Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
582
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582 Novellen⸗

auf.Sprecht Ihr jetzt in dem Tone mit mir? Seht Euch vor, wenn ich das Dorf alarmire

Hängt Ihr morgen eben ſo hoch am Galgen, wie ich, fuhr der Baron gelaſſen fort.Ihr habt wahrhaftig keine Urſache, Euch zu beklagen. Ein Menſch Eures Schlages kann ſich in jedem Verhältniß zurechtfinden, mir fällt das ſchwerer. Bei Gott! hätte ich vor zwei Jahren gewußt, was ich jetzt weiß, ſo würde ich mich mit dieſen undankbaren Oeſterreichern nicht eingelaſſen haben.

Undank iſt der Welt Lohn und vorzugsweiſe der des Verräthers, entgegnete Schmidt achſelzuckend; ich bedachte das auch nicht, als ich Euren Verlock ungen Gehör gab. Ihr ſeid gnädiger fortgekommen, wie ich. Während Euch die Kaiſerin ein Jahrgeld von dreihundert Gulden auszahlt, irre ich in der Welt umher, nicht wiſſend, wo ich mein Haupt nieder⸗ legen ſoll.

Geht in ein Kloſter, ſpottete der Baron,dort werdet Ihr ein Unterkommen und Arbeit finden. Dreihundert Gulden! fuhr er erbittert fort,ich glaube, Ihr denkt gar, davon könne ich noch Er⸗ ſparniſſe machen!

Freilich, Amt und Titel eines Statthalters von Schleſien ſind begehrenswerther, als ſolche Penſion, verſetzte Schmidt lakoniſch.Es iſt aber Eure eigene Schuld. Euer Zaudern verdarb den ganzen Handel.

Hättet Ihr dem Könige derzeit, als er hier in Schön⸗

brunn im Quartiere lag, eine Kugel durch den Kopf gejagt, ſtände es jetzt beſſer um uns.

Ihr redet, wie Ihr's nicht beſſer verſteht, erwiderte der Baron achſelzuckend.Jetzt gebt Acht, damit wir nicht überraſcht werden.

Er wandte nach dieſen Worten dem ehemaligen Curatus den Rücken und näherte ſich vorſichtig dem Schloſſe. Einige Minuten ſpäter ſah Anton ihn durch eine Luke in die Kellerräume des Schloſſes hinunter⸗ ſteigen. Entſchloſſen, dieſen Augenblick zu benutzen, um ſich der Perſon des Curatus zu bemächtigen, erhob er ſich; in demſelben Augenblick aber bemerkte er, daß Schmidt ein Piſtol aus der Bruſttaſche zog und die Waffe einer ſorgfältigen Prüfung unterwarf.

Du wirſt Dich über Deine erbärmliche Perſon nicht mehr ärgern, murmelte Schmidt ſo laut, daß Anton die Worte deutlich verſtand;kehrſt Du mit den Juwelen zurück, ſo wird eine Kugel Deiner Noth für immer ein Ende machen. Drüben in Amerika hat ſchon Mancher ſein Glück gefunden, weshalb ſoll ich nicht verſuchen, ob ich der Göttin Fortuna nicht ein Lächeln abgewinnen kann?

Anton ſtürzte aus dem Gebüſch hervor; ſchon

Zeitung.

ſtreckte er den Arm aus, um den Curatus, der ſich eines ſo plötzlichen Angriffs nicht verſah, zu ergreifen, als er über eine Wurzel ſtolperte und vor dem Be⸗ ſtürzten niederfiel.

Schmidt beſann ſich nicht lange, er ergriff die Flucht; als der Wachtmeiſter ſich erhob, hatte der Geächtete ſchon einen bedeutenden Vorſprung ge⸗ wonnen.

Durch das Fehlſchlagen ſeines Planes erbittert, wollte Anton den Flüchtling verfolgen, aber Maria,

die ſich raſch genähert hatte, hielt ihn zurück.

Der junge Mann war noch unentſchloſſen, ob er den Bitten ſeiner Geliebten, oder der Stimme ſeiner Pflicht nachkommen ſolle, als er bemerkte, daß der Baron aus dem Schloſſe zurückkehrte. Er ſchien den Schatz nicht gefunden zu haben, denn er kam mit leeren Händen, und ſein Gang, als er durch den Park ſchritt, war der eines Menſchen, der ſeine letzte Hoffnung zu Grabe getragen hat.

Laß ihn ziehen, bat Maria, als Anton ſich auf den Geächteten ſtürzen wollte,er iſt elend genug, weshalb willſt Du dem Richter über dem Sternen⸗ zelt vorgreifen? Bedenke, er iſt mein Vater, fuhr ſie fort;ſage ſelbſt, könnte ich mit freudigem Herzen Dem die Hand reichen, der meinen Vater dem Hoch⸗ gericht überliefert hat?

So komm, entgegnete Anton, dem die Gründe des Mädchens einleuchteten,er hat's nicht um Dich verdient, daß Du für ihn bitteſt.

Seine Strafe iſt hart, aber gerecht, ſagte der alte Winkler, als Anton ihm ſeine Begegnung mit den beiden Geächteten berichtet hatte.Arm, ein Bettler, flüchtet er, und die Verachtung Europa's begleitet ihn. Ungefähr drei Monate nach ſeiner Flucht, in den letzten Tagen des Februars 1762, erſchien er plötzlich an der Spitze eines Truppes öſterreichiſcher Huſaren hier im Dorfe. Die Preußen waren kurz

drich ſei geſchlagen und die ganze öſterreichiſche Armee im Anmarſch. Der Baron ſchien nicht abgeneigt zu ſein, das Dorf der Plünderung und den Flammen preiszugeben; ich bin überzeugt, nur ſeine Eile hielt ihn ab, ſich für das Scheitern ſeiner Pläne an ſeinen früheren Unterthanen zu rächen. Wir, nicht wiſſend, daß der kleine Trupp allein war, ſchloſſen unſere Häuſer und warteten mit Angſt und Zagen das Weitere ab. Der Baron jagte hinauf in's Schloß, um, wie wir ſpäter erfuhren, ſeine Schätze in Sicherheit zu bringen. Die Huſaren haben ihm treulich dabei ge⸗ holfen, das heißt, in ihren eignen Beutel, ſie nahmen Alles, was ihnen in die Hände fiel, ohne auf die

Bitten und Drohungen des Barons zu achten, und

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