Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
557
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Höhlenwohnung an den Ufern des Fluſſes Leſſe betrachtet werden kann. Sie wird beſchrieben als gut beleuchtet, von einem Bache durchfloſſen, leicht zugänglich und in einer höchſt maleriſchen Lage kurz, jedes Erforderniß einerwün⸗ ſchenswerthen Familienwohnung für die Troglodyten, was die erſten Bewohner Belgiens waren, darbietend. Die Be⸗ weiſe dafür, daß dieſe Höhle von Menſchen bewohnt war, ſind ſehr zahlreich und wichtig. Die Materialien der ver⸗ ſchiedenen ſteinernen Hausgeräthe, die in einer ſehr großen Anzahl gefunden worden ſind, Fragmente von Mineralien, Feuerſteinen, Gagat, Haifiſch⸗Zähnen u. ſ. w. zeigen, daß die Bewohner der Höhle mit andern Theilen Europas in ſehr ausgedehnten Handelsbeziehungen geſtanden haben müſſen. Nach der Menge der Knochen zu urtheilen, die in der Höhle gefunden wurden, muß die Hauptnahrung der Bewohner derſelben in Pferdefleiſch beſtanden haben, da die Zähne von mehr als vierzig Pferden gefunden worden ſind. Knochen der Waſſerratte, des Dachſes, des Haſen, des wilden Schweines zeigen, daß die Troglodyten Verſchiedenheit in ihren Speiſen ſtudirten. Der Fangzahn eines Elephanten oder eines Mammuths, der in derſelben Höhle gefunden wurde, wird von dem Entdecker weit eher für einen Fetiſch oder einen abergläubiſchen Zauber betrachtet, der in derſelben Art neben dem Herde aufgeſtellt war, wie es noch jetzt bei einigen afrikaniſchen Nationen geſchieht. Von den bearbeiteten Flintenſteinen, die ſich in den verſchiedenen Stadien der Fabrikation befinden, hat man mehr als 30,000 geſammelt. Die Höhle ſcheint ſo plötzlich verlaſſen worden zu ſein, daß die Bewohner derſelben ihre Werkzeuge, ihre Zierrathen und die Ueberbleibſel ihrer Mahlzeit zurückließen. Nach der Theorie dos Herr Dupont muß ſich das bei der Annäherung der Ueberſchwemmung ereignet haben, welche ganz id das nördliche Frankreich unter Waſſer ſetzte und ration der Höhlenbewohner mit fortſchwemmte. Unmittelbar nachher, als ſie die Höhle verlaſſen hatten, ſtürzten die Decke und die Seiten derſelben ein, die losge⸗ riſſenen Stücke bedeckten den Fußboden der Höhle und be⸗ wahrten die Ueberbleibſel vor der Einwirkung des Waſſers bis auf dieſen Tag ganz ungeſtört. Der Berichterſtatter ent⸗ wirft nach den Materialen, die ihm zur Hand ſind, und deren Beweis unbeſtreitbar erſcheint, ein treffendes Gemälde des Zuſtandes und der Gewohnheiten der früheſten Bewohner Belgiens, ein Zuſtand, der in dem größten Theile Europas vorgeherrſcht zu haben ſcheint. Der noch übrig bleibende, noch nicht entſchiedene Punct der Nachforſchung iſt die Be⸗ ziehung, welche zwiſchen jenen Ureinwohnern und der jetzigen Menſchenrace ſtattfand. Um dieſen Punct endgültig zu ent⸗ ſcheiden, ſind noch ausgedehntere Entdeckungen menſchlicher Ueberbleibſel, als bis jetzt gemacht worden ſind, nothwendig. C.

Der Honigführer. Ueber dieſen merkwürdigen Vogel ſpricht ſich Dr. Livingſtone in ſeiner Reiſebeſchreibung im Innern Afrikas

in folgenden Worten aus:

Der Honigführer iſt ein außerordentlicher Vogel; wie geht es zu, daß jedes Mitglied ſeiner Familie gelernt hat, daß die Menſchen, weiße und ſchwarze, den Honig ſehr lieben? In dem Augenblick, wo dem kleinen Vogel ein Menſch zu Geſicht kommt, beeilt er ſich, ihn mit der herzlichen Einladung zu einem Bienenſchwarm zu begrüßen, wie Mbia ſie über⸗ ſetzte, und etwas Honig zu nehmen. Er fliegt dann in der

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geeigneten Richtung voran, läßt ſſich auf dem Aſte eines Baumes nieder und blickt zurück, ob man ihm folge; dann fliegt er wieder nach einem andern Baume voran und ſo fährt er fort, bis man an Ort und Stelle ankommt. Wenn man ſeine erſte Einladung nicht annimmt, ſo folgt er Einem mit größern Ungeſtüm, ganz ſo eifrig, den Fremden anzulocken, ihm zu den Bienenſchwärmen zu folgen, wie andere Vögel ſind, ihn von ihren eignen Neſten wegzuziehen. Ausge⸗ nommen, wenn wir auf dem Marſche waren, nahmen unſre Leute die Einladung jedesmal an und gaben das durch ein beſonderes beantwortendes Pfeifen zu erkennen, das, wie ſie ſagten, meinte:Ganz recht, fliege voran, wir kommen! Der Vogel betrog ſie nie, ſondern führte ſie jedesmal zu einem Bienenſchwarme, obſchon manche derſelben nur einen geringen Vorrath von Honig hatten. Hat dieſe eigenthümliche Gewohnheit des Honigführers ihren Urſprung, wie die An⸗ hänglichkeit der Hunde, in ihrer Freundſchaft für die Menſchen oder in der Liebe für die ſüßen Reſte des Raubes, welche auf dem Erdboden zurückbleiben? Das Selbſtintereſſe, das in der Bewahrung von Gefahren hilft, ſcheint in den meiſten Fällen die Regel zu ſein, wie zum Beiſpiel bei dem Vogel, welcher den Büffelochſen und das Rhinozeros bewacht. Das Gras iſt oft ſo hvch und dicht, daß man ganz unbemerkt bis dicht an dieſe Thiere kommen könnte; aber der Wachvogel, der auf dem Thiere ſitzt, ſieht die Annäherung der Gefahr, ſchlägt mit ſeinen Flügeln und erhebt ein Geſchrei, welches das unförmliche Thier, auf dem er ſitzt, veranlaßt, vor einem Feinde, den er weder geſehen, noch etwas von ihm gehört hat, die Flucht zu ergreifen. Zur Belohnung darf der wachſame, kleine Wächter ſich mit den Paraſiten ſeines fetten Freundes nähren. C.

Die Mammuthshühle.

Obriſt Cregan, deſſen Familie dieſe große natürliche Merkwürdigkeit gehört, war ein Bewohner von Louisville in Kentucky. Vor mehr als dreißig Jahren machte er eine Reiſe nach Europa, wo er häufig über die Wunder der Mammuths⸗ höhle befragt wurde, die er nie beſucht und von der er zu Hauſe nur wenig gehört hatte, obwohl er nur neunzig engliſche Meilen davon entfernt wohnte. Kurz nach ſeiner Rückkehr nach Amerika begab er ſich dahin, um dieſe Höhle ſelbſt zu ſehen, und er kam auf die Idee, ſie zu kaufen und ſie zu einem Familienerbe zu machen. In Zeit von 15 Minuten ſchloß er den Kauf für den Preis um 10,000 Dollar ab und kurz nachher wurden ihm dafür 100,000 Dollar geboten. In ſeinem Teſtamente beſtimmte er, daß das Grundſtück volle zwei Generationen in ſeiner Familie bleiben müſſe, unter keinen Umſtänden veräußert werden dürfe, um in dieſer Art ſeinem Namen Berühmtheit zu ſichern. Die Beſitzung iſt 1900 Morgen groß, obſchon die Höhle wahrſcheinlich unter dem Eigenthum einer großen Zahl Landbeſitzer fortlaufen mag. Aus Furcht vor Denen, denen es einfallen möchte, einen Schacht auf ihrem Grund und Boden einzuſenken, um einen Eingang in die Höhle zu gewinnen die Farm eines Mannes erſtreckt ſich bis zum Zenith und bis zu dem Nadir hinab wird eine große Wachſamkeit ausgeübt, um ſolche unterirdiſche Meſſungen und Aufnahmen zu verhindern, die irgend Jemand in den Stand ſetzen könnten, mit einiger Sicherheit einen Schacht graben zu laſſen. Die Höhle dehnt ſich zehn bis zwölf engliſche Meilen nach verſchiedenen Rich⸗ tungen hin aus und man verwuthet, daß mancher Hinter⸗

wäldler innerhalb zehn Meilen von dem Eingange der Höhle