Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
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Verbrechen niemals begehen würde, beſchuldigen.

Der Baron zuckte die Achſeln. trügt, entgegnete er ruhig. auf friſcher That ertappt, nichts kann ihn retten.

Der junge Mann iſt

Novellen⸗Zeitung.

deſſen Sie ihn ſelbe bereits von innen geöffnet. ringelten das Schloß und der Officier ſchritt, von Der Schein einigen ſeiner Leute begeleitet, hinein.

Die Dragoner um⸗

Der Baron war verſchwunden; als der Rittmeiſter

die geheime Thüre entdeckte, welche Warkotſch in der

Ich muß aus dieſer Antwort ſchließen, daß Sie Eile zu ſchließen vergeſſen hatte, ſandte er dem Flücht⸗ Ihren Entſchluß gefaßt haben nnd daß ſelbſt nicht ling einige Dragoner nach, die indeß unverrichteter

die Bitte Ihres Kindes den Gefangenen retten kann, ſagte Maria vorwurfsvoll.

Meines Kindes? fragte Warkotſch befremdet, einen forſchenden Blick auf die Züge des Mädchens werfend, ihm ſtand.

Ein Piket preußiſcher Dragoner hält draußen,

Sache zurückkehrten.

Anton wurde betäubt auf dem Schloßhofe ge⸗

funden.

V

welches bebend vor innerer Erregung vor

Er berichtete, daß er ſich durch den Park einen Weg gebahnt und den Dragonern das Thor geöffnet habe, gleich darauf aber von dem fliehenden Baron

niedergeſchlagen worden ſei.

der Officier werlangt Einlaß, meldete in dieſem Au⸗

genblick ein Diener.

Sagt ihm, ich ſei zu Bette und bei Nacht werde

das Thor nicht geöffnet, fuhr der Baron zornig auf.

Er läßt ſich nicht abweiſen, er droht

Er droht? Er mag ſich hüten, daß ſeine Drohung ihn nicht den Kopf koſtet!

Ohne Maria, welche den Zweck dieſes nächtlichen Beſuchs ahnte und dem Vater Vorſicht und ſchleunige Flucht rathen wollte, eines Blickes zu würdigen, trat Warkotſch hinaus auf den Corridor. Er öffnete haſtig ein Fenſter und ſpähte hinaus, um zu erforſchen, wie ſtark das Piket ſei.

Was will man von mir? rief er hinunter. Iſt die Sache ſo wichtig, daß man bis Tagesanbruch nicht warten kann?

Rittmeiſter Ferdinand von Rabenau vom Dra⸗ goner⸗Regiment von Zaſtrow! erſcholl die Antwort. Wir kommen im Namen des Königs.

Was will der König von mir? fragte der Baron höhnend.

Ihr werdet es erfahren, ſobald Ihr das Thor geöffnet habt! rief der Officier hinauf.

Aber ich werde nicht eher öffnen laſſen, bis ich weiß, was Euch hierher führt.

Wohlan, Seine Majeſtät befiehlt Euch, uns zu folgen und in der Feſtung Brieg weitere Ordre zu erwarten.

Der Baron konnte jetzt nicht mehr bezweifeln, daß ſein Plan verrathen war.Wenn Ihr nach Woi⸗ ſelwitz kommt, ſo grüßt den König und ſagt ihm, ich habe bedauert, nicht perſönlich von ihm Abſchied nehmen zu können! rief er.

Er warf nach dieſen Worten das Fenſter zu, daß die Scheiben klirrten.

Der Rittmeiſter von Rabenau gab ſeinen Drago⸗ nern Befehl, das Thor gewaltſam zu öffnen, aber ehe dieſe Zeit fanden, den Befehl auszuführen, ward daſ⸗

Der Officier nahm die Papiere des Barons in Beſchlag, befahl einigen ſeiner Leute, im Schloſſe zurückzubleiben und ſetzte die beiden Landleute, für deren Unſchuld Anton ſich verbürgte, in Freiheit.

Der König wüthete, als er erfuhr, daß der Verräther entwiſcht war, und die faſt gleichzeitig eintreffende Meldung, daß es auch dem Curatus ge⸗ lungen ſei, den Händen der Dragoner zu entrinnen, war nicht geeignet, ihn zu beſchwichtigen.

Am nächſten Morgen meldete Anton ſich bei dem Monarchen, er vertraute darauf, der König werde Gnade für Recht ergehen laſſen; aber es ſchien faſt, als ſolle er ſich in dieſem Vertrauen getäuſcht ſehen, denn Friedrich fuhr ihn hart und ſcharf an, er ver⸗ wies ihm in derben Worten das Vergehen gegen die Geſetze der Disciplin, deſſen er ſich ſchuldig ge⸗ macht hatte.

Anton hörte den Vorwurf ſchweigend an.

Na, im Grunde hat Er's mit Seinem König gut gemeint, fuhr der Monarch nach einer Pauſe fort,das mildert die Größe Seines Vergehens. Er⸗ zähle Er mir kurz, was Er im Schönbrunner Schloſſe erlebt hat!

Anton kam der Aufforderung nach.

Wo iſt Seine Liebſte jetzt? fragte der König, als der Huſar ſchwieg. 5 Sie wird morgen zu ihren Pflegeeltern zurück⸗ kehren; die Baronin, welche gegen ihren Gatten die Eheſcheidungsklage eingereicht hat, wollte ſie nach Berlin mitnehmen, aber Maria zieht den Aufenthalt bei ihren Pflegeeltern vor.

Der Blick des Königs ruhte mit dem Ausdruck der Theilnahme und des Wohlwollens auf dem jungen Manne.

Marſchire Er jetzt in's Cachot zurück, ſagte er nach einer Weile,Seine Strafe muß er ab⸗ büßen.

Anton näherte ſich der Thüre.

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