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Haus zerſtören könnten. So hat man geſehen, daß ſie in einer einzigen Nacht ſich durch den Fuß eines Tiſches einen Weg bahnten, ſo auf den Tiſch gelangten, einen auf dem Tiſche ſtehenden Reiſekoffer erreichten, die darin befindlichen Papiere, Pläne und Bleifedern zerſtörten und alle Kleidungs⸗ ſtücke darin ganz durchlöcherten.
Welch' große Verheerungen die wandernde Heuſchrecke veranlaßt, iſt bekannt und hat ſich im Laufe dieſes Jahres beſonders in Algerien deutlich gezeigt.
Nicht blos das vollkommene Inſect, ſondern auch die Larden derſelben richten Zerſtörungen an, die man bei ihrer Kleinheit und Weichheit nicht für möglich halten ſollte.
In Frankreich beſchäftigt ſich jetzt ein Herr Plateau damit, die Stärke der Inſecten zu ermeſſen. Ganz natürlich haben dieſe Forſchungen nur den Zweck, die Wißbegierde zu befriedigen, denn in der Induſtrie läßt ſich die Stärke dieſer Thiere nicht anwenden. Dieſer geduldige Beobachter hat die Zugkraft eines angeſpannten Maikäfers, des Aaskäfers und des Rohrkäfers und die Energie des Flugs einer Fliege auf⸗ merkſam ſtudirt und iſt dabei zu folgenden Reſultaten gelangt:
Was den Flug der Inſecten anbetrifft, ſo haben ſie in Bezug zu ihrem Gewicht und im Vergleich zu ihrem Wirbel⸗ bein eine außerordentliche Stärke. Ueberhaupt iſt die Stärke der Inſecten verhältnißmäßig ſehr groß. Während zum Bei⸗ ſpiel ein ſtarkes Zugpferd nur im Stande iſt, eine Zugkraft auszuüben, die ungefähr zwei Dritteln ſeines eigenen Gewichts gleich kommt, kann der gewöhnliche Maikäfer mit gleicher Stärke vierzehnmal ſein eigenes Gewicht ziehen und dieſe Stärke wird von andern Koleopteren oder Aaskäfern noch weit übertroffen. Am ſtärkſten unter allen Käfern, die er verſuchte, war ein Rohrkäfer, donacia nympheae, der ſein eignes Gewicht zweiundvierzigmal ziehen konnte.
Wenn man in derſelben Inſectengruppe zwei Arten be⸗ trachtet, welche in ihrem Gewicht einen großen Unterſchied zeigen, ſo ſtellt es ſich heraus, daß die kleinſte und leichteſte Art die verhältnißmäßig größte Stärke beſitzt.
Zuletzt hat Herr Plateau zu beweiſen geſucht, daß dieſe beiden Thatſachen nicht das Reſultat der verhältnißmäßig umfangreichern Muskeln bei den kleinſten Thieren, ſondern einer größern Energie und Muskelthätigkeit ſind. C.
Farini.
Aus Genua meldet man unter dem 1. Auguſt c. den Tod Farini's. Dieſer Mann hat in der neuern Geſchichte Italiens eine viel zu wichtige Rolle geſpielt, als daß wir uns nicht für verflichtet halten ſollten, unſern Leſern Näheres über das Leben deſſelben mitzutheilen.
Carlo Luigi Farini wurde am 22. October 1822 in Ruſſi im Kirchenſtaate geboren und widmete ſich dem Studium der Arzneikunde auf der Univerſität in Bologna mit ſehr großem Erfolg. Er machte ſich bald durch Abhandlungen über verſchiedene organiſche Krankheiten und durch ſeine Bei⸗ träge für verſchiedene wiſſenſchaftliche und mediciniſche Zeit⸗ ſchriften bekannt. In der Politik bekannte er ſich zu liberalen Anſichten, und da er bei der päpſtlichen Regierung in den Verdacht gerieth, an dem Aufſtande im Jahr 1841 ſeine Hand im Spiele gehabt zu haben, ſo erhielt er in dieſem Jahre von der Regierung den Befehl, die päpſtlichen Staaten zu verlaſſen. Während der Zeit ſeines erſten Exils wohnte er in Florenz, dann in Turin, beſuchte Marſeille und Paris,
und um ſich in ſeinem Fache immer weiter auszubilden, ſetzte
Zeitung.
er ſeine Studien in den mediciniſchen Collegien in England und Frankreich fort. Als die von Pius IX. erlaſſene Amneſtie ihm erlaubte, in ſein Vaterland zurückzukehren, erhielt er von der Stadt Oſimo den Ruf als Profeſſor der Klinik, bekleidete aber dieſe Stelle nur eine kurze Zeit, weil die von dem Papſte eingeführten neuen Reformen ihm die politiſche Laufbahn eröffneten. Bereits im Jahre 1847 erfolgte ſeine Ernennung zum Pro⸗Miniſter des Innern; im Jahre 1848 wurde er von der päpſtlichen Regierung nach Volta zum König Carl Albert geſchickt und in demſelben Jahre von der Stadt Faenza zu ihrem Vertreter in dem römiſchen Parla⸗ mente erwählt, auch von dem Miniſter Grafen Roſſi, der in dem⸗ ſelben Jahr durch die Hand eines Mörders ſein Leben ver⸗ lor, zum Generaldirector des Geſundheits⸗ und Gefäng⸗ nißweſens in Rom ernannt.
Farini, der ſich in der Politik wohl zu liberalen, aber gemäßigten Geſinnungen bekannte, war ein entſchiedener Anhänger der monarchiſch⸗conſtitutionellen Regierungsform, wollte aber von keiner Republik etwas wiſſen, und ſobald Mazzini in Rom die Republik proclamirt hatte, verweigerte er ſeine Zuſtimmung zu derſelben und zog es vor, ſich ein zwei⸗ tes Mal nach Toscana ins Exil zu begeben. Sobald aber das franzöſiſche Heer 1849 Rom eingenommen und der Repu⸗ blik ein Ende gemacht hatte, kehrte Farini wieder dahin zurück, um ſeinen frühern Poſten wieder zu übernehmen, aber die drei reactionären Cardinäle, welche im Namen des Papſtes regierten, der ſie von Gaeta geſandt hatte, wieſen ihn zurück, und ſo ſah er ſich genöthigt, von Neuem ins Exil zu gehen. Dieſes Mal begab er ſich nach Piemont, wo er mit Wohlwollen aufgenommen und mit Begünſtigungen und Würden über⸗ häuft wurde. Für ihn wurde Piemont ein neues Vaterland, dem er von dieſer Zeit an ſeine ganze Thätigkeit widmete und dem er bis zu ſeinem Tode treu geblieben iſt. Dunächſt be⸗ theiligte er ſich ſehr thätig an der Redaction des Journals Risorgimento, deſſen Aufgabe es war, in dem italieniſchen Volke die Einheitsidee zu erwecken und zu beleben. Im Jahr 1850 erfolgte ſeine Ernennung zum Miniſter des öffent⸗ lichen Unterrichts, welchen Poſten er indeſſen nur neun Monate bekleidete und dann mit dem Titel„Mitglied des obern Geſundheitsraths“ verließ. Er ſaß dann in dem piemonteſiſchen Parlamente, worin er die freiſinnigen An⸗ ſichten der Regierung unterſtützte und das politiſche Blatt „Il Piemonte“ redigirte. Er war ein perſönlicher Freund des Grafen Cavour und viele der von dieſem ausgeführten Maßregeln, um die Einheit Italiens herzuſtellen, ſollen urſprünglich von Farini ihm gerathen worden ſein.
Im Jahr 1859 gaben die politiſchen Ereigniſſe Farini eine ſehr wichtige Rolle. Bekanntlich ergriff der Herzog von Modena bei der Annäherung der Truppen der Verbündeten die Flucht, um in dem öſterreichiſchen Lager Schutz zu ſuchen. Gleich nach deſſen Entfernung wurde Farini zum Dictator des Herzogthums Modena ernannt, gab am 17. Juni ſeine Entlaſſung, wurde aber von der Bevölkerung Modena's wieder für dieſen Poſten gewählt, ebenſo kurz nachher auch von den Bewohnern des Herzogthums Parma. Unter ſeiner Leitung wurde das Plebiscit vorgenommen, das ſich für die Annexion dieſer beiden Herzogthümer an das neue Königreich Italien ausſprach. Farini hatte dabei ſo geſchickt operirt, daß die Regierung ihn im October 1860 als außerordentlichen Com⸗ miſſar des Königs Victor Emanuel nach Neapel ſandte, um vort die neue Organiſation des ſüdlichen Italiens und deſſen Einverleibung in die italieniſche Monarchie zu überwachen und zu leiten. Er erhielt dann den Titel und die Functionen
vom 8. Der als Miniſte durch ſeine worauf ein wurde.„ mentihmfr von 200, penſion von rrfreut hat. Farini's au hergeſtell. Wähte Schriftſtel ſchichtiche römiſche S ſremde Sp Polemik. Fortſetzung Ruſſell und
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Der von einem ſteinernen Yards führ und dieſe 5 necken, w Thore an Schlagbän oder zwei Leuten, di zum Zuflu ſich 60 bi Feuerwerke gefärbtes 2 welcher ſich wurden ale wenn das verfolgte. der Beifal der arme, ſein deben man erwa ſchützender mit voller Ziegelſteit


