Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
586
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586 Novellen

Zeitung.

wurde. Dieſe und viele andere hier in dieſen Gegen⸗ Dichtern, Muſikern, Malern, Architekten ꝛc. und ſo

ſtand gehörigen Erörterungen ſind mit allen möglichen Citaten von bekannten Autoren geſchmückt und unter⸗ ſtützt.

Ohne Frage iſt dies großes Thema ein ſehr populäres und ergiebiges und es hält nicht ſchwer, darüber viel treffende, von hundert philoſophiſchen

Theorieen und täglichen Lebenserfahrungen unterſtützte

Raiſonnements zuſammenzuſtellen. Recht intereſſant würde es geweſen ſein, wenn bei den Aufzählungen ſolcher Talente und Genies, die aus dem Volke, alſo aus der Mißgunſt der Ver⸗ hältniſſe hervorgegangen ſind, recht ausführlich ver⸗ fahren wäre. Moöglichſte Gründlichkeit wirkt bei dieſer Frage nicht ermüdend, ſondern im Gegentheil da am meiſten anregend, wo ſie ganz in die Details der Statiſtik hineingeführt iſt. Es kommt bei ſolchen Unternehmungen auf drei Druckbogen mehr nicht an und man würde viel culturgeſchichtliches Ueberſichts⸗ material gewinnen, wenn z. B. ſyſtematiſch unter den

alle hervorragenden Fächer hindurch alle die bedeu⸗ tenden Capacitäten aufgeführt wären, welche von unten herauf ihre Bahn zur Größe empor machen mußten. Aus dieſen Tabellen würde man erſehen, was für die höhern Stände noch an bahnbrechenden Talenten übrig bleibt.

Es ließe ſich dann auch feſtſtellen, welche Richtung im Durchſchnitt von den aus beiden Lebensſtellungen hervorgegangenen Talenten eingeſchlagen wurde ꝛc.

Jedenfalls darf man ſagen, daß ein Beſtreben, wie das vorliegende, die Beachtung des gebildeten Volkes verdient und es läßt ſich nur wünſchen, daß die Durchführung der dem erſten folgenden Hefte

zende ſei. Bisher iſt eine ziemliche Leichtigkeit und Ungenirtheit in der Art und logiſchen Anordnung der Arbeit ſichtbar, wie ſich dies ſchon in der Reihenfolge der hervorragenden Perſönlichkeiten kund that.

Jeuilleton.

AæAæꝑ

Prison Life of Jefferson Davis.

Unter dem obigen Titel hat Dr. Craven, der früher Wundarzt bei den Freiwilligen der Vereinigten Staaten und dann einige Monate als Arzt des Ex⸗Präſidenten Jefferſon Davis bei demſelben in Mont Monroe war, kürzlich ein Buch veröffentlicht, das jetzt in Nordamerika großes Aufſehen macht, viel geleſen wird und wohl dazu beitragen mag, den ſo viel genannten Mann unparteiiſcher zu beurtheilen, als es bisher von ſeinen erbitterten Gegnern unter der republikani⸗ ſchen Partei geſchehen iſt. Der Verfaſſer beſchreibt nicht

Capitän Jerome E. Titlow von dem dritten pennſyl⸗ vaniſchen Artillerie⸗Regimente trat in die Zelle des Gefange⸗ nen und ihm folgte der Schmied des Fort mit ſeinem Ge⸗ hülfen, welcher Letztere in ſeinen Händen ſchwere und klap⸗ pernde Beinſchellen trug. 3

Als ſie eintraten, ruhte der nach einer ſchlafloſen Nacht müde und fieberiſch aufgeregte Gefangene auf ſeinem Bett, während die Speiſen, die man ihm am vorgehenden Abend geb acht hatte, auf einem zinnernen Teller noch unberührt in der Nähe ſeines Bettes ſtanden.

blos das Gefängnißleben des Gefongenen, ſondern berichtet auch ſehr ausführlich über die Unterredungen, die er mit demſelben Tag für Tag über alle Arten von Gegenſtänden gehabt hat. Da wir wohl mit Recht vermuthen können, daß es Vielen unſerer Leſer willkommen ſein wird, Näheres über dieſen Mann zu erfahren, der ſeit fünf Jahren die Aufmerkſam⸗ keit der neuen und der alten Welt ſo ſehr beſchäftigt hat, ſo wollen wir ihnen aus jener Schrift Einiges auszüglich mittheilen.

Als Jefferſon Davis zuerſt eingekerkert wurde, ſcheint er mit einer außerordentlichen Härte behandelt worden zu ſein. Seinen Wächtern war ſtreng verboten, mit ihm zu ſprechen oder auf die einfachſte Frage, die er an ſie richten möge, eine Antwort zu ertheilen. An dem erſten Tage ſeiner Gefangenſchaft fragte er zuerſt den Einen und dann den An⸗ dern der Soldaten, die ihn zu bewachen hatten, nach welcher Richtung die Schießſcharte in ſeiner Zelle gelegen ſei, aber ihre Befehle waren ſo ſtreng, daß Keiner es wagte, ihm eine Antwort zu ertheilen. Zwei Tage ſpäter wurde er in Feſſeln

geworfen und Dr. Craven beſchreibt die Scene in folgen⸗ der Art:

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Was giebt's? ſagte Davis, als ſie eintraten, indem er ſeinen Kopf ein wenig erhob.

Ich habe eine ſehr unangenehme Pflicht zu erfüllen, meiin

Herr, ſagte Capitän Titlow, und während er ſprach, nahm der Schmidt ſeinem Gehülfen die Fußſchellen ab.

Davis erhob ſich augenblicklich aus ſeiner liegenden Stellung, eine plötzliche Röthe zog ſich für einen Augen⸗ blick über ſein Geſicht, das dann blaß und ſtarr wie der Tod wurde.

Er ſchnappte nach Luft, griff mit den mageren Fingern ſeiner rechten Hand nach ſeiner Kehle und dann ſich langſam erholend, während ſeine abgezehrte Figur ſich in ihrer ganzen Länge erhob jetzt ſcheinbar vor Unwillen entflammt und dann vor Schrecken zuſammenfahrend, als er von dem Ge⸗ ſicht des Capitäns auf die Fußſchellen blickte ſagte er

langſam und kaum Athen holen könnend:

Mein Gott! Sie können nicht geſchickt worden ſein, um mich feſſeln zu laſſen?

Das ſind meine Befehle, mein Herr, entgegnete der Officier, indem er dem Schmied winkte, ſich zu nähern,

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