des in allen möglichen Werken und Briefen vorliegenden Materials, um ſo die 5 Jahre der wichtigſten Goethe'⸗ ſchen Jugendentwickelung für den Literaturfreund zu⸗ ſammenzufaſſen.
570 Novellen⸗
Jeitung.
Zu dieſer literargeſchichtlichen Aufgabe hat er denn auch nach Kräften beigetragen und ſein Buch iſt auch für weitere Kreiſe als anregende und klar
entwickelnde Lectüre ſehr wohl zu empfehlen⸗
Jeuilleton.
Notre Dame de Thermidor.
Par Arsène Houssaye.
(Schluß.)
Der Marquis de Fontenay, welcher dem Sturme folgte, gab in ſeinem Schloſſe den Mitgliedern der Conſtituante ein Feſt. Mirabeau kam mit Chamfort dahin: der Sturmwind und der Lichtſtrahl, das Wort und die Feder, die Beredt⸗ ſamkeit und der Geiſt, der Barbar und der feine Mann, zwei Freunde auf Leben und Tod, eine unauflösbare Antitheſe. Man traf daſelbſt alle hervorragenden Mitglieder der Conſtituante, Vergniaud, Barnave, Robespierre und Camille Desmoulins.
Da Jean Jacques Rouſſeau damals mehr als je in Gunſt war, ſo war dieſes Feſt in Fontenay ein Feſt à la nature. Der Marquis hatte in ſeinem Park ein Orcheſter aufgeſtellt, welches die Arien aus dem Devin du village, Richard Coeur de Lion, Castor et Pollux, der Rosière de Salency fpielte, denn man hatte noch nicht gewagt, auf die Nachtigallen zu zählen. Junge weiß gekleidete Mädchen, die von der Marquiſe dazu ausgeſtattet worden waren, erwarteten am Gitter mit Blumenbouquets, wie in einem antiken Hirtenſpiele, die Gäſte aus Paris. Es fehlte dabei ſelbſt nicht an dem Herrn de Florian, der als Nachbar des Schloſſes des Herzogs von Penthièvre dahin gekommen war; aber er allein vielleicht von allen Philoſophen glaubte nicht mehr an dieſe unſchuldigen Spiele, denn er hatte mehr als jeder Andere das Vorgefühl, daß es mit den Romanen des goldenen Zeitalters zu Ende ſei. Florian hätte in der That bei den letzten Schäferfeſten in Trianon ſterben müſſen.
Man ſpeiſte in dem Park unter den dicht belaubten Kaſtanienbäumen, die Füße auf dem Raſen wie in Arcadien mit dem Aroma der abgeſchnittenen Blumen und blühender Gewächſe. Die Marquiſe hat ſpäter, als ſie ſich Princesse de Chimay unterzeichnete, von dieſem Feſte in ihren ſo geiſt⸗ reichen und ſo reizenden Briefen erzählt. Das Diner, welches bei dem erſten Gange vielleicht ein wenig zu ernſt war, wurde plötzlich durch einen heftigen Windſtoß erheitert, der beinahe die Tafel und die Perrücken mit fortgenommen hätte. Selbſt Herr de Robespierre verlor dieſe Kopfbedeckung.
Obgleich die Marquiſe die Tafel mit einigen ihrer ſchönen Freundinnen geziert hatte, ſo blieb ſie nichts deſto weniger ſelbſt die Göttin des Feſtes.— Man ſagte ſchon nicht mehr die Königin.— Man trank auf ihre Schönheit und impro⸗ viſirte Verſe auf ihre ſpaniſchen Augen und ihren franzöſiſchen Geiſt.
Dieſer Tag hatte in ihrem Gedächtniſſe ſo ſchöne Er⸗ innerungen zurückgelaſſen, daß ſie lange Zeit nachher im Schloſſe Chimay ſeiner mit einem heitern Lächeln gedachte. „Ach, jener Tag,“ ſagte ſie zu ihren Kindern,„war das wahre
Feſt meiner Jugend; man nannte mich nicht Notre Dame de Thermidor, aber die Niederträchtigen nannten mich noch weniger: Notre Dame de Septembre; ich war Notre Dame de Fontenay.
Tallien ſah die Marquiſe de Fontenay wieder, als er Secretär des Grafen Alexandre de Lameth war.
Man weiß ſchon, daß die drei Brüder Lameth in die Marquiſe de Fontenay raſend verliebt waren, denn man konnte ſie nicht halb lieben. Obgleich ſie bis dahin Nieman⸗ dem das Recht gegeben hatte, ſich für ſie zu ſchlagen, gab es denoch einen berühmten Zweikampf; wie Celimoène wurde ſie von ihren Anbetern ſelbſt beſchützt; ihr Hof war ſo zahlreich, ſo emſig, ſo eiferſüchtig, daß ſie keinen Einzigen ihrer Verehrer hätte auszeichnen können, ohne Revolution zu machen. Charles de Lameth hatte ihr ſeine junge Gemahlin vorgeſtellt, welche ſehr ſchnell ihre Freundin geworden und die nicht empfindlich darüber war, daß ihr Gatte ſich—
Marquiſe herumtrieb und derſelb brachte.
Eines Tages, als Madame de Fontenay und die Gräfin de Lameth auf dem Perron des Hötels friſche Luft ſchöpften, kam Tallien dahin, als ob er Alexandre de Lameth ſuche; er hatte Briefe in der Hand und ſchien ſehr beſorgt.
„Alexander war nicht hier,“ ſagte die Gräfin zu ihm, „aber da Sie hier ſind, ſo theilen Sie uns doch Nachrichten über das junge Mädchen mit, welches Herr de Lafayette mit dieſem verwünſchten Pferde geſtern im Cours⸗la⸗Reine nieder⸗ geworfen hat.
Tallien ſagte, er wiſſe weiter nichts, als daß es ein hübſches, ſehr bekanntes Blumenmädchen, Namens Manon, ſei. Er fügte mit einem etwas dreiſten Lächeln hinzu, daß dieſer Fall die Blumenverkäuferin nur noch mehr in die Mode bringen werde.
Die Gräfin ſagte hierauf zu Tallien, da er eben von Blumen ſpreche, ſo bitte ſie ihn, für Frau de Fontenay einen Zweig weißer Roſen abzuſchneiden, welche ein paar Schritte von dem Perron ſtanden und ihren Wohlgeruch verbreiteten. Tallien ging ſofort an den Roſenſtock, ſchnitt einen Zweig davon ab und brachte ihn der Gräfin, die zu ihm ſagte:
„Sie haben alſo nicht begriffen, daß er nicht für mich iſt?“ Tallien wandte ſich hierauf an die Marquiſe, die er ſchon kannte und überreichte ihr die Roſen mit ſeinem ein wenig
ttheatraliſchen Anſtande.
Der Zufall— nichts als der Zufall?— ließ eine Roſe des Bouquets auf die Erde fallen. Tallien beeilte ſich, ſie aufzuheben und gab ſie natürlich der Marquiſe nicht zurück; worauf er ſich ſchweigend verbeugte und in das Cabinet des Grafen Alexandre de Lameth zurückkehrte.
Die Marquiſe fragte die Gräfin, wer dieſer junge Mann
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