Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
564
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564 Novellen⸗Zeitung.

Er verdiente, daß ihm eine Schlinge um den Hals geworfen würde, erwiderte Kappel trotzig. Schon zuviel ließ ich mir von dieſem Manne ge⸗

fallen, der mich ſchlimmer behandelt, wie ſeine Hunde. Warkotſch hatte ſich erhoben; er ſah ein, daß er zu weit gegangen war und hielt es für rathſam,

einzulenken. Du mußt nicht Alles gleich ſo ſchlimm anſehen,

wie es ſcheint, ſagte er begütigend,mein Jähzorn reißt mich oft zu Handlungen hin, die ich ſpäter be⸗ reue. Hinſichtlich meiner Botſchaft nach Siebenhuben

muß ich Dir bemerken, daß die Sache ſehr wichtig und dringend iſt; auch in Deinem Intereſſe liegt es, den Weg ſofort anzutreten, denn ein Aufſchub bis morgen könnte den ganzen Plan vereiteln.

Wenn Sie in dieſem Tone mit mir reden, laſſe ich mir's allenfalls gefallen, entgegnete Kappel, der durch milde Worte leicht zu lenken war.

So beeile Dich, ich erwarte Dich im Schloſſe; der Brief liegt fertig, in zwei Stunden kannſt Du zurück ſein.

Den Schlag ſoll er mir entgelten! murmelte der Jäger, als Warkotſch die Hütte verlaſſen hatte. Sobald ich mein Schäfchen im Trocknen habe, werde ich daran denken, die Rechnung zu ordnen.

Die geheimnißvollen Worte des Barons und die Drohungen ihres Mannes beunruhigten Anna. Sie entſann ſich, daß Kappel ſchon oft im Auftrage des Barons in ſpäter Nacht nach Siebenhuben ge⸗ gangen war und einige Einwohner dieſes Dorfes ihn im Hauſe des Curatus Schmidt geſehen hatten. Un⸗ willkürlich drang ihr die Vermuthung ſich auf, daß dieſe Botſchaften auf ein Verbrechen Bezug haben mußten, und ſie zitterte bei dem Gedanken, daß Kappel vielleicht ſein Leben dadurch auf's Spiel ſetze. Ihre Angſt wuchs, ſie mußte den Gatten fragen, ob dieſe Angſt begründet ſei, oder nicht.

Kappel wies ſie barſch zurück. Sie ſolle ſich um ſeine Angelegenheiten nicht kümmern, erwiderte er, was er thue, könne er verantworten, zudem handle er im Auftrage des Barons, für deſſen Handlungen man ihn nicht verantwortlich machen könne.

Anna ſchwieg, aber ſie war entſchloſſen, dem Gatten, ſobald er vom Schloſſe zurückgekehrt war, heimlich zu folgen und das Geheimniß in Sieben⸗ huben zu erforſchen..

Als Kappel ſeinen Jagdanzug angelegt hatte, ging er in's Schloß; der Baron erwartete ihn an der geheimen Thüre, da das Hauptthor ſchon ge⸗ ſchloſſen war.

befanden.Nachdem ich dem Adjutanten des Grafen Wallis heute Abend erklärte, wir wollten übermorgen den beſchloſſenen Handſtreich ausführen, ſehe ich mich doch durch verſchiedene Umſtände veranlaßt, den Zeitpunct auf morgen Abend feſtzuſetzen. Damit Wallis nicht vorſchützen kann, er ſei nicht frühzeitig genug davon in Kenntniß geſetzt worden, bringſt Du ſofort dem Curatus dieſen Brief, Schmidt ſoll das Schreiben augenblicklich an ſeine Adreſſe befördern. Wallis iſt dann morgen früh im Beſitz deſſelben und kann ſeine Maßregeln treffen. rückkehrſt, wirſt Du mir unverzüglich mittheilen, ob der Curatus den Brief ſogleich weiter befördert hat; Du bleibſt bei ihm, bis Du Dich davon überzeugt b haſt, verſtanden?

Der Jäger nickte, er ſteckte den Brief ein.

Alsdann magſt Du heimgehen und bis morgen Mittag der Ruhe pflegen, fuhr der Baron nach kurzer Pauſe fort,morgen Abend wird es uns heiß genug gemacht werden.

Und was habe ich bei der Geſchichte zu thun? forſchte Kappel. Der Baron nahm ein Blatt Papier vom Schreibtiſch und überreichte es dem Jäger. VHier die Liſte von zehn Dörfern, entgegnete ſer;punkt elf Uhr gehen ſämmtliche Ortſchaften in Flammen auf, dafür haſt Du zu orgen. Damit die Sache raſch vor ſich geht, wirſt u Nachmittag die Leute inſtruiren, daß ſie die nöthigen Vorkehrungen treffen.

Und dieſe Leute?

Stelle ich. Wallis ſchickt morgen Mittag zwan⸗ zig Kroaten, die, theils als wandernde Muſikanten, theils als Zigeuner gekleidet, ſich im Park verſammeln werden. Du beſtimmſt für jedes Dorf zwei Mann, zeigſt ihnen die Richtung, welche ſie einzuſchlagen haben und läßt ſie in kurzen Zwiſchenräumen abmarſchiren. Sie haben bei ihrer Ankunft die Puncte zu wählen, an denen ſie das Feuer anzulegen gedenken. An dieſen Puncten werden ſie durch Pulverleitungen und Schwefelfäden vorarbeiten; zu dem Ende haſt Du das nöthige Material ihnen auszuliefern. Dir ſpeciell überweiſe ich Siebenhuben, Du weißt, was wir in Bezug auf den Curatus miteinander verabredet haben; ich halte es für rathſam, daß wir uns ſeiner bei Zeiten entledigen.

Das raſche, energiſche Verfahren des Barons ſetzte den Jäger in Erſtaunen. Es ſetzte einen reiflich überlegten Entſchluß voraus und Kappel verhehlte ſich nicht, daß die Möglichkeit, der Baron werde ſich

Jetzt höre meine Inſtructionen, nahm der Baron das Wort, als die Beiden ſich im Cabinet

auch ſeines Leibjägers zu entledigen ſuchen, ſehr nahe lag. In dem Blick, den Warkotſch ihm zuwarf,

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