Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
587
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Ritung Kſellungen urde z.

Beſteben gebildeten cen, daß den Heſte tt ergäͤn⸗ kkeit und orduung in der ten kund

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welcher voranſchritt, das Vorlegeſchloß aufſchloß und die

Feſſeln vorbereitete, um ihr Amt zu übernehmen. Dieſe Feſſeln waren von ſchwerem Eiſen, wahrſcheinlich fünf Achtel Zoll dick und durch eine Kette von leichterem Gewicht

miteinander verbunden. Ich glaube, ſie ſind jetzt im Beſitz

des Generalmajors Miles und werden eine ſehr intereſſante Reliquie bilden.

Das iſt zu greulich, ſtöhnte der Gefangene, der ſich raſch in dem Zimmer umblickte, als ob er irgend eine Waffe oder ein anderes Mittel ſuche, um ſeinem Leben ſelbſt ein Ende zu machen.Ich bitte Sie, Capitän, laſſen Sie mich den commandirenden Officier ſehen. Kann er behaupten, daß ſolche Fußſchellen erforderlich ſind, um die Gefangenſchaft eines alten, ſchwachen Mannes zu ſichern, der ſo bewacht iſt und ſich in einem ſolchen Fort befindet?.

Das kann zu nichts dienen, erwiderte Capitän Titlow; ſeine Befehle ſind von Waſhington, wie die meinigen von ihm ſind..

Aber er kann telegraphiren, antwortete Davis eifrig; es muß irgend ein Mißverſtändniß obwalten. Eine ſolche Beſchimpfung wie die, womit Sie mich bedrohen, iſt in der Geſchichte der Nationen noch nicht erwähnt. Bitten Sie ihn zu telegraphiren und verſchieben Sie die Ausführung ihres Be⸗ fehls bis zu ſeiner Antwort.

Meine Befehle ſind peremptoriſch, ſagte der Officier, und ſie geſtatten keinen Verzug. Um Ihrer ſelbſt willen folgen Sie meinem Rathe, ſich mit Geduld zu unterwerfen. Als Soldat, Herr Davis, müſſen Sie wiſſen, daß ich den mir ertheilten Befehl ausführen laſſen muß.

Das ſind keine Befehle für einen Soldaten, ſchrie der Gefankkne, welcher jede Selbſtbeherrſchung verlor.Das ſind Befehle für einen Kerkermeiſter, für einen Henker, die kein Soldat, der einen Degen trägt, annehmen ſollte! Ich ſage Ihnen, dieſe Schande wird in der ganzen Welt wieder⸗ hallen. Der Krieg iſt zu Ende, der Süden iſt erobert, ich habe jetzt kein Vaterland weiter, als Amerika, und um der Ehre Amerikas, um meiner eigenen Ehre und meines Lebens willen wehre ich mich gegen dieſe Entwürdigung. Tödten Sie mich! tödten Sie mich lieber! rief er leidenſchaftlich, in⸗ dem er ſeine Arme weit öffnete und ſeine Bruſt darbot,als mir und durch mich meinem Volke dieſe Beſchimpfung zuzu fügen, die ſchlimmer iſt, als der Tod!

Schmied, thun Sie Ihre Pflicht, ſagte der Officier, in⸗ dem er nach der Fenſtervertiefung zuſchritt, als liege ihm daran,

richt Augenzeuge der Ausführung ſeines Befehls zu ſein.

Es vermehrt nur die Pein nach allen Seiten, dieſe Unter⸗ redung zu verlängern.

Bei dieſen Worten ſchritt der Schmied mit den Fuß⸗ ſchellen voran und da er ſah, daß der Gefangene einen Fuß auf den Stuhl neben ſeinem Bett gelegt hatte, während ſeine rechte Hand auf der Stuhllehne ruhte, machte der ſehnige Eiſenarbeiter einen Verſuch, eine der Fußſchellen über den Knöchel dieſes Fußes zu werfen, aber mit der Heftigkeit und Stärke, welche der Wahnſinn ſelbſt dem ſchwächſten Invaliden verleihen kann, faßte Davis plötzlich den Schmied und ſchleuderte ihn bis in die Mitte des Zimmers zurück.

Hierauf kehrte Capitän Titlow ſich um und als er ſah, daß Davis ſich für weiteren Widerſtand gegen die Wand ſtemmte, begann er ihm Vorſtellungen zu machen und ſetzte ihm in kurzen, deutlichen Worten auseinander, ſein Ver⸗ fahren ſei Wahnſinn und die Befehle müßten ausgeführt werden, möge es koſten, was es wolle.

Weshalb zwingen Sie mich, ſagte er,der Noth⸗

Jolge.

wendigkeit, Sie zu feſſeln, die weitere Unwürdigkeit einer per⸗ ſönlichen Gewaltſamkeit hinzuzufügen?

Ich bin ein Kriegsgefangener, entgegnete Davis wild; ich bin Soldat im amerikaniſchen Heere geweſen und weiß zu ſterben. Tödten Sie mich nur und mein letzter Athemzug ſoll ein Segen auf Ihr Haupt ſein. Aber ſo lange ich das Leben und Kraft habe, für mich ſelbſt und für mein Volk zu widerſtehen, ſoll das nicht mit mir geſchehen.

Hierauf rief Capitän Titlow einen Sergeanten und Soldaten aus dem nächſten Zimmer herein und der Sergeant ſchritt voran, um den Gefangenen zu ergreifen. Sofort ſtürzte Davis ſich auf ihn, faßte ſein Gewehr und ſuchte es ihm zu entreißen.

Eine ſolche Scene konnte natürlich nur-Einen Ausgang haben. Es war ein kurzes, leidenſchaftliches Handgemenge. In einem Außenblick war Davis auf ſein Bett geworfen und ehe ſeine vier kräftigen Gegner ihre Hände von ihm zurückzo⸗ gen, hatten der Schmied und ſein Gehülfe ihr Werk gethan, und während der Schmied die Klammer an dem rechten Knöchel befeſtigte, drehte ſein Gehülfe den Schlüſſel vom Vorlegeſchloß am linken.

Als dies geſchehen war, lag Davis für einen Augenblick wie in einer Betäubung. Dann ſich langſam erhebend und umdrehend, ließ er ſeine gefeſſelten Füße auf den Fußboden herabſinken. Das widrige Geraſſel der niederfallenden Kette ſchien ihn an ſeine Lage zuerſt wieder zu erinnern und während er ſein Geſicht mit ſeinen Händen bedeckte, brach er in ein leidenſchaftliches Schluchzen aus, wankte hin und her und murmelte in kurzen Zwiſchenräumen:O, die Schande, die Schande!

Es mag hier gleich erwähnt werden, obſchon es der Reihenfolge nach nicht hierher gehört um mit einem un⸗ angenehmen Gegenſtand möglichſt ſchnell fertig zu werden, daß Herr Davis etwa zwei Monate ſpäter, nachdem häufige Beſuche ihn mittheilender gemacht hatten, mir eine merkwür⸗ dige Erklärung des eben erwähnten letzten Vorfalles gab.

Er hatte von Selbſtmord geſprochen und ihn für die ſchlechteſte Form der Feigheit und des Wahnſinnes erklärt. Das Leben iſt nicht wie ein Amt, auf das wir verzichten können, wenn der Dienſt uns zuwider iſt. Wenn man es ſich mit eigner Hand nimmt, ſo iſt das ein Schuldbekenntniß für Alles, was unſere ſchlimmſten Feinde von uns behaupten können. Es iſt mir öfters bei heftigen Nervenleiden als ein verſuchendes Heilmittel erſchienen, aber, Gott ſei Dankl ich ſuchte nie meinen eigenen Tod als ein Mal, aber damals war ich förmlich wahnſinnig und nicht Herr meiner eigenen Hand⸗ lung. Als ſie kamen, um mich zu feſſeln, an dieſem Tage er⸗ griff ich als letztes Mittel der Verzweiflung die Muskete eines Soldaten und verſuchte ſie ihm aus den Händen zu reißen, in der Hoffnung, daß in dem Handgemenge und in der Ueberraſchung einer ſeiner Cameraden mich erſchießen oder mit dem Bajonnet niederſtoßen würde.

Am nächſten Tage wurde Dr. Craven zum Arzt des Gefangenen ernannt und als derſelbe fand, daß die Feſſeln den bereits ſehr geſchwächten Mann ſchnell ganz aufreiben würden, überredete er die Behörde bald, den Gefangenen milder zu behandeln. Nachdem er die Feſſeln fünf Tage lang getragen hatte, wurden ſie ihm wieder abgenommen. Davis fuhr noch einige Monate fort, ſich über die harte Be⸗ handlung zu beklagen und zu beweiſen, daß ein Staatsgefange⸗ ner beſſer behandelt werden müſſe. Stufenweiſe wurden in⸗ deſſen die ihm auferlegten harten Beſchränkungen, unter denen