568 Literariſche Briefe von Otto Banch.
Novellen⸗ZJeitung.
meine beiden Begleiter nach Hauſe zu bringen. Sie hatten nicht geglaubt, daß der Dornburger Wein auch
d. z fe ſteigen könne. Endli tte i f ihr Goethe in den Jahren von 1771— 75 von V h apf beien öne 2n h huttt i0 e auf ihr Abeken. Hannover, bei Carl Rümpler.— Goethe er gebrachi; die Ba b ochſt unange
in Dornburg von Sckell. Leipzig, bei Coſtenoble.
Sie ſehen in dem einen Buche nur eine kleine Broſchüre, im andern ein ausführliches Werk, und ſomit findet zwiſchen beiden weiter keine Aehnlichkeit ſtatt, als die, daß ſie ſich mit demſelben Manne be⸗ ſchäftigen. Und doch liegt die Aehnlichkeit noch in etwas Anderem: in der großen Pietät, durch welche dieſe Beſchäftigung geweiht wird. Abeken iſt ein fein⸗ gebildeter Literaturfreund und Sckell nur ein alter Hofgärtner: um ſo rührender wirkt es, daß auch ihn in ſeiner Einfachheit und faſt kindlichen Einfalt die innigſte Verehrung für Goethe berechtigt, über dieſen zu ſchreiben und ein beſcheidenes Blättchen zur Ge⸗ ſchichte dieſes großen Mannes beizutragen. Er hat den Dichterfürſten in Dornburg, dem lieblichen Ruheſitz Carl Auguſt's, beobachtet, wo deſſen Freund in jüngeren und älteſten Tagen oft weilte. Wir wollen Einiges aus dieſen Beobachtungen mittheilen, ſoweit es ſich um werthe pſychologiſche Züge handelt.
Ganz beſonders für die Kinderwelt ſchien Goethe viel Liebe zu beſitzen. Eines Tages, ſo berichtet der alte Herr, begleitete er einen Fremden, welcher ihn beſucht hatte, beim Weggange durch den Schloßgarten. Als Beide an einem Raſenplatze vorübergingen, lag dort ein kleiner hübſcher Knabe auf dem Rücken, die Hände auf der Bruſt wie zum Gebet gefaltet, in ſüßem Schlummer. Der Fremde bemerkte den kleinen Schläfer zuerſt und machte Goethe auf ihn aufmerk⸗ ſam.„Wir wollen ihn nicht in ſeiner Ruhe ſtören, denn ſolchen Kindern iſt das Reich Gottes!“ verſetzte Goethe. Kurze Zeit darauf kam er deſſelben Weges allein zurück, betrachtete den Kleinen, blickte gen Himmel, griff dann in die Weſtentaſche, nahm ein Geldſtück heraus und ſteckte es ihm, ſich über ihn nei⸗ gend, in die gefalteten Hände.
Wie gegen Fremde zeigte Goethe auch viel Güte gegen ſeine Dienerſchaft. Ich habe nie gehört, daß er ſich auch nur des geringſten Scheltwortes gegen ſie bedient hätte. Einmal war einiger Mangel in Küche und Vorrathskammer eingetreten. Ich ging daher mit dem Secretär und dem Bedienten, als am ſpäten Nachmittag die Gäſte abgereiſt waren, nach dem nahen Dorndorf, um Einkäufe zu machen. Unſere Geſchäfte waren bald beſorgt, Zeit war noch übrig. Wir benutzten dieſelbe und gingen zuſammen zu einem Weinbergsbeſitzer, um dort ein Glas Wein zu trinken. Der Stoff mundete. Wir blieben ziemlich lange ſitzen. Als wir endlich aufbrachen, hatte ich große Noth,
nehm, denn Beide befanden ſich in einem Zuſtande, in dem ſie unmöglich vor Goethe erſcheinen konnten, und doch war bereits die Zeit gekommen, zu welcher er gewöhnlich den Bedienten verlangte, um das Nacht⸗ licht anzuzünden, welches er allnächtlich brennen ließ. Kurze Zeit darauf, als ich ſie verlaſſen, begab ich mich wieder in ihre Zimmer. Sie lagen bereits in tiefem Schlafe. Sie zu ermuntern, war unmöglich. Bald darnach rief Goethe:„Friedrich! Friedrich!“ Vergebens. Ich ging ſofort zu Goethe hinauf und fragte, was zu Befehl ſtehe. Er antwortete: Friedrich ſei noch nicht dageweſen, um das Nachtlicht anzu⸗ zünden. Ich beſorgte das Licht und entfernte mich wieder. Bald darauf rief er nicht allein nach dem Bedienten, ſondern auch nach dem Secretär. Keiner hörte. Ich begab mich ſofort wieder auf ſein Zim⸗ mer und fragte nach ſeinem Begehren. Goethe ant⸗ wortete:„Ich will ausgekleidet ſein und mich zur Ruhe begeben. Wo ſind denn die Beiden? Es läßt ſich ja Keiner ſehen und hören!“ Ich zuckte mit den Achſeln und gab zur Antwort, daß ich es nicht wiſſe. Mein Anerbieten, ihm behülflich zu ſein, wies er höflich dankend zurück, und ich empfahl mich. Ich hatte die Nacht über wenig Ruhe, indem ich fürchtete, Goethe werde den wahren Sachverhalt erfahren, recht ungehalten auf mich ſein und mir einen Theil der Schuld zuſchreiben. Mit Tagesanbruch ſtand ich auf und ſah vor allen Dingen nach den Beiden, welche Tags zuvor ſo durſtige Kehlen gehabt hatten. Ich fand ſie wohl und munter. Als ich ihnen mitgetheilt hatte, daß Goethe zweimal nach ihnen gerufen habe, ſtellte ſich freilich der moraliſche Katzenjammer ein. Ganz beſonders war Friedrich über meine Nachricht erſchrocken. Er wollte ſich gar nicht beruhigen laſſen. Als ihn bald darauf Goethe rief und den Kaffee zu bringen befahl, wurde er todtenbleich und wankte mit ſchlotternden Gliedern die Treppe hinauf. Neugierig, was Goethe wohl ſagen werde, ſchlich ich mich hinter dem Bedienten her und blieb horchend an der Thür ſtehen. Als der Bediente eingetreten war, ſagte Goethe: „Na, na, Friedrich, Du zitterſt ja wie ein armer Sünder! Setze nur das Kaffeebret ab, ſonſt läſſeſt Du es noch fallen. Nicht wahr, Du glaubſt, ich werde Dich recht auszanken? Das thue ich nicht. Du haſt ja Deine Strafe wohl ſchon ſo bekommen? Wie ſieht es denn heute hier aus?“ fuhr er fort, ſich mit dem Zeigefinger über die Stirn ſtreichend.„Setz' nur ab
und gehe. Es iſt abgemacht!“ Hoch erfreut, mit
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