorbenes Ingasman Cocapac oder der blühende Engländer.
So viel iſt ziemlich zweifellos, daß durch eine unbe⸗ kannte Urſache, wahrſcheinlich durch den Einfluß, den civiliſirte Fremde ausübten, drei ſüdamerikaniſche Völker, zwar zu Einer Zeit, aber ohne Verkehr unter einander, auf eine Stufe der Civiliſation gelangten, welche diejenigen aller andern Stämme in beiden Hälften Amerika's bei weitem überragte, ſowie daß die Ueberlieferungen von dem Urſprunge dieſer Civiliſation große Aehnlichkeit miteinander haben.
Auf dem Tafellande von Anahuac erſchien Quetzalcoatl und lehrte das Volk der Tolteken Kunſt und Wiſſenſchaft; er wurde ſpäter von den Mexikanern als Gott verehrt, und von ihm rühren vielleicht die Denkmäler her, die Stephens zu Armul und Palenque entdeckt hat.
In den Gebirgen von Bogota trat Bochica, ein Sohn der Sonne, in geheimnißvoller Weiſe unter dem Muysca⸗ Volke auf und lehrte Baukunſt und Ackerbau. Er führte ein zuſammengeſetzteres Syſtem der Zeitrechnung ein, ver⸗ beſſerte das Mondjahr, indem er nach je drei Jahren einen Schaltmonat einſchob, berechnete auch die Zeit nach Cyklen. Endlich ernannte er, wie in Japan, zwei Fürſten, einen geiſtlichen und einen weltlichen, und zog ſich vom öffentlichen Leben in das heilige Thal bei Tunja zurück.
In Peru aber erſchienen zu derſelben Zeit Manco Capac und ſeine Gemahlin Mama Oecllo Huaco, auch Sonnenkinder, und gründeten ein mächtiges Reich. Manche geben an, daß
ſie zuerſt an den Ufern des Titicaca⸗See's aufgetreten ſeien,
Andere, daß ſie aus einer Höhle bei Paccari⸗ tambo hervor⸗ gekommen, Alle aber ſtimmen darin überein, daß die Künſte, die verbeſſerten Verkehrsmittel, die erleuchtete Regierung und die verhältnißmäßig reinere Religion Peru's von ihnen herrührten.
Vergleicht man Einrichtungen, Gebräuche, Ceremonien und Religion mit denen verſchiedener aſiatiſcher Völker, ſo erſcheint es faſt zweifellos, daß die Einwanderer, die unter den Namen Quetzalcoatl, Bochica und Manco Capac vorkommen, ihren Weg nach Süd⸗ und Centralamerika aus China oder andern oſtaſiatiſchen Ländern gefunden haben, und dies iſt die gegenwärtig unter den Gelehrten, die ſich mit dieſer Frage beſchäftigt haben, allgemein angenommene Meinung. Schlegel ſpricht ſich dafür aus, ebenſo Wiſeman und Humboldt; und Rivero, ein ausgezeichneter peruaniſcher Alterthumsforſcher, erklärt geradezu, es ſei keinem Zweifel unterworfen, daß Bochica und Manco Capac Buddhiſtenprieſter geweſen ſeien, die durch ihre hervorragende Kenntniß und Civiliſation eine Herrſchaft über die Seelen der Eingebornen erlangt und ſich dadurch zur höchſten Gewalt aufgeſchwungen hätten.
Die Herrſchaft der Inca's war, obſchon der Form nach despotiſche Theokratie, in der Ausübung mild und patriarcha⸗ liſch. Der Inca war der Vater des Volks; er ließ die Arbeiten, die Vergnügungen und Feſtage deſſelben durch ſeine
Beamten ſtreng überwachen, und ſein ſtolzeſter Titel war Huaccha⸗ cuyac,„der Freund der Armen“. Die religiöſen Ceremonien waren mit dem Betriebe der geſammten Regie⸗ rungsthätigkeit und dem Verlaufe des allkäglichen Lebens auf das Innigſte verwoben, und es galt als Pflicht der Kinder der Sonne, ihre Inſtitutionen, gleichviel, ob durch milde oder gewaltſame Maßregeln, über alle angrenzenden Länder zu verbreiten. Dieſer Pflicht kamen vier etwas mythiſche Nach⸗ folger Manco's, nämlich Rocca der Tapfere, Yupanqui der Linkhändige, Mayta der Reiche, und Capac Yupanqui, in großem Maßſtabe nach, ſo daß beim Regierungsantritt eines zweiten Rocca, Inca Rocca, die Herrſchaft des Inca⸗Reichs, welches Ttahua⸗ntin Suyu, d. h. die vier Provinzen, genannt wurde, ſich von Ollantay⸗tambo bis zu den ſüdlichen Ufern des Titicaca⸗See's erſtreckte.
Was vom Palaſte dieſes Inca noch übrig iſt, liegt im calle del triunfo, in der Nähe des großen Marktes von Cuzco. Die Mauern deſſelben beſtehen aus mächtigen Bau⸗ ſtücken eines dunkelſchieferfarbigen Kalkſteins von verſchiede⸗ nen Größen und Formen, ſo daß z. B. eines von zwölf Sei⸗ ten mit vorkommt; alle aber paſſen mit bewunderungswür⸗ diger Genauigkeit ineinander. Inca Rocca gründete die NYacha⸗huaſi, Erziehungsanſtalten für die vornehmen Jüng⸗ linge, machte ſich als Krieger und Geſetzgeber berühmt und erweiterte die Grenzen des Reichs bis zu Huancarama und Andahuayles. Auch für die Kunſt ſoll Inca Rocca viel gethan haben.
An den Mauern der Kirche San Lazaro, die ich für die ehemaligen Nacha⸗huaſi halte, finden ſich eine Menge Schlangen in Relief in den Stein eingehauen; Bildniſſe, die man in ganz gleicher Weiſe an den ſteinernen Schwellen des Palaſtes Huanya Capac und an vielen anderen Inca⸗ Gebäuden findet. Auch andere Bildhauerarbeiten aus der Inca⸗Periode haben ſich erhalten. In dem Hauſe, welches einſt Garcilaſſo de la Vega, der Inca⸗Geſchichtsſchreiber, be⸗ wohnt haben ſoll, erblickt man vier ſeltſame ſteinerne Reliefs, die gegenwärtig die Thürpfoſten, zu einem leer ſtehenden Gemach bilden und offenbar von ihren urſprünglichen Stand⸗ puncten entfernt worden ſind. Die beiden obern, von 3 Fuß 10 Zoll diagonaler Länge, ſtellen Ungeheuer mit Frauenköpfen und Vogelleibern dar, ähnlich den Harpyen Virgils. Sie heben ſich kräftig aus dem Stein heraus, und die Federn des Leibes, die Fligel, der Schwanz, ſowie das hinter den Ohren herabfallende Haar ſind ſorgfältig und künſtleriſch ausgeführt. Die beiden untern, von ebenſo kunſtvoller Arbeit, enthalten beſchuppte Ungeheuer, mit langen, hinter ihrem Rücken empor⸗ geringelten Schwänzen. Dieſe intereſſanten Bildwerke tragen die Spuren hohen Alters an ſich, und viele ähnliche mögen, wie Garcilaſſo und andere Chroniſten andeuten, durch den muthwilligen Vandalismus der Spanier zerſtört worden ſein.
Die Bauwerke der Inca's, deren äußere Mauern wir beſchrieben haben, hatten kleine viereckige Fenſter, wie man ſie noch in den Ruinen des Manco⸗Capac⸗Palaſtes ſieht, und waren mit Ychu, dem langen Andengraſe, gedeckt. Das Innere beſtand aus verſchiedenen geräumigen Hallen, von denen man in kleinere Gemächer gelangte; die Wände der Hallen und Gemächer waren mit goldenen Thieren und Blumen von feiner, geſchmackvoller Arbeit geziert. Spiegel von einem harten, glänzend polirten Stein, mit concaver und mit convexer Oberfläche, hingen an ſteinernen Nägeln, und in den zahlreichen Niſchen befanden ſich Geräthe und Conopas von Gold und Silber nach phantaſtiſcher Zeichnung.
Der Anzug der Inca's und ihres Hofſtaates war
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