Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
605
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Architektur und Dichtkunſt. Unter ihnen glänzt Inca Rocca, der Stifter von Schulen, deſſen cyklopiſcher Palaſt von ver⸗

gangener Größe zeugt; Viracocha, der blühende und blond⸗

gelockte, deſſen maſſive Burg noch jetzt vom Sacſahuaman⸗ Berge herabdroht; Pachacutec, der Salomo der Neuen Welt, deſſen Sprüche Garcilaſſo aufbewahrt hat; Nupanqui, deſſen Marſch über die Anden Chile's die Züge Hannibals und Napoleons verdunkeln könnte; Huayna Capac, der ritterlichſte und mächtigſte Inca, der ſeine Herrſchaft vom Aequator bis zur Südgrenze Chile's und vom ſtillen Meere bis zu den Ufern des Paraguay erſtreckte; endlich der brave junge Manco, ein würdiger Namensvetter ſeines großen Ahnherrn, der gegen die ſpaniſchen Eindringlinge einen langen, ungleichen Kampf beſtand, und deſſen Talent und Tapferkeit ſelbſt die Soldaten eines Gonſalvo de Cordova anſtaunten. Aber er unterlag; die Glücksſonne Peru's, die noch am Horizonte gezögert hatte, ſank in ein Meer von Blut hinab, und die unglücklichen Indianer fielen unter das zermalmende Joch der erbarmungsloſen Gothen.

Cuzco liegt unter 13⁰ 31 ſüdlicher Breite und 550 23

weſtlicher Länge(v. Ferro) auf einer Höhe von 11,380 Fuß über dem Meere, und genießt, oſchon nur 200 Meilen vom Aequator entfernt, ein gemäßigtes Klima, ſo daß im Winter ſeine Straßen oft mit Schnee bedeckt ſind. Das Thal von Cuzco iſt zwei Meilen lang, durchſchnittlich eine halbe Meile breit, von hohen Bergen begrenzt und wohl angebaut, indem es außer vielen Landgütern noch zwei kleinere Städte, San Sebaſtian und San Geronimo enthält, während Cuzceo ſelbſt etwa eine Drittelmeile lang und etwas über eine Viertel⸗ meile breit iſt. Die Felder der Umgegend fand ich meiſt mit Gerſte und Luzerne bebaut. Im Norden der Stadt ſteigt der berühmte Berg Sacſahuaman empor, von anderen Bergen links und rechts durch zwei tiefe Schluchten, in denen die klei⸗ nen Flüſſe Huatanay und Rodadero herabgekommeu, getrennt. Der Huatanay, ein toſender kleiner Bergſtrom, fließt, nachdem er die bemooſten Grundmauern des alten Kloſters Santa Tereſa beſpült hat, längs der weſtlichen Seite des großen Marktplatzes hin, nimmt dann zwiſchen gemauerten Ufern ſeinen Lauf mitten durch eine breite Straße, wo die Ver⸗ bindung durch zahlreiche ſteinerne Brücken hergeſtellt iſt, und vereinigt ſich endlich mit dem Rodadero, der die im Süden der Sonnengärten gelegene Vorſtadt San Blas von der innern Stadt trennt. Die letztere liegt faſt ganz zwiſchen den beiden Flüſſen und hat außer dem ſchon erwähnten noch zwei ſchöne freie Plätze weſtlich vom Huatanay.

Die Häuſer ſind ſteinern; der untere Stock beſteht meiſtens noch aus dem alten maſſiven Inca⸗Mauerwerk, während die oberen Stockwerke und die rothen Ziegeldächer neueren Urſprungs ſind. Die Straßen laufen rechtwinklig und bieten in ihren langen Zeilen maſſiver Bauwerke einen durch die Alterthümkeit intereſſanten Anblick dar; hie und da erheben ſich ſchöne Kirchthürme, und den Hintergrund füllen zunächſt die ſteilen Straßen, die ſich an den niedrigen Ab⸗ hängen des Sacſahuaman hinaufziehen, und weiterhin die alte graue, den Gipfel des Berges krönende Burg der Inca's.

Nachdem wir nun den Leſer auf einen Schauplatz geführt haben, der zu den intereſſanteſten Puncten der Neuen Welt gehört, beſuchen wir mit ihm diejenigen Denkmäler der Inca's, welche die Ueberlieferung als die älteſten bezeichnet, und vergegenwärtigen uns dabei die mit denſelben verknüpften

hiſtoriſchen Erinnerungen.

Die Straße, die auf die Höhe des Saeſahuaman führt,

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iſt ſo wenig geneigt, daß ſie in Form einer Treppe angelegt wurde. Auf einem ſchmalen ebenen Vorſprung, mit der Aus⸗ ſicht auf die Stadt, und unmittelbar unter dem abſchüſſigen Felſen, der die Citadelle trägt, befinden ſich die weitläufigen Ruinen von Colcompata, die dem erſten Inca, dem Monco Capac, zugeſchrieben werden. Die Ausſicht von dieſem Puncte iſt weit und herrlich; zu Füßen liegt die Stadt, wie eine Karte ausgebreitet, mit ihren vielen ſchönen Kirchen, die ſich von den andern Gebäuden abheben, und dem großen belebten Markte, dem die Indianerinnen, die wie ein Bienen⸗ ſchwarm ab⸗ und zugehen, während andere in dichten Gruppen unter ihren Schirmen ſitzen und ihre Waarenlager vor ſich aufgethürmt haben, ein originelles Anſehen verleihen. Jenſeits liegt die lange fruchtbare Ebene mit ihren Weilern und Städten, und in weiter Ferne erhebt ſich über die das Thal umſchließende Bergkette der Schneegipfel des Aſungato, der glänzend gegen den blauen Himmel abſticht.

Die Ruinen beſtehen aus Mauerüberreſten, die in Terraſſen übereinander liegen. Die untere Mauer, 84 Schritte lang und 8 Fuß hoch, mit S Niſchen, iſt aus Steinen von allen nur erdenklichen Formen und Größen, die aber genau ineinander paſſen, aufgeführt; eine in Relief ausge⸗ hauene Sirene, die ſich auf einer viereckigen Steinplatte be⸗ findet, hat durch die Zeit ſtark gelitten. In einer der Niſchen führt eine ſteile Steintreppe auf ein Luzernefeld, und hier erhebt ſich, als zweite Terraſſe, eine obere, 12 Fuß hohe Mauer. Auf der anderen Seite des Feldes befinden ſich die Ueberbleibſel eines ſehr ausgedehnten Baues oder einer Reihe von Gebäuden. Die allein noch ſtehende ſehr ſtarke Stein⸗ mauer von ſechzehn Schritt Länge und 10 ¼ Fuß Höhe enthält ein Thor und ein Fenſter und zeichnet ſich durch ihr höchſt vollendetes Mauerwerk aus. Die Bauſteine ſind ſämmtlich Parallelogramme von verſchiedener Länge, aber gleicher Höhe, und die Kanten ſind ſo ſcharf und fein gearbeitet, daß ſie ſelbſt jetzt noch nur eben erſt aus der Hand des Stein⸗ metzen hervorgegangen zu ſein ſcheinen, ſchließen auch, ohne allen Kitt, ſo genau, daß man nicht die feinſte Nadel zwiſchen den einen und den andern Stein einzulaſſen vermag. Hinter dieſen Ruinen erheben ſich noch drei Terraſſen von der gröberen Bauart der erſten Mauer, die mit Erlen und Obſt⸗ bäumen bepflanzt ſind. Dieſe Ruinen bezeichnet die Ueber⸗ lieferung als den ehemaligen Palaſt des erſten Inca von Peru, und er ſoll deshalb dieſen Platz zu ſeiner Reſidenz erwählt haben, um von hier aus den Bau und das Wachs⸗ thum ſeiner Stadt Cuzco bequem überwachen zu können.

Sein ſeltſames und plötzliches Erſcheinen, die neue und fremdartige Civiliſation, die er einführte, das verwickelte Religionsſyſtem, das er begründete, und ſeine gut organiſirte Verwaltung ſchildern die meiſten Chroniken aus der Zeit der ſpaniſchen Eroberung beinahe wörtlich gleichlautend. Manche haben Zweifel gegen die Wahrheit der Ueberlieferung erhoben; darin aber ſtimmen Alle, die über den Gegenſtand geſchrieben haben, überein, daß mehrere Jahrhunderte vor der Ankunft der Spanier ein überlegener Mann oder ein überlegenes Ge⸗ ſchlecht, weit vorgeſchritten in der Civiliſation eines fernen Landes, auf den Hochebenen der Anden hervorgetreten, ſich die Herrſchaft über Land und Volk angemaßt, ſich als von der Sonne abſtammend bezeichnet und in dieſer Eigenſchaft Gehorſam von Seiten der Eingebornen gefordert habe. Einzelne Anzeichen könnten zu der Vermuthung führen, daß die Civiliſation der Inca's auf ſelbſtſtändiger, einheimiſcher Entwickelung beruhe: allein bei weitem überwiegende Beweis⸗ gründe ſprechen für einen fremden Urſprung derſelben.