Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
571
Einzelbild herunterladen

Dame de

nich noch

re Dame

er, als

hin die un man Nieman⸗ 1, gab 88 wurde ſie zahlreic, Verehrer

Charles 5 welche pfindlch

e Gräfin höpften, ſuche; er

zu ihm, achrichten zyette mit e nieder⸗

8 8 Manon, zu, daß die Mode

eben von ah einen Schritte reiteten. Zweig

jeß eine ilte ſich, t zurück 3 binet des

⸗Mann

Dierte

ſei, den ſie nicht kannte. Madame de Lameth gab ihr die ſchlechteſte Auskunft über Tallien, denn ſie ſagte ihr, er ſei geiſtreich, faul, ein Mädchenjäger, übrigens der beſte Se⸗ cretär von der Welt; ihr Schwager erwarte nur eine gute Gelegenheit, um ihn vor die Thür zu ſetzen.

Ohne Zweifel verhinderte dieſes Porträt die Marquiſe de Fontenay nicht, Tallien doch reizend zu finden.

Die Maxquiſe de Fontenay bewohnte abwechſelnd das Schloß Fontenay und das Hötel de Fontenay, Rue de Paradis. In Paris und auf dem Lande empfing ſie die beſte Geſell ſchaft, und zwar eben ſowohl die des Hofes wie die des Geiſtes: die Montmorency, La Rochefoucauld, Lafayette, die Lameth, Chamfort, Rivarol und Champcenetz. Die drei Brüder Lameth waren, wie bereits erwähnt, in ſie verliebt, aber Keiner konnte in ihr Geſicht blicken, ohne eine unauslöſchliche, tiefe Erin⸗ nerung an ſie zu bewahren.

Die Wolken verdunkelten bereits den Horizont; die politiſchen Aſtrologen ſagten den revolutionären Sturm vor⸗ aus. Die Mode, welche ſich kürzlich noch mit dem Tugend⸗ häubchen, mit dem Montyon⸗Preiſe coiffirte, die geſtern noch in Trianon das Landleben ſpielte, hüllte ſich heute in die Robe der Philoſophen. Es gehörte zum guten Tone, in dem Dictionnaire des Volkes die WörterHungersnoth, Sclaverei, Aberglauben zu unterdrücken. Man träumte fromm davon, Frankreich das war ſchon die Nation die Gewiſſensfreiheit, die politiſche Freiheit, das Brod des Körpers und das Brod der Seele, zu geben. Die für Alles heiß fühlende Marquiſe de Fontenay ließ ſich von dieſem ſchönen Traum mit fortreißen; würde ihr abenteuerlicher und ritterlicher Charakter in dieſer Erneuerung der alten Welt nicht ein ſchönes Spiel haben? Sie hatte gewiſſermaßen

eine Ahnung davon, daß ſie ihren Tag haben und irgend

eine glänzende Handlung mit ihrem Namen bezeichnen werde.

Man muß ſich übrigens nicht einbilden, daß die Salons eben ſo düſter geweſen ſeien, wie der politiſche Horizont; man ſprach in denſelben von dem Volke mit einer ganz evan⸗ geliſchen Brüderlichkeit; wenn man aber ſich in den Reden genug mit dem Volke beſchäftigt hatte, begab man ſich an den Spieltiſch, in den Tanzſaal, begann man zu ſingen, als habe man begriffen, daß die Tage der Trauer ſich bald ein⸗ finden würden.

Die Geſchichte ruft uns auf ein größeres Theater; die Figur der Marquiſe de Fontenay wird während einer ganzen Periode hinter den Couliſſen verſteckt bleiben; wir werden mit ſchnellen Pinſelſtrichen alle lichtvollen und dunklen Figuren des epiſchen Drama der Revolution malen, wo wir Tallien und ein wenig ſpäter Thereſia Cabarrus wieder erſcheinen und zuletzt ſehen werden, wie Beide in der Scene vom 9. Thermidor in den Vordergrund treten....

Dieſe Fragmente genügen, um zu zeigen, was der Leſer in Houſſaye's neuem Werte zu erwarten hat. Wir müſſen indeſſen bemerken, daß der Verfaſſer Tallien höher ſtellt, als er in der Wirklichkeit war. Er war Revolutionär aus Tem⸗ perament, Mitſchuldiger und, was noch ſchlimmer iſt, Ver⸗ theidiger der Septembergreuel, gleichviel, ob er von dem damals herrſchenden Fieber angeſteckt, oder aus Furcht. Nur die Liebe machte ihn am 9. Thermidor zum Helden und dann beſaß er Geſchicklichkeit genug, um eine kurze Zeit den Convent leiten zu können; aber ſeine Bedeutung genügte nicht, um ihn lange Zeit in dieſer Stellung zu erhalten. Er wurde bei Seite geſchoben und verdunkelt, was Thereſia Cabar⸗ rus, die jedeufalls einen weit achtungswertheren Charakter

Folge. 571

hatte, beſtimmte, ſich von ihm ſcheiden zu laſſen. Der nomi⸗ nelle Diener einer abſoluten Republik ſtand als Republikaner in dem Solde Buonaparte's und derſelbe Mann, der für den Tod Ludwigs XVI. und der Königin Marie Antoinette geſtimmt hatte, lebte zuletzt von einer Penſion, die ihm von Ludwig XVIII. bewilligt worden war.

Schließlich wollen wir noch bemerken, daß Houſſaye ein entſchiedener Lobredner der Revolution iſt, in der er nur die Größe ihrer Urſachen und ihrer Folgen erblickt und von der er ſagt:

Sie hat eine Blutſpur und eine Lichtſpur hinterlaſſen; die Thränen der neuen Generationen werden dieſes Blut wegwiſchen; nichts wird dieſes Licht auslöſchen. C.

Die Muskelkraft der Inſerten.

Die Natur iſt reich an Wundern, und die aufmerkſame Betrachtung derſelben gewährt dem Freunde derſelben nicht nur einen hohen Genuß, ſondern erfüllt ihn auch gleichzeitig mit Verehrung vor dem Schöpfer, der in dem kleinſten ſeiner Werke ſich nicht weniger erhaben und weiſe zeigt, als in dem Bau der großen Weltkörper. Es iſt gar ſehr zu beklagen, daß ſo viele Menſchen in ihrer Gedankenloſigkeit von dieſen Wundern, von denen ſie ringsum umgeben ſind, nichts bemer⸗ ken; und die Naturforſcher, welche ſich die Aufgabe ſtellen, die Erſcheinungen der Natur immer mehr zu ergründen und ihre Mitmenſchen darüber zu belehren, erwerben ſich um dieſelben unbedingt ein ſehr großes Verdienſt. Wie viel Anziehendes bietet ſich unſeren Blicken dar, wenn wir nur die Inſecten aufmerkſam betrachten? In welch' einem außerordentlichen Mißverhältniß ſteht die Kleinheit der Geſchöpfe zu ihrer rela⸗ tiven Stärke! Wenn man bedenkt, daß ein Floh, der nur zwei Millimetres lang iſt, Sprünge einen Metre hoch macht, ſo kann der bloße Gedanke, daß ein Kaninchen, ein Kängu⸗ ruh oder irgend ein hüpfendes Thier im Verhältniß zu ſeiner Größe Sprünge wie der Floh ausführen könnte, einen er⸗ ſchrecken.

Man vergleiche die Arbeit der Termiten mit denen des Menſchen. Dieſe Thiere, welche man auch weiße Ameiſen nennt, weil ſie den Ameiſen nach ihrer Form und dem In⸗ ſtinct der Geſelligkeit gleichen, bauen ſich Wohnungen, welche zuweilen die Größe einer umfangreichen Tonne erreichen. Dieſe Wohnungen ſind von kleinen Stückchen Holz verfertigt, die mit einer Art von Gummi unter einander verbunden ſind; ſie haben eine ſolche Feſtigkeit, daß ſie ſelbſt dem ſtärkſten Orkan Widerſtand leiſten. Andere Termiten haben nicht weniger große unterirdiſche Wohnungen, die von einer Art von Mörtel erbaut ſind und die in ihrer Form dem Cham⸗ pignon gleichen.

Nach den Angaben des Herrn de Quatrefages hat die

gefähr einundneunzigmal die Höhe eines Menſchen. Nun ſind aber die Wohnungen, welche die Termiten ſich herſtellen, ungefähr tauſendmal ſo hoch, wien die Termiten lang ſind. Im Verhältniß zur Größe dieſer Inſecten iſt die von ihnen erbaute Wohnung demnach elfmal höher, als das höchſte Mo⸗ nument, das von Menſchenhänden errichtet worden iſt.

Noch mehr erſtaunt man, wenn man die zerſtörende Kraft dieſer Thiere betrachtet.

Die lichtſcheuen Termiten verwüſten Holzwerk, Möbel, Fußböden; wenn ſie ins Innere des Holzes eingedrungen ſind, ſo durchbohren ſie es nach allen Richtungen und mit

einer ſolchen Thätigkeit, daß ſie binnen Jahresfriſt ein ganzes

8*

Pyramide des Cheops eine Höhe von 146 Metres, oder un⸗