er litt, gemildert, bis jetzt die Beſchränkung ſeiner Freiheit bei⸗
nahe das Einzige iſt, worüber er ſich beklagen kann.
Herr Davis fährt natürlich fort, an das Recht der Se⸗ ceſſion zu glauben und er betrachtet ſich ſelbſt als einen Märtyrer der Freiheit. Dr. Craven berichtet, Davis beweiſe
die Richtigkeit ſeiner Anſichten in folgender Art. Er ſage: „Der Richter hält jeden Mann für unſchuldig, bis da
588 Novellen⸗Zeitung.
V dazu. Wir glaubten, predigten und führten ihn praktiſch aus. Wenn dieſe Theorie jetzt für irrig erklärt wird, ſo ſollte die Geſchichte der Staaten von ihrer Organiſation als Colonie bis zu dem jetzigen Augenblick neu geſchrieben und darin die Thatſachen unterdrückt werden, welche Andere in einer ähn⸗ lichen Weiſe zu demſelben Schluß verführen werden. Aber wenn es— wie ich vermuthe— der Zweck iſt, die Seceſſions⸗
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Gegentheil bewieſen iſt, und die Geſetze verbürgen Perſonen,(frage durch ein richterliches Urtheil feſtſtellen zu laſſen, wes⸗
welche unter einer Anklage vor Gericht geſtellt werden, gewiſſ
e halb beginnt man denn damit, daß man den erſten Mann
Vorrechte. Mich, der ich hier gefangen bin, um vor Gericht des Verſuchs unterdrückt? Weshalb, im Namen der Offen⸗ geſtellt zu werden, mit der ganzen Strenge eines verurtheilten heit und der gebührenden Achtung für die Meinungen der
Verbrechers zu behandeln, iſt geſetzlich nicht erlaubt— iſt für den Geiſt der Gerechtigkeit empörend. In der politiſchen Geſchichte der Welt findet ſich in Bezug auf meine Behand⸗ man ihn mit Unwürdigkeiten, die ſeinen Geiſt des er
Menſchheit, beraubt man ihn der nothwendigen Mittel für die Vorbereitung ſeiner Vertheidigung; weshalb überbürdet forder⸗
lung kein ähnlicher Fall. England und die despotiſchen Re⸗ lichen Gleichgewichts berauben müſſen? Es verträgt ſich gierungen in Europa haben Männer, die des Verraths an⸗ ſchlecht mit der Würde einer großen Nation, ſich zu fürchten, geklagt waren, enthaupten laſſen; aber ſelbſt nach der Ueber⸗ ſeinem einzeln gefangenen Feinde alle möglichen Vortheile zu führung ihrer Schuld wurden keine ſolchen Anſtrengungen V gewähren, um auch ſeinerſeits eine Auseinanderſetzung der gemacht, wie in meinem Falle, um ſie zu entehren. Was aber Frage zu geben. Eine Frage, welche gewaltſam oder ohne meine perſönliche Behandlung anbetrifft, ſo laſſen Sie uns Rückſicht auf die Geſetze geregelt wird, muß für immer un⸗
indeſſen ſehen, wie die Sache ſteht. Wenn es der wirkliche geordnet bleiben. Gl
aubend, daß alle guten Regierungen
Zweck in dieſer Angelegenheit iſt, die Seceſſionsfrage dadurch auf Wahrheit beruhen, ergiebt ſich daraus die Ueberzeugung, ins Klare zu ſtellen, daß gewiſſe Perſonen, die ſich der Se⸗ daß Ungerechtigkeit gegen irgend ein Individuum ein öffent⸗
ceſſion anſchloſſen, unter der Anklage des Verraths vor Ge⸗ richt geſtellt werden, aus welcher Claſſe oder welchen Claſſen ſollten die dazu auserwählten Perſonen genommen werden? Unter denen, welche die Conventionen der Staaten ein⸗
beriefen, oder unter denen, welche in ihrer reſpectiven Con⸗ vention für die Seceſſion ſtimmten? Oder unter den Männern, welche die Doctrin der Staatsrechte zuerſt aufſtell⸗ ten? Oder unter den Bürgern, die in Folge ihrer Abweſenheit in ihren Staaten gar nichts mit den Ereigniſſen zu thun hatten, die aber, als es eingetreten war, in ihre Heimath zurückkehrten, um als Pflicht ihrer erſten Unterthanentreue das Geſchick ihrer Staaten zu theilen? Oder unter jenen Staats⸗ beamten, die im öffentlichen Dienſt abweſend waren und die durch einen Befehl zurückgerufen wurden, hierauf zurück⸗ kehrten, ſich ihren Mitbürgern im Staatsdienſte anſchloſſen und dem aus dieſem Verhältniß folgenden Laufe folgten? Zu der letzten Claſſe gehöre ich, der ich der Gegenſtand der größten Strenge bin. Das läßt ſich nur durch die Annahme erklären, daß ich, weil ich am meiſten geehrt worden bin, deshalb die rachſüchtigſten Gefühle errege— denn in welcher andern Art läßt ſich dafür ein Grund auffinden? Ich wünſchte den Krieg nicht, ſondern die Erhaltung des Friedens; des⸗ halb ſchickte ich Commiſſäre nach Waſhington, um zu unter⸗ handeln, ehe der Krieg begann, und dann that ich mein Aeußerſtes, um die Strenge des Krieges zu mildern, und in jeder Pauſe des Krieges ſuchte ich wo möglich den Frieden zu unterhandeln. Eine große Zahl derer, welche bereits praktiſch amneſtirt worden ſind, drangen im Anfange des Krieges darauf, die ſchwarze Fahne aufzupflanzen und den Kampf zu einem der Verzweiflung zu machen. Glaubend, daß jeder Staat ſouverän und die Union eine freiwillige ſei, hatte ich von den Vätern der Conſtitution gelernt, daß ein Staat die Form ſeiner Regierung verändern und Alles, was früher beſtanden, abſchaffen könne, und mein einziges Verbrechen war, daß ich dieſer gewiſſenhaften Ueberzeugung treu ge⸗ blieben bin. War das nicht die allgemeine Doctrin der herrſchenden demokratiſchen Partei des Nordens vor der Seceſſion? Theilten nicht viele der Gegner dieſer Partei in den nördlichen Staaten denſelben Glauben und bekannten ſie ſich nicht offen dazu? Sie predigten ihn und bekannten ſich
liches Unrecht iſt, das nur Vergütung in der Reaction finden kann, welche die vergeltende Gerechtigkeit auf die Unterdrücker bringt. Es war die beſtändig wachſende Gefahr des Nordens, daß er in dem Verſuch, die Freiheit meines Volkes zu ver⸗ nichten, eine Tyrannei errichtete, die auf ſein Gebot nicht verſchwand. Sydney und Ruſſell und Verne und Peters litten; aber ihr Tod gab der Freiheit Segnungen, die ihr Leben nie für dieſelben gehabt haben würden. Wenn die Doctrin der Staats⸗Souveränetät eine gefährliche Ketzerei iſt, ſo würde der Schutzgeiſt Amerikas ein anderes Heilmittel anzeigen, als das Opfer eines Mannes, der daran glaubt. Wikleff ſtarb, aber Huß nahm ſeine Lehre wieder auf, und als der Staub dieſes Märtyrers in den Rhein zerſtreut wurde, kam etwas von dem Weſen derſelben in die Schale, welche Luther trank. Der Weg zu Bewilligungen und zur Macht iſt be⸗ kannt und offen, und deshalb können alle Fragen über vor⸗ behaltene Rechte, über welche die ausgezeichnetſten Männer verſchiedener Meinung ſein mögen und geweſen ſind, durch ein ehrliches Urtheil geordnet werden und nur in dieſer Art können ſie eine endgültige Löſung erhalten.“
Von Davis' Urtheilen über die verſchiedenen Generale der Union und der Seceſſion, welche in dem Bürgerkriege hohe Poſten bekleideten, wollen wir hier nur Das mittheilen, was er über Grant und Mac Clellan und einige Generale des Südens ſagt.
Auf meine Frage, was er von dem General Grant halte, antwortete Davis, derſelbe ſei ohne Zweifel ein großer Sol⸗ dat, aber von einer neuen Schule. Wenn er bei der Ueber⸗ nahme des Obercommando's nicht ein ſehr großes Guthaben in der Bank gehabt hätte, ſo würden ſeine Tratten, ehe er den Culminationspunct erreicht, nicht honorirt worden ſein. Bei Shiloh ſei er am erſten Tage geſchlagen worden und er würde am nächſten Morgen vernichtet oder zur Uebergabe gezwungen worden ſein, wäre nicht Buell zur rechten Zeit mit einer friſchen und wohl disciplinirten Verſtärkung angekommen, deren Zahl verſchieden angegeben worden ſei. Als Kriegs⸗ miniſter habe er Mac Clellan für den geſchickteſten Officier in der Armee gehalten und er habe ihn in zwei wichtigen Fällen verwendet: als Militär⸗Commiſſarius in der Krim und dann zur Erforſchung der Linie der Pacific⸗Eiſenbahn.
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