Und Tizian ſtirbt nun einſam und allein, Verlaſſen von der Welt, in Noth und Pein. Vor dem ein Karl der Fünfte ſich geneigt Und huldvoll ihm den Pinſel aufgehoben, Dem jeder Tag ein neues Glück gezeigt
Und holde Freuden in den Kranz gewoben, Dem muß am Ende ſeiner Lebensbahn,
Die er durchſchritt in reichſter Segensfülle, Das Schickſal noch ſo hart und bitter nah'n. Und fragſt du nach: kein Denkmal zeigt dir an, Wo man begraben ſeine ird'ſche Hülle.
Literariſche Briefe von Otto Banck.
Friedrich Bodenſtedt's geſammelte Schrif⸗ ten. Berlin, Decker'ſche Buchhandlung.
Von beſonderem Intereſſe werden Sie diejenigen Bände Bodenſtedt's— ich rede hier nur von ſeinen Uebertragungen— finden, welche ſich mit der ruſſiſchen Poeſie beſchäftigen. Was dieſen Ueberſetzungen in gebundener Rede ihre Vorzüglichkeit gegeben, iſt wohl weniger die gründliche, durch langen Aufenthalt in Rußland unterſtützte Kenntniß der ruſſiſchen Sprache, als die ſeltene Fähigkeit, ſich ganz in den Geiſt eines fremden Dichters hineinzufinden und für ihn im Deutſchen eine Sprachgewand zu ſchaffen, welches ſeinen individuellen literariſchen Charakter oft auf das Treffendſte wiedergiebt.
Hierin iſt Bodenſtedt wahrhaft bedeutend und ſeine Erfolge werden durch ſeine feine, überaus talent⸗ volle Behandlung des Verſes ungemein verſchönt. Man wird niemals von jenen Eindrücken der Künſtelei und Mühſamkeit berührt, welche daran erinnern, daß man eine Ueberſetzung lieſt. Vielmehr glaubt man es ſtets mit Originalen zu thun zu haben, die uns die Atmoſphäre und Localtöne eines fremden Landes entgegenbringen.
In ganz vorzüglicher Weiſe zeichnen ſich die Uebertragungen Puſchkin'ſcher und Lermontoff'ſcher Poeſieen aus, und zu dem Vergnügen, welches der Leſer durch den anregenden, oft höchſt entzückenden Genuß dieſer Gegenſtände empfängt, geſellt ſich noch vom Ueberſetzer ſelbſt manch' dankenswerth orientirendes Wort über die Spitzen der ruſſiſchen Literatur. Wir wollen bei dieſen Ueberſichten etwas verweilen.
Lermontoff glänzte, wie Bodenſtedt ſagt, als Mittelſtern des ſchönen Dreigeſtirns ruſſiſcher Poeſie, das mit Puſchkin aufging und mit Kolzoff erloſch.
Novellen⸗Zeitung.
das Gebiet der Poeſie nach allen Richtungen durch⸗ maßen,— lebten, ſchufen und ſtarben in der erſten Hälfte des heutigen Jahrhunderts. Ihr Leben war ein kurzes, aber inhaltſchweres und vielbewegtes; ihr Schaffen war ein reiches und unvergängliches, ihr Tod ein tragiſcher.
Puſchkin fiel 1837, nach ſeiner Rückkehr aus der Verbannung, 37 Jahre alt als Opfer einer Intrigue im Duell.
Lermontoff wurde 1841 in der Verbannung, kaum 30 Jahre alt, ebenfalls in einem Duell am Kau⸗ kaſus getödtet.
Kolzoff ſtarb 1842, 32 Jahre alt, im Elende, zu Tode gemartert durch ſeine Verwandten und durch häusliche Sorgen.
Lermontoff empfing ſeine poetiſchen Anregungen durch Puſchkin, dem größten und fruchtbarſten National⸗ dichter Rußlands, der ſeinerſeits Derſhawin zum poetiſchen Vater hatte, mit welchem das noch kurze Geſchlechtsregiſter der Stammhalter ruſſiſcher Kunſt⸗ poeſie beginnt.
Dieſe Poeſie nimmt, wie das Land ſelbſt, dem ſie entſproſſen, eine weitverzweigte Mittelſtellung zwiſchen dem Abendlande und Morgenlande. Und hierin beſteht ihre weſentliche Eigenthümlichkeit. Jede Frucht ihres Baumes giebt, daß dieſer Baum zugleich aus Aſien und Europa ſeine Nahrungsſäfte gezogen. Die reiche, bildſame und klangvolle ruſſiſche Sprache iſt mit gleichem Glück zur Trägerin nordiſcher Kraft, Klarheit und Tiefe, wie ſüdlicher Weichheit und Formenſchön⸗ heit geworden.
Eine ſolche Miſchung iſt nur das naturwichtige Erzeugniß einer entſprechenden Miſchung des Volkes ſelbſt.
Ein nicht gering anzuſchlagender Vortheil der ruſſiſchen Dichter iſt die lebendige Wechſelwirkung zwiſchen ihnen und ihrem überaus empfänglichen und dankbaren Publicum, welches in Palaſt, Kaufhaus und Isba ihren Geſängen lauſcht, der ärmſte Bauer des Landes hat den Muth des eigenen Urtheils; er jauchzt auf bei dem, was ihn entzückt, und weint bei dem, was ihn traurig ſtimmt, ohne umzuhorchen, was Andere dazu ſagen: eine ſehr natürliche, aber eben deshalb in civiliſirten Ländern, wo die Unnatur zur Mode geworden, ſehr ſeltene Erſcheinung. Dieſe allgemeine, lebendige Theilnahme zwingt den Dichter, in allgemein verſtändlicher, volksthümlicher Sprache zu reden. Daher jene treffenden, immer nahe lie⸗ genden Bilder, jene Klarheit des Ausdrucks und jene Einfachheit der Darſtellung, welche wir bei den ruſſiſchen Dichtern ſelbſt da antreffen, wo ſie ſich in
Dieſe drei hochbegabten Dichter, welche vereint
den künſtlichſten Formen bewegen.
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