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Vierte Holge. 607
prachtvoll. Man hat zu Cuzco noch Gemälde aus der Zeit der ſpaniſchen Eroberung, auf denen die Inca's in vollem Coſtüm dargeſtellt ſind. Sie tragen überall eine Tunika von feinem Baumwollengewebe, einen Gürtel von Tuch, der mit Figuren gemuſtert iſt, einen goldenen Bruſtharniſch oder eine goldene Sonne um den Hals, und ein langes, fliegendes Gewand, das von den Schultern bis zum Boden herabfällt. Einige zeichnen ſich durch einen Kopfputz von Reiherfedern aus, der regierende Inca aber iſt ſtets mit der carmoiſinrothen lautu(Franſe) und den ſchwarz und weißen Flügelfedern des majeſtätiſchen Falken Coraquenque dargeſtellt. Die Nuſtes, Prinzeſſinnen, trugen den Iliclla, einen langen Mantel, der über der Bruſt mit einer großen goldenen Nadel befeſtigt war.
Die Zeuge, die zur Zeit der Inca's fabricirt wurden, beſtehen aus Geweben von Baumwolle oder der ſeidenartigen Vicunawolle. Die Fäden wurden auf kleinen Handſpindeln geſponnen, und man verſtand ſich gut auf die Kunſt, in ver⸗ ſchiedenen Farben ſchön zu färben.
Sie fertigten goldene, ſilberne, irdene und ſteinerne Ge⸗ fäße von ſinnreicher Geſtalt und eleganter Form; viele waren, nicht ſelten doppelt und vierfach, Vögeln, Fiſchen, vierfüßigen Thieren und menſchlichen Figuren nachgebildet.
Nach Inca Rocco gelangte ſein ſchwermüthiger Sohn Yahuarhuaccac, der bei ſeiner Geburt blutige Thränen vergoß, auf den Thron. Unter ſeiner Regierung trat eine Kriſis im Inca⸗Reiche ein, die zu Steigerung ſeiner Größe ausſchlug. Die benachbarten weſtlichen Indianerſtämme, bis zu den Küſtencordilleren, traten in ein Bündniß, um die Inca⸗Herr⸗ ſchaft zu ſtürzen. Der Zeitpunct war gut gewählt; denn die Regierung lag in der Hand eines ſchwachen Fürſten, und der Sohn deſſelben, der Kronprinz, war irgend einer Ver⸗ ſchuldung wegen vom Hofe verbannt und von allen Staats⸗ angelegenheiten fern gehalten worden. Der Prinz war aber kein Mann von gewöhnlichem Schlage. Auf die Hochebenen von Chita verbannt, wo er der zum Sonnendienſte beſtimmten Lamas warten ſollte, verbrachte er ſeine Zeit in Betrachtungen. Das Tafelland von Chita, in der Nähe Cuzco's, beſteht aus weitgedehnten, hie und da mit kleinen See'n bedeckten, graſigen Abdachungen. Ueber die ruhigen Seeflächen ſtreichen zahlreiche Waſſervögel hin, und ein tief⸗ blauer, meiſt wolkenloſer Himmel hängt darüber. Unter dieſem lieblichen Gewölbe, am Fuße eines der gigantiſchen Granit⸗ blöcke, welche auf der Hochebene zerſtreut umherliegen, ſtreckte ſich der junge Prinz auf den Boden und blieb ſtundenlang in tiefes Nachſinnen verſenkt. Da erſchien ihm eines Tages, als die Sonne am höchſten ſtand und die ganze Natur in tiefes Schweigen verſenkt war, eine hehre Lichtgeſtalt mit fliegendem goldenen Haar, offenbarte ihm den mächtigen Bund, von dem das Reich bedroht werde, und befahl ihm, ſich auf⸗ zumachen und ſich an die Spitze des Inca⸗Heeres zu ſtellen. Der Prinz, zur Entfaltung ſeiner ganzen Thatkraft geſpornt, nahm den Namen der Erſcheinung, Viracocha, Schaum des Meeres, an, ſtieg nach Cuzco hinab und brachte die Kunde von dem bevorſtehenden Kampfe....
Wir haben dieſe mythiſche Hiſtorie nur noch angeführt, um zu zeigen, daß ein höherer Genius die Cultur jener räthſelhaften alten Indianer belebte und wir es bei ihnen nicht mit niedrigen materiellen Ueberlieferungen zu thun haben. Traditionen, wie die eben erzählte, finden ſich nur auf einer gewiſſen Stufe geiſtiger Civiliſation.
Misrellen. 4
Papſt Sixtus V., als er noch Mönch im Kloſter zu Macerata war, erhandelte ein Paar Schuhe, wofür der Meiſter 7 Giulos(ungefähr 21 Groſchen) verlangte. Bruder Felix Peretti aber(ſo hieß damals der nachherige Papſt Sixtus) hatte nur 6 Giulos und tröſtete ſcherzhaft den Verkäufer, daß er ihm den Reſt ſchon gelegentlich nachzahlen wolle.
„Eil da ſoll ich wohl warten,“ entgegnete der Schuh⸗ macher,„bis Ihr Papſt werdet?“—
„Je nun, wenn Ihr ſo lange in Geduld ſtehen wollt, ſollt Ihr das Capital mit Intereſſen erhalten.“
Damit ging der Mönch fort und der Schuhmacher ließ ihn in Frieden ziehen.
Bruder Felix aber hatte die nicht üble Gewohnheit, ein Tagebuch oder von ihm ſo genanntes Memento virorum zu halten, in welches er Alles, was ihn nur einigermaßen intereſ⸗ ſirte, beſonders die Perſonen, die ihm ſchädlich oder nützlich geweſen waren, ihm Haß oder Liebe bewieſen hatten, ver⸗ zeichnete.
In dieſem Memorandum Book(wie die Engländer es nennen) blätterte er einſt als Papſt und fand hier unter Anderm auch den Schuſter mit dem offenen Conto eines Giulo oder 3 Groſchen.
Die Schuld war bereits 40 Jahre alt und alſo, nach römiſchen Geſetzen, verjährt; doch, als Oberhaupt der Chriſtenheit wohl überlegend, daß im Reiche der Mora⸗ lität nichts verjähren könne, ließ der Papſt ſogleich Erkundigungen einziehen, ob der ſo geduldige Gläubiger noch lebe, und erfuhr dann mit Freuden, daß er bereits über 70 Jahre alt, aber noch friſch und munter ſei.
Sogleich ließ er ihn von Macerata nach Rom holen. Der Greis erſchien zitternd vor dem Papſte; denn daß er zu dieſem wie der Creditor zum Debitor ſich verhalte, und daß eben dieſes Verhältniß ſeine Berufung vor den heiligen Stuhl bewirkt haben könne, fiel ihm nach 40 langen Jahren natürlich nicht ein.
Der Papſt riß ihn aber bald aus der Verlegenheit, mit der Erinnerung an den ihm noch ſchuldigen Giulo, welchen er ihm auch ſogleich nebſt genau berechneten Zinſen zu 5 Pro⸗ cent— mehr aber nicht einen Heller— auszahlen ließ.
Hatte der Schuſter erſt vor Angſt geſeufzt, ſo murrte er nun vor Verdruß, daß man ihn einer ſolchen Kleinigkeit wegen aus ſeiner Ruhe geriſſen, daß die Reiſe ihn über 20 Scudi koſte und der Ertrag derſelben ihm kaum 9 Gro⸗ ſchen einbringe.
Dieſes Murren aber war es, was der Papſt erwartete, wünſchte und durch Aufpaſſer erfuhr.
Der Schuſter ward nochmals zum heiligen Vater be⸗ rufen, in dem er nun vollends einen erzürnten zu finden fürchtete.
„Habt Ihr einen Sohn?“ war die einzige Frage, welche der Schuſter mit:„Ja, er iſt ein Mönch,“ beant⸗ wortete.
Darauf mußte er wieder abtreten, durfte aber nicht eher abreiſen, als bis auch ſein Sohn herbeigeholt war, welchem der Papſt— ein vacantes Bisthum im Neapolita⸗ niſchen verlieh.
Des Vaters Freude über ſolche Verzugszinſen bedarf keiner Schilderung.


