Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
556
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556 Novellen

Wir werden es wohl ſehen, antwortete der theure Mann, den meine Schreckensbewegung lächeln ließ.

Wir ſchritten auf die Gruppe zu und ich ſah, daß einer

der Aelteſten(folglich einer meiner erklärteſten Feinde) aus derſelben hervortrat, mir entgegen ging und die folgenden Worte an mich richtete:

Samuel, wir ſind heute ſo ſtolz auf Dich geweſen,

daß wir alle zuſammen es Dir haben ſagen und Dir ein Pfand unſerer guten Freundſchaft anbieten wollen. Empfange

daher dieſes Pfand mit ebenſo viel Vergnügen, wie wir em⸗ pfinden, indem wir Dir es anbieten.

Als dieſe einfache Anrede beendigt war, riefen alle meine Mitſchüler zu gleicher Zeit:Es lebe Samuel! Zwei der⸗ ſelben überreichten mir dann ein Körbchen voll prachtvollen Obſtes, das ſie trugen und welches das Pfand war, von dem der Redner der Gruppe geſprochen hatte.

Sie können ſich leicht denken, in welch einer angenehmen Weiſe meine Beſorgniſſe zerſtreut waren.

Seitdem habe ich Erfolge als Schriftſteller, als Redner gehabt, ich bin der Gegenſtand ſehr glänzender Auszeichnungen geweſen; aber dennoch zögere ich nicht zu erklären, daß die Ehrenbezeugung dieſes Körbchens Obſt von allen Ehren, die mir zu Theil geworden ſind, diejenige iſt, deren Erinnerung mir noch jetzt die ſüßeſte iſt, und ich bezweifle nicht, daß dieſes kleine Ereigniß auf mein ganzes Leben einen großen Einfluß gehabt hat.

Das Leben dieſes Mannes war übrigens intereſſant und daher verdient es wohl, daß wir die Hauptdata deſſelben kürzlich erwähnen. Dupont de Nemours wurde 1739 in Paris geboren und war zuerſt ein ſehr gelehrter Buchdrucker, wurde dann Staatsmann und trug 1783 viel zum. Abſchluß des Friedens mit England bei, der die Unabhängigkeit der nord⸗ amerikaniſchen Vereinigten Staaten anerkannte. Später wirkte er als Generalinſpector und Commiſſär des Handels und der Manufacturen. In den Jahren 1787 und 1788 bekleidete

er die Stellung als Secretär der Notabelnverſammlung, wurde

1789 Mitglied der Nationalverſammlung und 1794 entging er nur durch den Sturz Robespierre's dem Tode dndh die Gulllotine. Er gehörte dann zum Rathe'der Alten; als aber 1798 das Directorium von den General Bucnaparte geſtürzt wurde, begab er ſich nach Nordamerika, von wo er erſt 1802 nach Frankreich zurückkehrte. 1814 wurde er zum Secretär der proviſoriſchen Regierung ernannt; als aber Napoleon 1815 von der Inſel Elba wieder nach Frankreich zurückkehrte, begab ſich Dupont de Nemours wieder nach Nordamerika, wo er 1817 im Alter von 78 Jahren ſtarb. Außer den bereits erwähnten Werken hat er auch Manches über den Handel Frankreichs geſchrieben. C.

Buddhaismus in Amerika.

Ein engliſcher Schriftſteller weiſt nach, daß die Idee, es müſſe in den früheſten Zeiten ein Verkehr zwiſchen Aſien und Amerika ſtattgefunden haben, nicht neu iſt. Einige Reiſende, die nach gewiſſen Gebräuchen urtheilten, die ſie von verſchiedenen Indianerſtämmen ausüben ſahen, haben zu beweiſen geſucht, daß die verlornen Stämme der Juden ihren Weg über die Behringsſtraße nach dem nördlichen Amerika gefunden haben müſſen, und Alexerander von Humboldt be⸗ zeichnet in ſeinen Anſichten der Cordilleras verſchiedene Ge⸗ bräuche bei amerikaniſchen Stämmen, die man ebenfalls in Oſtindien finden kann. Außerdem haben die Forſchungen der Orientaliſten gewiſſe Stellen aus chineſiſchen Werken

Zeitung.

veröffentlicht, welche die Idee eines ſehr frühen Verkehrs zwiſchen den beiden Continenten beſtätigen. Von dieſen Thatſachen ausgehend, hat Guſtave d'Eichthal, der Verfaſſer des WerkesLes Evangéles, ſich bemüht, durch eine Reihe neuer und intereſſanter Nachforſchungen über dieſen dunkeln V Punct der Geſchichte mehr Licht zu verbreiten und gleichzeitig eine Aehnlichkeit zwiſchen dem Buddhaismus und dem reli⸗ giöſen Glauben und den Gebräuchen der amerikaniſchen Indianer nachzuweiſen. In ſeinen kürzlich veröffentlichten Etudes sur les Origines Asiatico-Bouddhiques de la Civilisation Americaine vergleicht er zuerſt ein unter den Ruinen der jetzt Palenque genannten amerikaniſchen Stadt gefundenes Basrelief mit einem, das ſich in dem Tempel der Buddhiſten in Boro⸗Boodor auf der Inſel Java findet, und man muß eingeſtehen, daß die Aehnlichkeit der beiden Style der Zeichnung und der Ausführung auffallend iſt. Einige der leitenden Thatſachen, auf die er ſeine Theorie ſtützt, ſowie die ſeltſamen Quellen, denen ſich die büßenden Hindus unter⸗ werfen, um in den Augen ihres Volkes Heiligkeit zu erlangen, ſind ſehr bekannt und eine derſelben iſt ganz beſonders charak⸗ teriſtiſch. Sie beſteht darin, eiſerne Haken in den Muskeln Zwiſchen den Schulterblättern zu befeſtigen und daran den Büßenden an einem der äußerſten Enden eines großen Hebe⸗ baums aufzuhängen, der ſich in einer Höhe von acht bis zehn Fuß auf einem Zapfen umdreht. Ein ähnlicher religiöſer Ge⸗ brauch findet ſich bei dem Mandanſtamme in Amerika, wo er unter dem Namenpock-hony, nur weniger künſtleriſch, ausgeführt wird. Hölzerne Zapfen werden durch das Fleiſch getrieben und an denſelben ein Seil befeſtigt; dann läßt man den am Seile Hängenden langſam herumdrehen. Unter den Sioux⸗Indianern verpflichtet ſich ein Büßender, von dem Augenblick an, wo die Sonne am Horizont erſcheint, b ihrem Untergange feſt und ununterbrochen in dieſelb blicken. Ganz derſelbe Gebrauch findet ſich in Oſtindten. Die Mandans glauben, die Erde werde von einer großen Schildkröte getragen; und als die Schale derſelben eines Tages von einigen weißen Männern durchbohrt worden ſei, habe Waſſer die ganze Erde überſchwemmt und das ganze menſchliche Geſchlecht, mit Ausnahme eines einzigen Mannes, erſäuft. Nun iſt der zweite Avatar Wiſchnu's ſeine Umge⸗ ſtaltung in eine Schildkröte nach der Sündfluth, um die Erde zu tragen. Aber das Glied, welches die Mandans ganz V beſonders mit den Buddhiſten in ihrem Glauben zu verbinden ſcheint, iſt, daß die Seelen, welche an den Platz der Be⸗ ſceiner geſchickt worden ſind, dort eine Zeitlang im Ver⸗ hältniß zu ihren böſen Thaten gequält und dann in das Land der Seligen zurückgeſchickt werden, um ſich von dem böſen Geiſte wieder verſucht und in Folge deſſen dann wie früher beſtraft zu ſehen. Dieſer Glaube iſt augenſcheinlich dem in Bezug auf die verſchiedenen Umgeſtaltungen ſehr ähnlich, denen, nach dem Glauben der Buddhiſten, die Menſchen zur Buße für ihre Uebertretungen unterworfen werden. C.

Intereſſante Entdeckungen in Belgien.

Ein Bericht der Herren Van Beneden und Dupont an den belgiſchen Miniſter des Innern liefert einen ſehr an⸗ ziehenden Beitrag zu den merkwürdigen Nachforſchungen über die uranfängliche Geſchichte des Menſchengeſchlechts,, welche ſjetzt die Aufmerkſamkeit eines großen Theils der wiſſen⸗ ſchaftlichen Welt beſchäftigt. Die beiden genannten Herren, die dieſen Forſchungen viele Zeit gewidmet haben, ſahen ihre Mühe durch eine Entdeckung belohnt, die als eine Muſter⸗

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